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"Traum und Wirklichkeit" - Alfred Kubin im Lohninghof

Die Ausstellungseröffnung im vollbesetzten Veranstaltungssaal des Lohninghofes lockte viele interessierte Besucher an.
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  • Die Ausstellungseröffnung im vollbesetzten Veranstaltungssaal des Lohninghofes lockte viele interessierte Besucher an.
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THUMERSBACH. Im "Beverly Hills" von Zell am See, wie Bgm. Peter Padourek den Lohninghof bezeichnete, wurde am vergangenen Donnerstag die Dauerausstellung "Traum und Wirklichkeit" mit 67 Exponaten des Künstlers Alfred Kubin eröffnet. Durch die Initiative von Elisabeth Brücke-Schmid, Peter Brücke und Peter Wittner konnten mit Unterstützung von TVB, Leader und der Gemeinde die Werke dieses mit Zell am See besonders verbundenen Künstlers der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Kindheit in Zell am See

Kubins Kindheit im zweiten Stock des Hauses Kirchgasse 2 war von prägender Bedeutung für ihn und sein Werk, wie er selber in seinen Erinnerungen ausführt: "Ich war (...) mit allen Insassen des Marktes meiner Kindheit bekannt. Die Bilder, die ich (...) sah, versanken in der Tiefe meines Bewußtseins (...) und haben meine Phantasie unauslöschlich geprägt." Ferdinand und Heidi Altnöder ließen in einfühlsamer Weise den Künstler selbst zu Wort kommen und schufen mit ihrer Einführung einen Rahmen, in dem der starke lokale Bezug der Ausstellungsstücke zur Geltung kam: "Wir wünschen uns, dass Kubin in Zell am See mehr bekannt wird - schließlich hat er von 1883 bis 1898 hier gelebt und wesentliche Inspirationen für sein Werk empfangen."

Teil der "Perlenkette"

Dem überregionalen "Weg der Kostbarkeiten" wurde mit der Ausstellung eine weitere "Perle" hinzugefügt. Hermann Mayerhofer, Initiator dieses Kunst-Pilgerweges: "Unsere Region ist reich gesegnet mit großartigen Künstlern, die hier gelebt und gearbeitet haben - das wollen wir zeigen." Die Ausstellung ist von Mi. bis So. von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Kommentar zur Ausstellung:

Die Welt, aus der die Kunst entsteht

Kunst entsteht nicht im luftleeren Raum - sie schöpft, auch wenn sie im Letzten unerklärlich bleibt, aus dem Umfeld und dem persönlichen Erleben des Künstlers, aus einer konkreten Realität. Im Fall von Alfred Kubin waren die Eindrücke, die er als Kind in Zell am See empfing, wesentliche Nahrung für seinen schon früh erkennbaren lebhaften Gestaltungstrieb. Uns berührt es eigentümlich, in Kubins Bildern eine längst vergangene Realität in eigentümlicher Verfremdung zu sehen - Menschen, die lange tot sind, Häuser, die es nicht mehr gibt. Die Faszination, die von den im Lohninghof ausgestellten Zeichnungen ausgeht, beruht nicht nur auf dem Empfinden, den Werken eines großen Künstlers gegenüber zu stehen, sondern besonders auf dem Erkennen vertrauter Dinge in künstlerischer Gestalt: das Kitzsteinhorn, vor dessen Kulisse Kubin sich und Freund Anton Faistauer 1918 abbildet (vgl. Bild re.), den See, in dem er sich schwimmend malt und vor dem er retrospektiv auch sich mit seiner Familie abbildet, den Friedhof, wo er am Grab seiner Mutter versuchte, sich das Leben zu nehmen, die Kirche - bekannte Orte für uns, die - aus der Perspektive des Künstlers gesehen - eine völlig neue Dimension gewinnen. Die Bewahrung historischer und künstlerischer Schätze erscheint unter diesem Aspekt nicht als Selbstzweck, sondern als Versuch, diese Region, die uns allen so lieb ist, in einem tieferen Sinn zu erfassen. Heute können wir auf Knopfdruck in kürzester Zeit unser Umfeld beinahe beliebig oft abbilden - die Intensität und Aussagekraft des Zeichnerischen erreichen wir damit aber nicht.

Autor:

Eike Krenslehner aus Pinzgau

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