Katastrophenfonds
Glemmtal erhält Löwenanteil für Sofortmaßnamen

Murenabgang im Glemmtal

PINZGAU. Hochwasser. Muren. Föhnorkan. Salzburg hat es auch in diesem Sommer wieder hart getroffen. „Der Katastrophenfonds des Landes hilft schnell und unkompliziert. Auf uns ist Verlass, das ist mir besonders wichtig“, betont Landesrat Josef Schwaiger, der morgen mit Experten und Bürgermeistern der betroffenen Gemeinden über 288 Fälle berät.

Auf dem Tisch liegen dabei am Mittwoch 288 Fälle aus allen Bezirken, bei elf muss noch genauer hingeschaut und diskutiert werden. Die meisten (146) entfallen auf das Jahr 2018, von 2017 gibt es 131 Fälle. Der Rest geht zurück bis ins Jahr 2015. „Uns allen sind die Bilder vom Sommer aus dem Glemmtal noch in Erinnerung. Einen Teil der Anträge können wir am Mittwoch behandeln, aus Saalbach-Hinterglemm gab es bisher 30“, so Landesrat Josef Schwaiger. Aus Muhr, das im Oktober von einem Hochwasser schwer betroffen war, sind bereits die ersten Ansuchen eingetroffen. Diese werden bei der Sitzung prioritär behandelt.

288 Fälle, die eine Gesamtschadenssumme von zirka 2,8 Millionen Euro ergeben, werden morgen behandelt. Die vorgeschlagene Beihilfe beträgt dabei rund 1,2 Millionen Euro. „Es fällt positiv auf, dass Gebäude und Betriebe immer häufiger versichert sind. Der Katastrophenfonds kann eine Elementarversicherung nicht ersetzen“, betont Schwaiger.

120 Fälle im Pinzgau

Pinzgau: 120 (Schäden durch Muren und Lawinen). Hotspots: Glemmtal, Bramberg, Rauris, Weißbach
Pongau: 65 (Waldschäden und Muren). Hotspots: Großarl, Bischofshofen
Lungau: 56 (Waldschäden und Muren), Hotspots: Weißpriach, Zederhaus
Tennengau: 42 (Waldschäden). Hotspot: Scheffau
Flachgau: 5 (Waldschäden).

Was den Katastrophenfonds Salzburg – 60 Prozent des Geldes kommt vom Bund, 40 Prozent vom Land - betrifft, wird in Saalbach-Hinterglemm mit einer Gesamtsumme von zirka 1,4 Millionen Euro gerechnet. „Da dort die Wildbachsperren – so wie teilweise auch in Niedernsill und Piesendorf - voll waren und weiterer Regen angesagt war, mussten die Sofortmaßnahmen vor weiteren Schäden bewahren. Alleine diese Einsätze stehen mit zirka 700.000 Euro zu Buche“, erläutert Schwaiger und fügt hinzu: „Die Schutzbauten haben in diesen Tagen viel Schlimmeres verhindert, sie haben funktioniert. Und das größte Glück ist, dass keine Personen verletzt worden oder ums Leben gekommen sind.“

Schäden an der Infrastruktur

Schäden entstanden hauptsächlich an der Infrastruktur wie Wege, Brücken, Bachläufe, Sperren, Kanäle und vieles mehr. Zudem wurden zwei Wohnhäuser in Saalbach-Hinterglemm durch Muren beschädigt. Zweitwohnsitze werden im Katastrophenfonds nicht berücksichtigt.

Zwar kommt der Katastrophenfonds für essenzielle Sofortmaßnahmen auf, allerdings müssen die Arbeiten, oft unter schwierigen Bedingungen, auch erledigt werden. „Das dürfen wir nicht vergessen. Katastrophenschutzreferenten, die Wildbach- und Lawinenverbauung, die Landesgeologen, aber auch die Feuerwehren und andere Einsatzorganisationen, Baggerunternehmen, die Bürgermeister und ihre Teams sowie Nachbarn und andere freiwillige Helfer sind da, wenn sie gebraucht werden. Ohne dabei auf Überstunden oder Urlaub zu achten. Dafür gebührt ihnen unser aller Dank. Der Zusammenhalt der Gesellschaft zeigt sich immer dann, wenn andere unerwartet Hilfe brauchen“, unterstreicht Schwaiger.

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