Corona
Saalfelden demonstriert gegen strenge Lockdown-Maßnahmen

Die Demonstranten fordern die Wiedereröffnung von lokalen Geschäften.
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  • Die Demonstranten fordern die Wiedereröffnung von lokalen Geschäften.
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Vor Kurzem protestierte man am Rathausplatz in Saalfelden gegen das Sperren der lokalen Geschäfte und der Gastronomie. Doch eine Öffnung der Wirtschaft könnte zu steigenden Infektionszahlen führen, was die Ausnahmesituation an den Krankenhäusern weiter verschärfen könnte. 

SAALFELDEN. Mit dem zweiten Lockdown kamen große Hürden für die regionale Wirtschaft einher. Diese Hürden spalten die Gesellschaft in zwei Lager – die, die den Lockdown befürworten und die, die aufgrund der zu erwartenden wirtschaftlichen Folgen gegen ein Zusperren der Geschäfte sind. Am 26. November gingen in Saalfelden deshalb einige Leute auf die Straße, um gegen den Lockdown zu protestieren und so ihren Unmut Gehör zu verschaffen.

Kein Anti-Corona Protest

"Wir protestieren gegen die Schließung der Geschäfte und gegen die Schließung der Gastronomie, weil wir glauben, dass diese Maßnahmen unverhältnismäßig sind. Mit Masken und Abstand könnten wir die Geschäfte offen lassen und trotzdem die Sicherheit gewährleisten – damit meinen wir nicht Diskotheken und Bars. Mit der Schließung der Geschäfte wird unsere Lebensgrundlage vernichtet. Das ist keine Anti-Corona Demonstration. Wir erkennen die Gefahren des Corona-Virus, es geht nur um die Maßnahmen, die wir unverhältnismäßig finden. Deshalb wollen wir hier ein Zeichen setzen", erklärt Hans Streitberger, Initiator des Protestes in Saalfelden.  

"Mit Masken und Abstand könnten wir die Geschäfte offenlassen und trotzdem die Sicherheit gewährleisten könnten", erklärt Hans Streitberger.
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Zum Dialog bereit

"Wir haben uns den ganzen Sommer über seit der Wiederöffnung der Geschäfte an die Maßnahmen gehalten. Mit Maßnahmen – Abstand und reduzierte Besucherzahlen – wäre eine Offenhaltung der Geschäfte und der Gastronomie möglich. Wir hoffen, dass es am 7. Dezember für uns wieder weiter geht, können aber, wie auch die anderen, nicht sagen, ob das möglich sein wird. Sollte das nicht der Fall sein, ist das natürlich auch ein Protest gegen künftige Lockdowns. Wir sind jederzeit für einen Dialog bereit und hoffen, dass wir auch auf hoher politischer Ebene gehört werden", so Streitberger abschließend.

Zweischneidiges Schwert

Der Protest bringt genau einen Punkt auf, der in diesen Tagen immer wieder für Furore sorgt. Der Lockdown verlangsamt die Ausbreitung des Corona-Virus – schadet aber gleichzeitig der regionalen Wirtschaft. Vor allem lokale Geschäfte haben darunter zu leiden. Bei einer Öffnung dieser Geschäfte würde wohl das Infektionsrisiko steigen und die Kurve wieder nach oben klettern, was Krankenhäuser vor eine kaum lösbare Aufgabe stellen könnte. 

Die heimischen Krankenhäuser laufen schon jetzt auf Hochbetrieb.
  • Die heimischen Krankenhäuser laufen schon jetzt auf Hochbetrieb.
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Krankenhäuser vollbringen wahren Kraftakt

Obwohl die Neu-Infektionszahlen in den letzten Wochen von fast 10.000 auf rund 5.000 pro Tag gesunken sind, ist die Situation in den Krankenhäusern landesweit weiterhin angespannt. 

"Die Situation an unseren Krankenhäusern ist extrem kritisch. Wir haben derzeit 50 positiv auf das Corona-Virus getestete Patienten und mussten schon auf anderen Stationen Platz machen, um diese schwer kranken Patienten behandeln zu können. Es wird ein fast unmenschlicher Aufwand von unserer Belegschaft benötigt, um einen halbwegs normalen Betrieb zu erhalten. Ärzte und Pfleger stehen vor einer emotionalen, physischen und psychischen Herausforderung, wenn sie – wie in der letzten Zeit – oft zwölf Stunden am Tag mit Corona-Patienten zu tun haben", erklärt Rudolph Pointner, ärztlicher Direktor des Tauernklinikums.

Soziale Kontakte minimieren

Laut Rudolph Pointner sei der Lockdown notwendig, um die ohnehin schon am Limit agierenden Krankenhäuser nicht komplett zu überlasten. 
"Das Virus verbreitet sich, wenn sich Menschen begegnen. Das  "von Mensch zu Mensch Weitergeben" des Virus wird durch den Lockdown unterbunden. Wenn es den Lockdown nicht geben würde und sich Menschen wieder öfters sehen, könnte sich das Virus besser verbreiten und die Infektionszahlen so nach oben treiben", befürchtet Rudolph Pointner.

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