Gewaltausübung und Körperverletzung
Urteil gefällt: Pielachtaler für Gewaltausbrüche verurteilt

Pielachtaler Kinder waren Zeugen bei Gewaltexzessen
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Brutal soll die Beziehung eines Paares aus dem Pielachtal verlaufen sein, wobei zwei Kleinkinder häufig Zeugen von massiven Auseinandersetzungen waren, die in den vergangenen drei Jahren an Häufigkeit und Intensität zugenommen hätten.

PIELACHTAL (ip). Nach mehrmaliger Vertagung fällte ein St. Pöltner Richter nun das Urteil gegen den 25-jährigen, einschlägig vorbestraften Brutalo. Der Antrag auf Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher wurde aufgrund eines neuerlichen Gutachtens von Dietmar Jünger abgewiesen. Der Grund: die Voraussetzungen waren nicht mehr gegeben.

Gewaltausübung und Körperverletzung

Wegen fortgesetzter Gewaltausübung und Körperverletzung fasste der Beschuldigte eine Zusatzstrafe von sechs Monaten aus, nachdem er wegen ähnlicher Vorwürfe im März 2019 zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten verurteilt wurde. Den unbedingten Teil von vier Monaten hat er bereits verbüßt. Falls der zuständige Richter die offenen zehn Monate nicht widerruft, muss sich der Mann einer psychotherapeutischen Behandlung unterziehen (nicht rechtskräftig).

"Besondere Qual"

In der finalen Verhandlung stand das Gutachten eines Mediziners im Mittelpunkt, zumal aufgrund der Angaben der jungen Mutter die Schwere der Verletzungen am Höhepunkt der Gewaltbeziehung auch als „besondere Qual“ einzuschätzen waren. Diese hätten darin bestanden, dass der 25-Jährige sie bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt und sich seitlich auf den Kopf der am Boden liegenden Frau gekniet habe, wobei er ihre andere Kopfseite in Glasscherben gedrückt habe.
Wie der Mediziner ausführte, sei das aufgrund der vorhandenen Schnittverletzung nicht nachvollziehbar. Ihm gegenüber habe die Frau auch nichts von einer Bewusstlosigkeit geäußert. Dass sie sich in einer besonders misslichen Lage angesichts der Scherben auch entsprechend ängstigte, sei wahrscheinlich, von „besonderer Qual“ im rechtlichen Sinne könne man dabei aber nicht ausgehen.

Widersprüchige Aussagen

Der Beschuldigte zeigte sich zu den Vorwürfen abschwächend geständig. Ohrfeigen, Fußtritte, sowie Schläge mit Schuhen, Staubsaugerrohr oder Teppichklopfer gehörten beinahe schon zur Tagesordnung. Allerdings führte er seine besondere Aggressivität auf die Einnahme von Präparaten zurück, deren Inhaltsstoffe er nicht gekannt habe. Jünger vermutete, dass es sich um Weckamine gehandelt habe, die der Mann von einem Arbeitskollegen zur Leistungsverbesserung erhalten hatte. Verteidiger Martin Führer wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass sich sein Mandant während der Verhandlungen durchaus einsichtig, ruhig und besonnen zeigte, ganz anders als unter Drogen.
Die Aussagen des Opfers erschienen dem Richter widersprüchlich. Die Frau zeige eine gewisse Flapsigkeit im Umgang mit der Wahrheit und zu ihrem Verhalten im Gerichtssaal meinte er zusammenfassend: „Sie kann sich einfach nicht benehmen!“

Den Artikel vom 5. Juni 2019 finden Sie hier.
Den Artikel vom 16. Juli 2019 finden Sie hier.

Autor:

Tanja Handlfinger aus Pielachtal

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