Zwistigkeiten und kein Kapellmeister: Die Krimmler Musikanten spielen nicht mehr

Krimmler Musikanten bei einem der Almabtriebsfeste. Hier war die Welt - zumindest nach außen hin - noch in Ordnung
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  • Foto: Volkmar Zobl
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KRIMML (cn). Die örtliche Kapelle wurde im Jahr 1898 gegründet. Seit dieser Zeit hat sie sich nur zweimal zwischenzeitlich aufgelöst und zwar während der beiden Weltkriege.
Diesmal ist es zum Glück kein so schreckliches Ereignis, das zur aktuellen Situation geführt hat: Wie es aus Insider-Kreisen heißt, habe der Kapellmeister das Handtuch geworfen, weil Mitglieder teils zu spät bzw. nur noch sporadisch zu den Proben und Ausrückungen erschienen seien. Doch schon zuvor habe es innerhalb der Truppe jahrelang schwelende Konflikte gegeben.

Der Bürgermeister als Mediator

Bürgermeister Erich Czerny ging auf die konkreten Hintergründe nicht ein, meinte aber sinngemäß: "Ich trete in dieser Sache sozusagen als Mediator auf und das letzte gemeinsame Gespräch hat mich für die nähere Zukunft positiv gestimmt. Grundsätzlich musizieren die Krimmler Musikanten sehr gerne und vermissen auch die Kameradschaft. Ich bin optimistisch, dass das Ganze schon bald wieder auf Schiene gebracht werden kann. Die jetzige Situation ist bereits im Herbst 2015 eingetreten."
Auf die Frage, ob es wahrscheinlich sei, dass der ehemalige Kapellmeister seinen Platz wieder einnimmt, meint Czerny: "Das kann ich nicht sagen. Aber falls nicht, müsste man sich wohl von den hohen Ansprüchen an die Kapellmeister verabschieden. Wir haben hier in Krimml derzeit niemanden, der die Kapellmeisterprüfung absolvieren möchte."

"Gesellschaftlicher Wandel"

Der Ortschef spricht auch vom gesellschaftlichen Wandel sowohl im beruflichen als auch im familiären Bereich, der sich in den verschiedensten Vereinen - so eben auch bei der Anton Wallner Musikkapelle - bemerkbar macht.

Statement vom Bezirkskapellmeister

Bezirkskapellmeister Florian Madleitner zum Thema: "Die Ansprüche an das Kapellmeisteramt dürfen keinesfalls reduziert werden. Das Niveau unserer Kapellen darf nicht sinken, die Prüfungen sind wichtig. In Viehhofen gab es auch eine Zeitlang keinen Kapellmeister, aber dort hat man sich mit Vertretungen aus den Nachbargemeinden zu helfen gewusst. In Krimml ist das Ganze offenbar komplizierter, aber man hat mich in das Ganze leider nicht eingebunden."

Autor:

Christa Nothdurfter aus Pinzgau

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