Vortrag
Kritischer Blick auf touristische Entwicklungen

Professor Kurt Luger mit Sabine Oman vom Bildungszentrum Saalfelden
  • Professor Kurt Luger mit Sabine Oman vom Bildungszentrum Saalfelden
  • hochgeladen von Gudrun Dürnberger

Universitätsprofessor Kurt Luger zeigt Probleme bei der Vermarktung von Tourismusregionen auf.

SAALFELDEN. Gleich drei Vorträge an den Volkshochschulen Mittersill, Zell am See und Saalfelden hat Dr. Kurt Luger, Professor an der Uni Salzburg, diese Woche absolviert. Er ist unter anderem Vorsitzender des Instituts für Interdisziplinäre Tourismusforschung und sitzt auch im Aufsichtsrat der SalzburgLand Tourismus (SLT). Seine Anregungen würden dort aber leider wenig Gehör finden, erklärte Luger in Saalfelden. Der Professor weist sehr eindringlich auf die Gefahren des Tourismus hin und macht sich damit nicht nur Freunde.

Hoher Preis für den Wohlstand

"Die Universität hat bereits vor zehn Jahren einen Masterplan für den Oberpinzgau erstellt. Nichts davon wurde realisiert", berichtete Luger. Der Tourismus habe den Regionen großen Wohlstand gebracht, allerdings um den Preis der Zerstörung des dörflichen Charakters. "Die Vermarktung lebt von den schönen Bildern: Niemand würde zum Beispiel eine Postkarte von Schüttdorf verschicken, das wäre ja 'Guerilla-Marketing'", so Luger. "Es gibt hier vieles, was sehr 'schiach' ist. Wie will man sich in Zukunft noch als Erholungsregion verkaufen?" fragte der kritische Professor. Er würde auch keine Erfolgsmeldungen über steigende Nächtigungszahlen veröffentlichen, da das Wachstum nicht mehr positiv besetzt sei. Schließlich müsste auch der Personalmangel im Dienstleistungsgewerbe berücksichtigt werden. Man könne nicht mit der heimischen Kulinarik werben, wenn überall die Köche fehlen.

Gegner von Chalets

Kurt Luger spricht sich auch vehement gegen den Bau von Chaletdörfern aus: "Das ist ein drastischer Eingriff, der eine Negativspirale in Gang setzt und durch die Verteuerung der Grundstücke und fehlenden Wohnraum für Einheimische die Abwanderung unterstützt." Das wolle genauso niemand hören wie die Herausforderungen, die durch den Klimawandel entstehen werden. "Der Aufwand, um weiter schifahren zu können, wird enorm steigen." Und damit auch die Belastungen - ein wahrer Teufelskreis.

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