Leserbrief
Fortsetzung von: Muss man sich für den Pinzgau schämen?

Die folgenden Zeilen stammen von Renate Ratzenböck, und sind Teil II von Muss man sich für den Pinzgau schämen?

Bekanntlich entsteht 20 Minuten vom Ortskern Kitzbühels entfernt, das „Six Senses Kitzbühel Alps“, an der neuen Adresse Wasenmoos. Nicht genug damit, dass sich das alles auf Pinzgauer Grund und Boden nahe eines Naturdenkmals abspielt, werden ein Fünf-Sterne-Hotel, 45 Residenzen und 15 Chalets mit Platz für insgesamt knapp 500 Gäste errichtet; zusätzlich ein Personalhaus für 210 Angestellte.

Es kommen also zu den 2.500 vorhandenen Betten in Mittersill weitere knapp 500 dazu. Betrachtet man nun die Bettenauslastung, so ist die im Tourismusjahr 2017/18 in der Wintersaison mit 33 %, in der Sommersaison mit 31,6 % gegeben. Dasselbe Bild in Hollersbach. Dort sind rd. 1000 Betten vorhanden mit einer Auslastung im Winter von 26 %, im Sommer von 23 %. (alle Zahlen lt. Landesstatistik) Die Frage liegt nun nahe: „Wäre es bei einer Auslastung zwischen 23 und 33 % nicht klüger, sich zu bemühen, die vorhandenen Betten zu füllen?“

Jetzt werden die Touristiker aufschreien: „Ja, aber wir brauchen qualitätsvolles Wachsen mit Luxus und noch mehr Betten in Hauptzeiten, wie von Weihnachten bis Silvester; gleichzeitig eine bessere Auslastung in den Zwischensaisonen.“ Aber um welch hohen (Schnäppchen)Preis!

Ein weiterer Aspekt sind die Arbeitskräfte, für die man sich besonders in Wahlzeiten vehement einsetzt. Aber woher nehmen, wenn nicht stehlen oder halt abwerben von bestehenden Traditionshotels und -gasthäusern. Wirklich tolle Aussichten, aber um welch hohen Preis!

Feriengäste sind willkommen, sie sollen aber „Gäste“ bleiben und nicht nur statistische Bettenfüller und -füllerinnen sein? Sie sollen sich wohl fühlen, ggf. wiederkommen, viele Freundschaften sind dadurch schon entstanden. Wirkliche Gastfreundschaft funktioniert aber nur, wenn sich Touristen und Einheimische gleichermaßen wohlfühlen. Ist das in einem Ghetto, so luxuriös es sein mag, gegeben? So wird eine Kluft aufgebaut und das weltweit zunehmende Gäste-Bashing - auf pinzgaurisch an „Grant auf de Frembn“ - gefördert. Und um welch hohen Preis!

Haben wir überhaupt verlernt, achtsam zu sein. Leichtathletik- und Fußball-WM in Katar!! Die Sportwelt ist zwar fassungslos, schaut aber zu. Klimaschutz, wir sind zwar über die spürbaren Auswirkungen fassungslos, schauen aber nach wie vor zu. Konkurrenz durch Chalets- und Appartementdörfer inkl. ausländischer Investoren, die Politik ist zwar (teilweise) fassungslos, schaut aber zu! Vielgepriesenes Österreich, die Investoren wissen, warum! …. aber zu welch hohem Preis!

Renate Ratzenböck
Uttendorf

Autor:

Gudrun Dürnberger aus Pinzgau

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