Die Biene in Salzburg: Ungünstige Faktoren und engagierte Imker

Suche nach der Varroamilbe: Unter den Bienenstöcken zwischen Wabenresten und Pollen sind abgefallene Varroamilben zu finden. 2. v. re.: Imker-Obmann Willi Kastenauer.
  • Suche nach der Varroamilbe: Unter den Bienenstöcken zwischen Wabenresten und Pollen sind abgefallene Varroamilben zu finden. 2. v. re.: Imker-Obmann Willi Kastenauer.
  • Foto: LK Salzburg
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SALZBURG. Seit 2012 bringen die Witterungsverhältnisse im Land Salzburg schlechtere Rahmenbedingungen für die Bienen. Sie und eine Reihe anderer Faktoren, die zusammentrafen, sorgten für Verluste bei den Völkern. Der Winter 2013/14 war sehr milde und wegen der vergleichsweise milden Temperaturen brüteten die Bienen den Winter durch. Das half der Varroamilbe, denn die vermehrt sich in den Larven nicht prozentuell, sondern verdoppelt sich rund alle drei Wochen. Das darauffolgende Frühjahr brachte ein ungünstiges Blühwetter, die Nektarproduktion kam fast zum Stillstand.

Zur Bekämpfung der Varroamilbe und für die Behandlung der Bienen gibt es bestimmte Zeiträume, fallen die zu kurz aus oder schafft der Imker sie nicht rechzeitig, so sind Verluste vorprogrammiert.
Der Befall durch die Varroamilbe – sie saugt sich wie eine Zecke an der Biene fest – schwächt die Tiere und bringt weitere Viren, andere Schädlinge und Krankheiten mit sich. Die Kurzflügelkrankheit etwa macht den Bienen zu schaffen. Die Flügel sind zu wenig ausgeprägt und wenn die Biene aus dem Stock fliegen will, stürzt sie zu Boden.

So ist die Natur...
Von einem dramatischen und plötzlichen Bienensterben kann man trotz dieser Umstände in Salzburg aber nicht sprechen. „So ist die Natur. Es wird immer Jahre geben, und das können auch Jahre in Folge sein, in denen manche Arten schwer in Mitleidenschaft gezogen werden. Dann kommen aber auch wieder Jahre, in denen sie zunehmen“, sagt LK-Präsident Franz Eßl.

Rund 2.300 Imker salzburgweit
Stark zunehmend ist die Imkerei in Salzburg. „80 neue Kandidaten haben wir heuer in unseren Schulungen“, sagt Obmann Imkermeister Willi Kastenauer. Diese neuen Imker werden von uns, vom Landesverein für Imkerei und Bienenzucht, in Theorie und Praxis ausgebildet. Umfassendes Wissen ist wichtig. Aufgabe eines Imkers ist es auch, die Bevölkerung zu informieren und zu schulen, was die Bedeutung der Bienen betrifft.“ In Salzburg gibt es rund 2.300 Imker, von denen einer durchschnittlich zehn Völker betreut.

"Bewusst Verantwortung wahrnehmen"
Zur Bienenzucht, Bienenpflege und zur Honigproduktion gehört vieles dazu, ohne Ausbildung ist auch diese Arbeit nicht möglich. „Das Wichtigste ist, dass den Imkern bewusst ist, welche Verantwortung sie tragen und wie sie ihre Tätigkeit bestmöglich ausführen können. Die Imker ernten nicht nur den Honig, sie hegen und pflegen die Honigbiene und sorgen somit für den Erhalt der Art. Andererseits ist natürlich die unsachgemäße Haltung von Bienen eine Gefahr für andere“, sagt Eßl.

Forderung nach einem Bienengesundheitsdienst
Er fordert einen Bienengesundheitsdienst, mit dessen Hilfe flächendeckend untersucht und vorgebeugt werden könnte.
„Die Bauern sorgen mit ihren Landwirtschaften für Bienentracht. Ohne Bauernwiesen gäbe es viel weniger Angebot. Außerdem wissen die Bauern um die Bedeutung der Bienen, die Imkerei ist ja ein landwirtschaftlicher Zweig. Das eine findet ohne das andere nicht statt.“

Pflanzenschutzmittel vor allem in Privatgärten
Auch Rupert Quehenberger, Obmann der BBK Hallein und selbst Imker, versteht die medial propagierte Gegensätzlichkeit zwischen Bienen und Bauern nicht. „Die Landwirtschaft in Salzburg bedeutet Vielfalt, Biodiversität. Kleinstrukturierte Betriebe und viele, die mit ihren Flächen am Umweltprogramm teilnehmen, versorgen die Bienen“, so Quehenberger. „Pflanzenschutzmittel sind in unserer Landwirtschaft kein Thema. Wenn, dann müssen wir einmal auf die Privatgärten einen Blick werfen. Das sind die Orte, an denen durchschnittlich am meisten Pflanzenschutzmittel gebraucht werden.“

Die Bienenweide für zu Hause - Fichtenhecken statt Tujen
Jeder, der einen Garten, Balkon oder zumindest Blumenkästen im Freien zu Hause hat, kann etwas für die Honigbienen und die Wildbienen tun. „Statt der Tuje, die zur Biodiversität in unseren Breiten nicht recht viel beiträgt, kann man zum Beispiel eine Fichtenhecke pflanzen“, sagt Josef Putz von der LK Salzburg. „Blumenwiesen oder Blumenecken statt eines Rasenmähers unterstützen Bienen.“
Die Bienen mögen Akazien und Linden und generell gilt: Je mehr veredelt eine Pflanze ist, umso weniger attraktiv ist sie für die Biene. Natürliche Pflanzen aus der Region also sind das Beste, was man den Bienen bieten kann.

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Autor:

Christa Nothdurfter aus Pinzgau

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