"Hanfomat" beim Kino in Bruck
Der Automat mit Hanfprodukten löst Besorgnis aus

Der "Hanfomat" beim Dieselkino in Bruck.
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  • Der "Hanfomat" beim Dieselkino in Bruck.
  • Foto: Bezirksblätter Pinzgau
  • hochgeladen von Christa Nothdurfter

BRUCK/PINZGAU. Seit gut einem Monat steht vor dem Dieselkino in Bruck ein sogenannter "Hanfomat". Dort gibt es per Knopfdruck verschiedene Hanf-Produkte (Blüten, Öle, Riegel usw.) zu erwerben, die sich CBD-Waren nennen. 

Die Produkte liegen im Trend

Neben dem THC, das berauschende Wirkung hat, ist CBD (Cannabidiol) ein weiterer Inhaltsstoff der Hanfpflanze. Die legalen CBD-Produkte sollen nicht süchtig machen und eine gesundheitsfördernde, positive und/oder gegen Stress helfende Wirkung haben. Dass solche Produkte im Trend liegen, zeigt ein Blick in diverse Drogeriemärkte - neben Kosmetika mit Hanf lassen sich dort unter anderem Hanf-Tees, Hanf-Riegel oder Hanf-Getränke finden. 
In Österreich dürfen nur CBD-Blüten verkauft werden, die aus einem „EU-zertifizierten Saatgutkatalog“ stammen und einen geringeren THC-Wert als 0,3 Prozent aufweisen.

"Falsches Signal der Verharmlosung"

Auch wenn die "Hanfomat"-Produkte erst ab einem Alter von 18 Jahren ausgedruckt  werden können, sieht der Brucker Bürgermeister Herbert Burgschwaiger das Ganze "als völlig falsches Signal der Verharmlosung an die Jugend, wodurch die Hemmschwelle für den Konsum verbotener Cannabisprodukte weiter sinken könnte." (Zitat Gemeindezeitung). Auch eine Pinzgauer Mutter von drei Kindern im Alter zwischen elf und 16 Jahren äußerte sich den Bezirksblättern gegenüber ähnlich und meinte, dass es Aufgabe der Politik wäre, derartige Produkte oder zumindest deren Vertrieb per Automaten zu verbieten.

"Ein Anlass, sich gut zu informieren..."

Der Brucker Johannes Schindlegger, seines Zeichens Mitarbeiter der Jugendorganisation "Akzente" und daher viel mit jungen Leuten in unserem Bezirk in Kontakt, sieht die Thematik entspannter: "Der Hanfomat beim Kino bietet sich als Anlass dazu an, dass Eltern mit ihren Kindern über Cannabis, Alkohol und andere Drogen reden und sich gemeinsam darüber informieren. Sich dafür anbietende, gute Websites sind etwa feel-ok.at oder checkit.wien.

"Ich kann die Sorgen gut verstehen"

Ein weiterer Experte - er hat ebenso wie Schindlegger Rausch- und Risikopädagogik studiert - kann Hanfomat-Sorgen von Eltern durchaus nachvollziehen und wirft einige Fragen auf: "Warum soll man solche Produkte, bei denen es vor allem auch um Geschäftsmacherei geht, den Leuten direkt vor die Nase stellen? Alles, was mit Cannabis zu tun hat, birgt offensichtlich einen gewissen ,Coolness-Faktor' in sich - und gerade Kinder und Jugendliche wollen cool sein. Und worin liegt der Sinn darin, illegale Drogen zu kopieren?"

"Auch bei Erwachsenen relativ normal..."

Der Fachmann erzählt aber auch, dass etwa 60 bis 70 Prozent der jungen Konsumenten von Cannabis oder anderen Drogen - wenn auch ungewollt - innerhalb der Familie oder im Freundeskreis der Familie mit Suchtmitteln in Kontakt kommen. "Auch im Pinzgau ist es relativ normal, dass Erwachsene aus allen Gesellschaftsschichten - darunter auch Ärzte und Unternehmer - verbotene Substanzen konsumieren. Diese Entwicklung ist schleichend passiert; da ist in der Gesellschaft vieles schiefgelaufen." Der BB-Gesprächspartner möchte wegen seiner Funktion lieber anonym bleiben und nennt nachvollziehbare Gründe dafür.

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