Reaktion auf das aktuelle Stadtblatt Saalfelden Titelthema „Maßnahmenpaket für Stadtbäume“
Falsche Darstellung der Tatsachen, aber vielleicht der Weg in die richtige Richtung?

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Seit über einem Jahrzehnt werden in Saalfelden zahlreiche Bäume innerhalb der Stadtgemeinde durch den für die Baumpflege zuständigen Wirtschaftshof mit Radikalschnitten versehen, dh die Kronen werden fast vollständig gekappt, nur wenige Hauptäste bleiben bestehen.

Beschwerden aus der Bevölkerung wurden und werden zurückgewiesen, Hauptanliegen sei die Verkehrssicherheit der Bäume.
Diese Verstümmelung der Bäume macht einen immer noch radikaleren Nachschnitt erforderlich, da dadurch faule Bereiche im Baum entstehen. Die Äste, die nachwachsen schießen in die Höhe und bleiben dünn.
Diese Bäume sind nicht nur optisch erbarmungswürdig, sie büßen auch einen Großteil ihres ökologischen Werts ein – Vögel können nicht mehr nisten, Blätter fehlen oft zur Gänze, ein Lebensraum wird zerstört.
Diese Baumschnitte sind bis jetzt ohne jede Fachkenntnis erfolgt, mit enormen Schäden, wie wir jetzt endlich alle erkennen dürfen. Inoffiziell werden Fehler dabei eingeräumt, die offizielle Darstellung dürfen wir diese Woche im Stadtblatt lesen.
Die Österreichischen Bundesforste wurden mit der Begutachtung beauftragt, sicher eine für die Zukunft wichtige Investition. Richtig genutzt, kann das dem Baumbestand in Saalfelden helfen.
Was im Stadtblatt allerdings verschwiegen wird ist die Tatsache, dass die erste Schlussfolgerung der Bundesforste 2018 ein vernichtendes Zeugnis für die geleistete Baumpflege abgibt!
Obwohl nun der Vorwurf einiger Bürger, dass hier völlige Willkür und fehlende Fachkenntnis die Zerstörung der Bäume mit sich bringen, bestätigt wurde, wurden weiter Kronen gekappt. Es kann Jahre dauern, bis sich zB die Pappeln an der Hundewiese wieder erholen, unerklärlich was hier in den Köpfen der Verantwortlichen und Ausführenden vorgeht (letztes Bild der Galerie)

Im Stadtblatt ist davon nichts zu lesen. Was kostet die jetzige Schadensbegrenzung? Wer zahlt die Arbeitsstunden, in denen die Bäume zerstört wurden? Sich jetzt als Retter der Bäume darzustellen ist mehr als unseriös. Und die Einstellung, dass ein Baum in erster Linie verkehrssicher sein muss ist alles andere als zeitgemäß.

Die Neupflanzungen laufen übrigens genauso chaotisch wie die Pflege im letzten Jahrzehnt: junge Bäume werden unter alte gepflanzt, Jahre später wieder ausgegraben, der durch die Bundesforste empfohlene Mindestabstand von 12 Metern schon mal um 11 Meter unterschritten! Auch dies keine Einzelfälle.
Auch über die Menge der Bäume, die nachgepflanzt werden hört man verschiedenste Aussagen – davon abgesehen, dass man nicht einen alten Baum durch nur einen neuen Baum ersetzen kann. Ein weiteres Zeichen für das fehlende Umweltbewusstsein der Verantwortlichen in der Stadtgemeinde.
Für einige im Stadtblatt erwähnten Neupflanzungen am Postplatz wurden 1 x 1m Löcher in den Asphalt geschnitten, die Krone des Bäumchens vor dem Kunsthaus Nexus war auch nach einer Woche noch zusammengebunden, natürlich bis hin zum Stamm zugepflastert. Achtsamkeit sieht anders aus.

Diese Vorgehensweise muss sich ändern, ein Umdenken bei den Verantwortlichen in Saalfelden ist überfällig. Auch der Baumkataster kann eine solch gestrige Einstellung nicht ändern, höchstens dokumentieren.
Es bleibt nur zu hoffen, dass die im Stadtblatt gepriesenen Neupflanzungen am Postplatz nicht schon bald aus Gründen der Verkehrssicherheit ohne Äste dastehen. Mögen die Vernunft und das Herz siegen, das wäre allen Beteiligten inklusive denen mit Blättern zu wünschen.

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