Im BB-Gespräch
Bergretter Gerfried Walser aus Hollersbach

Gerfried Walser beim Einsatz am 15. Jänner. Ein jungen Kanadier ist  trotz Warnungen mit seinem Snowboard ins nicht gesicherte Gelände gefahren.
  • Gerfried Walser beim Einsatz am 15. Jänner. Ein jungen Kanadier ist trotz Warnungen mit seinem Snowboard ins nicht gesicherte Gelände gefahren.
  • Foto: Bergrettung
  • hochgeladen von Christa Nothdurfter

OBERPINZGAU (cn). Der Hollersbacher Gerfried Walser ist einer von vielen Bergrettern landesweit. Schon seit über 20 Jahren ist er Mitglied bei der Ortsstelle Mittersill, welche auch für die Gemeinden Stuhlfelden, Hollersbach und Bramberg zuständig ist. Die Gruppe umfasst rund 55 Männer. Zehn der vierzig aktiven Mitglieder sind als Einsatzleiter ausgebildet - dies deshalb, weil ja nicht immer jeder kurzfristig Zeit hat.

Vermissten Snowboarder gefunden

Bei der letzten Ausrückung am 15. Jänner ging es darum, einen Snowboarder zu finden und zu bergen. Der junge Kanadier ist bei seiner Talfahrt von der Panoramabahn-Mittelstation im Gemeindegebiet von Hollersbach von der gesicherten Piste abgefahren und von seinem Vater als vermisst gemeldet worden.

"Da hat niemand etwas zu suchen!"

Warum sich Leute bei Lawinenwarnstufe 4 oder 5 in freies Gelände begeben, kann Gerfried Walser ebensowenig wie seine Kollegen nachvollziehen: "Da hat einfach niemand etwas dort zu suchen, und wenn man sich nicht auskennt, ist es noch gefährlicher", sagt er. Freilich könne grundsätzlich jeder Mensch einmal einen Fehler machen, aber wenn es dann - zum Glück nur ausnahmsweise - sogar noch Leute gibt, welche die Bergung nicht zu schätzen wissen oder die Retter sogar beschimpfen (Anm. d. Red.: so passiert im Zillertal), dann sei auch bei ihm "der Ofen aus": "Die Namen solcher Menschen gehörten veröffentlicht", sagt der Hollersbacher.

Warum wird man Bergretter?

Aber warum wird man eigentlich Bergretter, man könnte es sich doch leichter machen? Dazu unser engagierter Gesprächspartner: "Es macht viel Freude, gemeinsam mit Gleichgesinnten helfen zu können. Außerdem ist es schön zu sehen, dass bei unseren Einsätzen als Team ein Rad ins andere greift und alles so gut funktioniert. Wenn wir jemanden retten, empfinden wir große Glücksgefühle. Der Dank der Geborgenen ist groß; so zum Beispiel erhalten wir bald Besuch von einem Mann aus Deutschland, der im vorigen Winter beim Rodeln abgestürzt ist."

Die Kinder sind stolz auf ihren Papa

Wie Gerfried Walser erzählt, spielen auch die Unterstützung und das Verständnis der Familie und des Umfeldes eine wichtige Rolle: "Meine Frau ist ebenfalls berufstätig und wenn ich auf Knopfdruck jemanden brauche für unsere Kinder, die erst vier und sieben Jahre alt sind, dann kommen öfters auch Verwandte oder Freunde zum Einsatz." Und die Kinder? Die sind natürlich ganz stolz auf ihren Papa, wie dieser gerne bestätigt.

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