30.11.2016, 01:39 Uhr

Wahl des Bundespräsidenten: 1.896 Helden haben Kreuzerlweh

Es soll Wahlbeisitzer geben, die bei der Wahlbeteiligung einen Negativ-Rekord erwarten. (Foto: Karikatur: Simone Göls)

Wieder stehen Hunderte Wahlbeisitzer im Pielachtal „Gewehr bei Fuß“. Ein Lokalaugenschein.

REGION PIELACHTAL (mh). Wenn am kommenden Sonntag der vierte Anlauf zur Kür des Bundespräsidenten steigt, dann bedeutet das für 1.896 Menschen im Bezirk: wieder einen Tag weniger mit der Familie verbringen. Die Wahlbeisitzer können nun bereits den vierten Sonntag keinen Ausflug planen, am 4.12. keinen Adventmarkt besuchen, oder einfach nur faulenzen. Wir haben einen Idealisten der Demokratie gefragt, was er vom Verlauf der bisherigen Wahl hält, was er vom vierten Wahlgang erwartet und warum er trotzdem noch mithelfen will.

Beibehaltung der Briefwahl

Seit über 30 Jahren ist Josef Keil, geschäftsführender SPÖ-Gemeinderat in Kirchberg an der Pielach, bei allen Wahlen im Einsatz. „Es gehört einfach dazu, dass die Mandatare in den Wahlkommissionen tätig sind“, steht der Einsatz für die Demokratie für Josef Keil außer Frage. „Die Entschädigung von 20 Euro reicht immerhin für ein gutes Mittagessen.“ Zur Anfechtung der Stichwahl hat Keil eine klare Meinung: "Die Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs ist zu akzeptieren." Dass allerdings der gesamte Wahlvorgang noch einmal gemacht werden muss, ist für den langjährigen Wahlbeisitzer nicht nachvollziehbar: "Ich hätte so entschieden, dass nur die Bezirke, in denen Formfehler aufgetreten sind, die Wahl wiederholen müssen."

Online-Abstimmung zu anfällig

Auch was den Wahlausgang betrifft, hat Keil klare Präferenzen: "Ich persönlich hoffe, dass Van der Bellen das Rennen macht. Aber wenn das Volk anders entscheidet, müssen wir das auch akzeptieren." Am System der Briefwahl will der Kirchberger nicht rütteln: "Ich bin für die Beibehaltung der Briefwahl, weil das für die Bürger eine Erleichterung ist, wenn sie am Wahltag nicht anwesend sind." Von einer Online-Abstimmung als Alternative hält Keil nichts: „Das Risiko, dass solche Wahlen von Hackern manipuliert werden, ist viel zu groß."

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