Fusch: Ein großer Tag für den Bürgermeister außer Dienst

LH-Stv. Wilfried Haslauer, Maria Madreiter, Leo Madreiter, Bgm. a. D.
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FUSCH. Am 31. Oktober 2014 fand die Verleihung der Ehrenbürgerschaft an Leonhard Madreiter, sowie die Verleihung des Großen Verdienstzeichens des Landes Salzburg statt.

Neben Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer waren Landesrat Josef Schwaiger, Gemeindebundpräsident Prof. Helmut Mödlhammer, zahlreiche Pinzgauer Bürgermeister, sowie Vertreter der verschiedensten Behörden und Institutionen gekommen, um Bürgermeister a.D. Leonhard Madreiter für sein Engagement als Bürgermeister zu würdigen.

Leonhard Madreiter war 23 Jahre Bürgermeister von Fusch und insgesamt 25 Jahre in der Gemeindevertretung tätig.

Viele Fuscher Vereine waren angetreten, um die zahlreichen Ehrengäste und Leonhard Madreiter samt Familie in die Pfarrkirche Fusch zu begleiten, in welcher der Festakt abgehalten wurde.

Herrn Bgm. a.D. Leonhard Madreiter wurde durch Bürgermeister Hannes Schernthaner, Vizebürgermeister Albert Franz Scherer und Herrn LH Wilfried Haslauer die Ehrenbürgerschaftsurkunde der Gemeinde Fusch feierlich überreicht.

Ebenso wurde ihm ein Bild der Künstlerin Christine Ernst überreicht, welches den Dorfbrunnen von Fusch, samt der dahinter befindlichen Kirche zeigt.

Die Brunnenanlage wurde ebenfalls in Leonhard Madreiter Brunnen umbenannt und steht als Symbol für die Arbeit der Dorfgestaltung, welche eines der ersten großen Projekte in Leo´s Amtszeit als Bürgermeister von Fusch war.

Nach den Honorierungsreden von Bürgermeister Hannes Schernthaner und Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer wurde dem Bgm. a.D. durch den Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer die große Ehre erwiesen und das Große Verdienstzeichen des Landes Salzburg für seine langjährige Tätigkeit verliehen.

Nach dem Festakt wurde bei bester Laune die Ehrenbürgerschaft im neuen Multihaus gefeiert.

Text & Fotos: Gemeinde Bruck

Nachfolgend die Laudatio von Bgm. Hannes Schernthaner

Mit diesem Eintrag ins Meldebuch, am 8. September 1963 begann die Ära von Leonhard Madreiter bei uns in Fusch.
Die erste berufliche Station als Lehrer war die Volksschule Fusch. Leo fasste mit seiner geselligen und aufgeschlossenen Art sehr rasch in der Dorfgemeinschaft Fuß. Leo war Organist, Kirchenchorleiter, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr und insgesamt 30 Jahre Obmann vom Union Sportklub.
1989 begann Leos politische Karriere und er wurde unter Siegfried Embacher Vizebürgermeister. Als Siegfried zum Landwirtschaftskammerpräsident nach Salzburg geholt wurde, ist Leo 1991 einstimmig von der Gemeindevertretung zum Bürgermeister gewählt worden.

Mein erster Anknüpfungspunkt mit dir, war wie bei rund 2500 anderen Fuschern die Schule. Ihr habt richtig gehört Leo Madreiter hat rund 2500 Fuscher unterrichtet bzw. war in der Hauptschule deren Direktor.
Du warst ein leidenschaftlicher Pädagoge und hast dann als Direktor die Hauptschule Bruck am Anfang der Computerzeit zum Vorreiter im Bundesland Salzburg gemacht.
Du hast immer wieder lustige Begebenheiten aus deiner Lehrerzeit erzählt:
Eine ist mir besonders in Erinnerung geblieben:
Du hast 2 Burschen beim Rauchen ertappt!
Die beiden Jungs haben dich gesehen und die brennende Zigarette im Hosensack versteckt, du hast das bemerkt und die beiden solange in ein Gespräch verwickelt, bis die Hose immer mehr zu Rauchen begann und die beiden schlussendlich aufgegeben haben und die Zigaretten zu Boden warfen.
Diese Aktion spiegelt einmal mehr deinen humorvollen Charakter wieder-

Unsere nächste gemeinsame Station war einige Jahre später, als ich Jugendbeauftragter wurde.
In dieser Zeit habe ich dich als Bürgermeister besser kennen und schätzen gelernt. Du hast beispielsweise mit der Einführung des Jugendstammtisches, Jungbürgerballs und der Rockveranstaltung Nacht der Jugend, der jungen Generation enorm viel Platz im Gemeindeleben gegeben.
Ich erinnere mich gerne an die Zeit zurück, wo wir gemeinsam bei Jugendwettbewerbe mitgemacht haben und sehr erfolgreich waren.

Bürgermeister Leo Madreiter in einigen Sätzen zu beschreiben ist sehr schwierig.
Ich möchte es trotzdem versuchen:
Leo ist ein Bürgermeister gewesen, der sehr viel für den Ort erreicht hat.
Leo hat mit seinem Verhandlungsgeschick so manche überrumpelt, ohne dass sie wussten um was es eigentlich geht und bis sie es wussten war es schon längst zu spät.
Leo du wurdest als Bürgermeister nicht nur in der eigenen Gemeinde sondern weit über die Gemeindegrenzen hinaus geschätzt. Viele und auch ich durften dich als Freund, ehrlichen Wegbegleiter und hilfsbereiten Weggefährten kennen lernen.
Du hast ein gutes Gespür wie man mit Menschen umgeht und unsere Gemeinde stets mit Augenmaß geführt.
Du warst Vorreiter in vielen Belangen und hast extrem gute Bürgerinformation betrieben. Ich denke dabei speziell an die Gemeindezeitung und an unseren Fuscher- Kalender. Generell gesagt, warst du immer am Puls der Zeit, sehr innovativ und hast oft mit uns Jungen über die neueste Entwicklung im EDV-Sektor diskutiert.

In den 23 Jahren hat sich unser Ort enorm entwickelt.
Mit der Dorferneuerung in den 90er Jahren, waren wir eine der ersten Gemeinden die das Ortszentrum komplett umgestaltet haben. Mit dieser Neugestaltung wurden wir von einem Durchzugsort zu einem Wohlfühlort.
Der Dorfbrunnen ist das Symbol unserer Dorferneuerung.
Der Brunnen war bei fast all deinen Aussendungen am Briefpapier und wurde zu deiner persönlichen Marke.
Die Gemeindevertretung hat einstimmig beschlossen, dass wir unseren Brunnen zum Leonhard Madreiter Brunnen umbenennen. Wir wollen dir damit ein Zeichen der Dankbarkeit ausdrücken und wenn du mit dem Radl in den Ort fährst, kannst du zukünftig die Wasserflasche immer an deinem Brunnen auffüllen.
Wir haben schon daran gedacht die Bierleitung vom Römerhof anzuzapfen und für dich freizuschalten, aber du machst dir ja aus Bier nicht so viel und Rotweinleitung hat der Römer keine.

Ein weiteres großes Projekt am Ende deiner Amtszeit war der Bau unseres Multihauses. Nur mit deinem unermüdlichen und zähen Verhandlungsgeschick gelang es dir, dieses Jahrhundertprojekt auf die Beine zu stellen und zu realisieren.
Du warst ein politischer Handwerker und kein Mundwerker.
Einer deiner vielen Stärken oder eher schon fast ein Hobby war es Ideen in die Tat umzusetzen.
Die Kleingemeinden zu erhalten und vor allem zu stärken war dir immer ein großes Anliegen. Generell hast du in der Bürgermeisterkonferenz aber auch in den vielen anderen Gremien, beispielsweise Nationalpark, ein sehr hohes Standing gehabt und du warst mit deinem fundierten Fachwissen ein guter Ratgeber.

Geschätzte Feiergemeinde,
Ich habe einige Eigenschaften von Leo Madreiter geschildert. Meine Aufzählung ist weit nicht vollständig. Ich habe einige Hot Spots von Leos kommunalpolitischer Arbeit aufgezeigt.

Ich denke aber, man kann das Lebenswerk von Leonhard Madreiter mit einem Satz zusammenfassen:

„Leonhard Madreiter steht für Fusch – Fusch steht für Leonhard Madreiter

Ich bedanke mich im Namen der Gemeinde Fusch für die in deiner 23-jährigen Amtszeit geleisteten Arbeit für unseren Heimatort.

Lieber Leo, es ist mir eine besondere Freude, dich herauf zu bitten, um dir voller Hochachtung die Ehrenbürgerschaftsurkunde zu überreichen.

Zudem darf ich dir im Namen der Fuscher Vereine und der Gemeinde eine Überraschungsgeschenk übergeben.
Wir haben Christine Ernst (Schwester von Georg Leixnering) beauftragt ein Bild vom Leonhard Madreiter Brunnen zu malen.
Wir hoffen es findet einen ehrenvollen Platz in eurem Haus.

Ich danke auch dir, liebe Maria, dass du Leo immer den Rücken frei gehalten und ihn bei seiner verantwortungsvollen Aufgabe unterstützt hast und bitte dich ebenfalls nach vorne.

LH-Stv. Wilfried Haslauer, Maria Madreiter, Leo Madreiter, Bgm. a. D.

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