Natur, Naturschutz und Naturbeobachtung
Schwere Zeiten für Hummeln und Co

Eine Königin der Art Bombus argillaceus (Tonerde- oder Sonnenhummel) beim Anflug auf Rote Taubnesseln.
  • Eine Königin der Art Bombus argillaceus (Tonerde- oder Sonnenhummel) beim Anflug auf Rote Taubnesseln.
  • Foto: eigenes Bild vom 17.5.2019
  • hochgeladen von Guntram Hufler

Das war schon ein außergewöhnliches Frühjahr 2019!
Der kaum gefrorene Boden beschleunigte die Schneeschmelze und auch das Abrinnen der Wasser. Mit dieser Feuchtigkeit konnte die Natur den Start vollziehen. Und dann? Alles blieb stehen. Die Feuchtigkeit schwand aus den Böden und die hohen Temperaturen trockneten das Land aus.
Die Pflanzen wurden im Wachstum „eingebremst“ und es entwickelten sich kaum Blüten.
Durch die hohen Temperaturen wachte aber die Insektenwelt auf und suchte vergeblich nach ausreichender Nahrung.
Entgegen den Honigbienen, die als Volk überwintern, kommen bei den Wildbienen (dazu zählen auch die Hummeln) nur Königinnen aus ihren Winterverstecken. Zunächst brauchen sie Nektar für den Eigenbedarf, um zu Kräften zu kommen. Erst danach können sie sich an die Gründung eines Nestes machen.
Ich konnte beobachten, dass bereits – insbesondere Erdhummeln und Ackerhummeln – mit der Nestgründung begannen. Es ist ein untrügerisches Zeichen, wenn Hummelköniginnen Pollenhöschen tragen. Damit sorgen sie für einen bereits heranwachsenden Nachwuchs.
Und dann kam die Kälte und der Regen. Ja auch Schnee bis in die Täler. Gehen Temperaturen einmal unter 4 Grad (plus), können auch Hummeln nicht mehr ausfliegen. Bald werden die Nahrungsvorräte im Nest erschöpft gewesen sein. Für mehr als 2-3 Tage gibt es in einem solchen Nest nur Reserven!
Der Tod wird reihenweise eingetreten sein.

Umso erfreulicher, dass nun nach dieser Kälteperiode doch wieder etwas summendes Leben auf die Wiesen eingezogen ist. Für mich sehr auffällig, dass aktuell kaum Erdhummeln zu sehen sind. Es fliegen auch nur wenige Ackerhummeln. Hoffentlich bessert sich das noch.
Jene Hummeln, die aber als „Spätstarter“ im Jahr gelten, konnten diese schlechte Phase aber offensichtlich übertauchen.
Bombus argillaceus (Tonerde- oder Sonnenhummel) ist neben der Gartenhummel (Bombus hortorum) bei uns die größte Hummel und zählt zu den Spätstarten. Sie benötigt für den Start größere Bestände an Lippenblütler. Taubnesselflächen bieten sich da besonders an und die begannen nun nach der Schlechtwetterphase schlagartig zu blühen.
Die Freude ist große, dass ich diese außergewöhnliche Hummel wieder im Saalfeldner Becken beobachten kann. Sie sollte aber auch im gesamten Zeller Raum und hinauf in den Oberpinzgau in sonnigen Lagen mit reichlich Taubnesselbeständen anzutreffen sein. Sie ist bei uns nicht häufig! Aber sie ist da. Und das soll so bleiben!
Liebe Landwirte! Solltet Ihr solche Taubnesselflächen auf euren Weiden haben (an Böschungen, an Buschhalden) haben, lasst sie bitte über die erste Mahd hinaus stehen. Unsere Bienen- und Hummelpopulationen könnten sich so am ehesten wieder erholen!

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