Gütesiegel "FeierFest"
Vorbildlich: Vätertag und Motorradfestival

FeierFest-Gütesiegel für "Newchurch" und "Daddy's Day": Robert Möschl (Obmann Tourismusverband Neukirchen) , Ingrid Maier-Schöppl (GF Tourismusverband Neukirchen & Bramberg) und Christoph Voithofer-Galgoczy mit Daniela Voithofer (Daddy's Day),
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  • FeierFest-Gütesiegel für "Newchurch" und "Daddy's Day": Robert Möschl (Obmann Tourismusverband Neukirchen) , Ingrid Maier-Schöppl (GF Tourismusverband Neukirchen & Bramberg) und Christoph Voithofer-Galgoczy mit Daniela Voithofer (Daddy's Day),
  • hochgeladen von Gudrun Dürnberger

ZELL AM SEE. Kein Alkohol bei einer großen Veranstaltung im Pinzgau? Für viele unvorstellbar. Es würden keine Besucher kommen, man müßte mit großen Umsatzeinbußen rechnen, die Leute hätten keine Freude so - und so ähnlich lauten die Befürchtungen der Veranstalter.

Keine Promille

Christoph Voithofer-Galgoczy hat heuer beim "Daddy's Day" in Zell am See bewiesen, dass nichts davon eintritt. "Wir mußten nicht lange überlegen, ein Familientag und Alkohol passt einfach nicht zusammen. Für uns stand an diesem Tag im Vordergrund, dass Väter Zeit mit ihren Kindern verbringen und nicht herumhocken und Bier trinken" erklärt er seine Entscheidung, beim "Daddy's Day" keinen Alkohol auszuschenken. "Manche Besucher waren schon baff, aber eigentlich war das kein großes Thema", schildert Schwägerin Daniela Voithofer. "Es gab eher Diskussionen über die fünf Euro für den Eintritt". Obwohl dafür die Kinder alle Spiele auf den 2000 Quadratmetern in der Eishalle gratis benutzen durften, und der Erlös an drei bedürftige heimische Familien gespendet wurde. 70 freiwillige Helfer, darunter 30 Schüler der HAK Zell am See, halfen bei der Abwicklung der Veranstaltung.

Gütesiegel verliehen

Diese wurde so perfekt durchgeführt, dass ihr nun der Gütesiegel "FeierFest" verliehen wurde. Nach dem "Club of New Church" in Neukirchen und der Landwirtschaftlichen Fachschule Bruck für ihren vorbildlichen Abschlussball ist das erst die dritte Veranstaltung, die sich mit dieser Auszeichnung schmücken darf. "Für das Gütesiegel wird nicht vorausgesetzt, dass es keinen Alkohol gibt, aber es muss einen achtsamen Umgang damit geben", so Johannes Schindlegger von akzente Salzburg. Dazu gehört selbstverständlich dass das Jugendschutzgesetz streng eingehalten, und das Alter der Besucher kontrolliert wird. Es darf auch keine Lockangebote für preiswerten Alkohol geben, der Veranstalter muss günstige alkoholfreie Getränke anbieten. Weitere wichtige Kritierien für "FeierFest" sind ausreichend geschultes Ordnungspersonal, ein attraktives Programm und die Organisation eines sicheren Heimbringerdienstes. Diese Bedingungen hat der "Club of New Church" in Neukirchen bereits 2017 erfüllt und hat sie auch heuer wieder eingehalten. Die coole Bike-Veranstaltung, bei der das ganze Dorf involviert ist, hat das Gütesiegel daher bereits zum 2. Mal bekommen.

In der Bezirkshauptmannschaft Zell am See wurde vor kurzem die Prämierung vorgenommen. Regionalmanager Michael Payer betonte dabei, dass diese Auszeichnung einer strengen Kontrolle unterliege. "Wir haben viele Ansuchen, aber wir prüfen das sehr genau. Es ist nicht einfach, das Gütesiegel zu erreichen, um die erforderlichen Kriterien umzusetzen braucht es Erfahrung und gutes Coaching. Wir wollen ja niemand auszeichnen, der das nicht verdient", so Payer. Er habe großen Respekt vor den Veranstaltern, die perfekte Feste organisieren und sich für das Siegel qualifizieren.

Randalierern keine Chance

Das Team vom Tourismusverband Neukirchen hat jahrelange Erfahrung - 13 Mal wurde dieses große Motorrad-Festivals Europas, das 2018 mehr als 13.000 Besucher zählte, bereits durchgeführt. Es wurde von Anfang an viel unternommen, um ein qualitätsvolles Fest zu bieten. Kurzfristig habe man sogar überlegt, die einheimischen Jugendlichen auf ein anderes Fest zu locken, berichtet Robert Möschl, Obmann des Tourismusverbandes. Inzwischen habe man ein Niveau erreicht, dass nicht einmal der Blumenschmuck direkt vor der Hauptbühne kaputt wird. Randalierende betrunkene Jugendliche sind in Neukirchen kein Thema mehr. 

Alkohol gehört zwar dazu, steht aber nicht im Vordergrund. "Motorradfahrer kommen nicht um zu trinken", meint Ingrid Maier-Schöppl (GF TVB Neukirchen & Bramberg). Es gibt ein ausgeklügeltes System mit professionellen und ehrenamtlichen Securities, ein anspruchsvolles Programm, damit die Gäste beschäftigt sind und der (Nicht-) Alkoholausschank funktioniert an jeder Bar. Das wurde von Mitgliedern des Gütesiegel-Komitees persönlich kontrolliert. 

Kein finanzieller Verlust

Vorbehalte gegen solche Auflagen gibt es immer wieder, aber: „Die Vorteile liegen auf der Hand“, weiß Bürgermeister Johann Warter, Vorsitzender der Bürgermeisterkonferenz im Pinzgau. „Es erhöht die Sicherheit der Gäste, erleichtert den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Arbeit und fördert das positive Image." Als Bürgermeister befinde man sich immer in einem Spannungsfeld. Es sei wichtig, das im Ort etwas passiert, und die Vereine durch ihre Feste finanzielle Polster bekommen. Aber wenn um 23 Uhr die Polizei kommen müsse, sei das ein schlechtes Signal. "Zu starker Alkoholkonsum ist keine Gaudi und macht ein Fest nicht besser. Es ist eine große Erleichterung für uns Bürgermeister, dass es die Initiative 'FeierFest' gibt. Wie die bisher ausgezeichneten Vorbilder beweisen, ist es möglich, trotz 
der Auflagen großartige Feste zu feiern," so Warter. 

Auch das häufig vorgebrachte Argument, die Sorge vor einem geringeren Gewinn, kann Warter entkräften: „Erfahrungen haben gezeigt, dass es meistens zu keinen finanziellen Einbußen kommt. Einerseits verringern sich die Kosten für Schäden und Reinigung, andererseits bleiben viele Gäste, die sich durch das Verhalten alkoholisierter Gäste gestört fühlen, länger auf der Veranstaltung.“ Auch der Umsatz mit Speisen erhöht sich in vielen Fällen.

„Feste sind ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur und des Vereinslebens. Eine neue Festkultur im Pinzgau soll aus Festen und Veranstaltungen unvergesslich schöne Erlebnisse machen“, meinte  Bezirkshauptmann Bernhard Gratz.

Gute Aussichten

Jungvater Christoph Voithofer-Galgoczy hat bereits große Pläne für das nächste Jahr. Der "Daddy's Day" wird erneut stattfinden, soll aber sogar noch größer werden, mit noch mehr Spielen. "Wir planen eine eigene Raucherecke und eine Gelegenheit zum Stillen und Wickeln, daran haben wir diesmal leider nicht gedacht. Auch für Hunde werden wir eine Lösung finden, da manche Eltern mit Hund und Kind nur abwechselnd hineingehen konnten."  Ein Organisator mit viel Herz und Engagement, der vermutlich auch nächstes Jahr das Gütesiegel erhalten wird. 

Veranstalter, die sich für eine Auszeichnung interessieren, können Kontakt mit Johannes Schindlegger aufnehmen: pinzgau@akzente.net.

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