COVID-19
Zwischen Hoffen und Bangen: Rückkehrflug nach Europa

Die österreichische und deutsche Botschaft vereint gelang es in der ohnehin sehr angespannten Lage in Kenia von der kenianischen Regierung die Landungsrechte für die Evakuierungsflüge zu erwirken. Der letzte Evakuierungsflug erfolgte von Mombasa aus (gelegen direkt südlich an der Ostküste von Kenia) mit über 270 gestrandete Personen verschiedener Nationen nach Frankfurt. Ich war einer von den Gestrandeten. Aber, wie war es dazu gekommen?

Ursprünglich kam ich mit einer Mission Ende Jänner dieses Jahres nach Rusinga Island am Lake Victoria (weltweit einer der grössten Süsswassersees) und gründete ein Team aus dortigen Einwohner. Dieses Team hat sich entschlossen proaktiv gegen deren widrigen Lebensumstände und aktiv gegen den illegalen Handel mit Wildtieren, Wilderei und illegal Abforstung, anzukämpfen.

Mitte März als in Europa bereits Einschränkungen anliefen und viele Menschen mit abrupter Veränderung in deren Leben zu kämpfen hatten, erlebten die Menschen gegensätzlich in Afrika den gewohnten Tagesablauf. Dies änderte sich schlagartig als die ersten Personen in Nairobi positiv auf COVID-19 getestet wurden. Schnell wurde von der kenianischen Regierung deren Ursprung durch die ankommenden Passagiere auf den internationalen Flughäfen festgestellt und deren Reaktion waren angedrohten Schliessungen von ab und ankommenden internationaler Flüge, der Schulen und Verbote von Veranstaltungen mit grösserer Personenanzahl.

Das österreichische Aussenministerium hatte zu diesem Zeitpunkt alle Österreicher im Ausland zur Reiseregistrierung aufgerufen, im Falle einer nötigen Evakuierung. Meinen ursprünglichen Abflug Ende April hatte ich einen Monat vorverlegt nach Rücksprache mit der österreichischen Botschaft in Nairobi. Ich spürte zusehends, wie Angst und Unsicherheit sich bei den Bürgern breit machte, im speziellen die im ländlichen wohnenden Gebieten. Keine Unterstützung der kenianischen Regierung war zu erwarten, sei es in finanzieller und/oder gesundheitlicher Aspekt. Die kenianischen Bürger leben von der Hand in den Mund.

Die Schliessung aller internationaler Flüge erfolgte innerhalb kürzester Zeit. Für viele Betroffene und auch für die österreichische Botschaft in Nairobi wurde die Situation erschwert und erforderte schnelles Umdenken. Die Informationen von den betroffenen Fluglinien erfolgten an die Passagiere verspätet oder wie in meinem Fall gar nicht. Mit dem Nachtbus begab ich mich nach Nairobi um die letzte Maschine nach Europa erwischen zu können. Das Flugticket von Kenya Airways kostete $3000.
Ungefähr 100 Passagiere, die auf der Liste der Botschaften standen, hatten für diesen letzten kommerziellen Flug nach Europa eingecheckt und das Gepäck aufgegeben.
Zwei Stunden später wurde dieser Flug von Kenya Airways annulliert und liessen alle Passagiere im Ungewissen und ohne weitere Informationen. Der Versuch ein Ticket bei anderen Fluglinien zu ergattern, scheiterte. Es war bereits spät in der Nacht und die Passagiere wurden aufgefordert sich in eine Halle zu begeben und zu warten. Gestresst, verzweifelt und die Ungewissheit wie es weitergeht, nagte an uns alle. In einer Reihe, mitunter viele Kinder, wurden wir aus dem Flughafen eskortiert, von Militär erwartet und überprüft. Dies sollte wohl dem Zweck dienen uns von den ankommenden Passagieren zu trennen.

10 lange Tage von Bangen und Hoffen, Kenia doch verlassen zu können, wurde mir ein Ticket zugesprochen für die letzte Maschine von der Lufthansa, organisiert von der österreichischen und deutschen Regierung. 270 Seelen an Board landeten sicher am 04.April 2020 im Frankfurter Flughafen. Einen grossen Dank an die Botschaften, das österreichische Aussenministerium, an das Team der Sbg. Landesregierung Dr. Wilfried Haslauer und an meine Geschwister Barbara und Manfred, für Ihren unermüdlichen Einsatz mir in dieser Lage beizustehen.

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