14.03.2016, 11:20 Uhr

'Mit dem Biber leben lernen'

Beim Bezirksblätter-Interview spricht Weiss über Biber, Nachhaltigkeit und Regionalität.

Die Kamingespräche im Steinschalerhof werden zum Austragungsort des Grundgedankens der Nachhaltigkeit.

PIELACHTAL (ah). Bereits seit dem Jahr 2009 gibt es die sogenannten "Kamingespräche", die von Johann Weiss, Chef des bekannten Steinschalerhofs in Warth, initiiert wurden. Dabei werden Themen behandelt, die laut Weiss "zeitgeistig sind und zur Diskussion anregen sollen". In Erinnerung sind ihm viele Gespräche geblieben, "wobei der erste Vortrag natürlich ganz besonders. Aber auch die Abende an denen ich AHA-Erlebnisse hatte, so wie zum Beispiel beim Energie-Themen-Abend wo es um LED-Beleuchtung ging."

Biber sind ein Thema im Tal
Am 31. März starten die Kamingespräche in die neue Saison. Dabei steht der Biber, der in der letzten Zeit immer wieder Gesprächsthema war, im Fokus. Warum der Biber? "Bei mir leben die Tiere seit drei Jahren im Garten und ich denke, dass das Thema sehr zeitgeistig ist." Negativ ist Weiss den Nagern gegenüber aber nicht eingestellt, denn er meint: "Wir haben die Erde nur geliehen. Viele sehen Biber als Feinde an, das ist er aber nicht. Früher wurde er 'erfolgreich' bejagt, heute erobert er sich seinen Lebensraum wieder zurück."
Laut Weiss kursiert in der Bevölkerung zu viel Unwissen.
"Dass der Biber Schuld an Hochwässern ist, oder dass er den heimischen Baumbestand dezimiert, stimmt nicht. Eigentlich soll man es so sehen: Biber beißen auch Weiden und sie bereiten Brennholz auf." Die Tiere sind nur an den Ästen der Bäume interessiert. "Sie fällen die Bäume, um an die Äste heranzukommen", erklärt Weiss. Das Resultat sind entastete Bäume.
Die vorgefassten Meinungen sollen an dem Abend ein Stück weit widerlegt werden. Die Vortragenden Rosemarie Parz-Gollner und Gerald Hölzler vom niederösterreichischen Bibermanagement stehen am ersten der nachhaltigen Kamingespräche Rede und Antwort.

'Regionalität ist mir wichtig'
Was den Gastronomen und Naturvermittler persönlich beschäftigt und was er in den nächsten nachhaltigen Kamingesprächen aufgreifen möchte: "Die Regionalität ist ein ganz großes Thema und mir besonders wichtig. Ich denke, dass die Genussregion beispielsweise in letzter Zeit große Schritte in diese Richtung gemacht hat. Manche Themen werden sich auch zeitgeistig entwickeln."

Zur Sache:

Alles zur rechtlichen Lage des Bibers und wie man im Pielachtal mit dem naturgeschützten Tier umgehen kann, erfahren Sie bei den "Nachhaltigen Kamingesprächen": 31. März, 19 Uhr, Steinschalerhof, Vortragende vom NÖ Bibermanagement.
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