13.11.2017, 12:28 Uhr

So bio ist unser Pielachtal

Franz Taschl, Bettina und Jungbauer Stefan Taschl.

265 Biobauern bewirtschaften 7.726 Hektar: Der „Bio-Check". Wir besuchten einen "Bio-Pionier" im Tal.

REGION (ag). Immer mehr Konsumenten wollen mit gutem Gewissen genießen. Bio allein ist gut, noch besser sind Biolebensmittel aus der Region. Die Bezirksblätter haben das Pielachtal dem Bio-Check unterzogen und die "Bio-Pioniere" des Pielachtals, Familie Taschl, am Schoberhof besucht.

Trend soll weitergehen

„Unsere bäuerlichen Betriebe in Niederösterreich leisten jedes Jahr einen Produktionswert von rund 2,2 Milliarden Euro, das ist fast ein Drittel der gesamten landwirtschaftlichen Produktion in Österreich“, so LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. „Alle unsere bäuerlichen Betriebe arbeiten naturnah, 20 Prozent davon werden biologisch bewirtschaftet“, betonte dabei der LH-Stellvertreter und hob hervor: 1980 habe man mit 17 Biobetrieben begonnen, heuer gebe es bereits 5.280 biologisch bewirtschaftete Betriebe, das ist ein Plus von rund 300 Betrieben.

Am Anfang wie Außerirdische

Familie Taschl bewirtschaftet seit Generationen den Schoberhof. Erst vor kurzem erfolgte die Hofübergabe an Junior Stefan und an seine Partnerin Bettina. Vater Franz Taschl ist aber nach wie vor in den Betrieb eingebunden und für das Käsen verantwortlich. Dass der Betrieb biologisch geführt wird, ist allen Generationen eine Herzensangelegenheit.
Bereits im Jahr 1988 kehrte man der konventionellen Landwirtschaft den Rücken und geht seither den nachhaltigeren und biologischeren Weg. "Zuerst waren wir hier natürlich die Außerirdischen, aber da muss man drüberstehen", erinnert sich Franz. "Wenn man sich mit den natürlichen Kreisläufen beschäftigt, dann kann letztendlich nur dieser Weg der richtige sein", sind sich Vater und Sohn einig.

Lebensmittel die leben

Das Grundelement für den Bio-Käse vom Schoberhof ist natürlich Rohmilch. "Wir arbeiten hier bei uns mit einem Lebensmittel, das lebendig ist und Schwingungen aufnimmt," erklärt der ambitionierte Käser Franz Taschl. "Wir geben das Lebendige zurück und schließen somit den Kreislauf wieder." Deshalb ist der sorgsame Umgang mit den Tieren und deren Milch so wichtig. Stefan Taschl ist für die Tiere verantwortlich. Die behornten Rinder genießen Auslauf im Winter und tägliche Weide im Sommer.

Regional ist nicht gleich bio

Stefan Taschl auf die Frage hin, ob bio wirklich im Trend ist: "Bio ist zwar im Trend, es wird aber oft mit regional/lokal verwässert. Hier gilt es anzusetzen, denn ich denke das eine sollte das andere eigentlich nicht ausschließen." Der Junior-Bauer appelliert aber auch an kritische Konsumenten: "Wir Biobauern können die Produkte liefern, aber ich appelliere auch an die Konsumenten, da ihr Kaufverhalten auch maßgeblich für uns ist."

Bildungsauftrag am Land

Woher kommt die Milch und wie wird eigentlich Käse gemacht? Fragen, die sich schon bei Kindern auftun sollten, wenn sie sich mit Lebensmitteln beschäftigen. Hier möchte Familie Taschl gerne ansetzen und lädt Lehrer mit ihren Schulklassen auf ihren Hof ein. "Wir als Biobauern haben auch einen gewissen Bildungsauftrag", so Stefan. 

Biobetriebe im Tal

Im Bezirk gibt es derzeit 265 Biobetriebe, die eine Fläche von 7.726 Hektar bewirtschaften. Am Biohof Taschl werden fünf Bio-Käse produziert. Biohof Taschl, Rehgraben 8, 3204 Kirchberg
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