Neue Baukultur
St. Martin setzt auf Schutzzonen und Satteldächer

Diese Fragen zur neuen Baukultur wurden bei der Bürgerversammlung in St. Martin angesprochen
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  • hochgeladen von Gudrun Dürnberger

ST. MARTIN. Ganz im Zeichen der neuen Baukultur stand die Bürgerversammlung in St. Martin. Dabei wurden die Verordnungen und Leitlinien präsentiert, die von der Gemeindevertretung vor kurzem einstimmig beschlossen worden sind, damit nicht "noch mehr schiache Sachen" passieren, wie Bürgermeister Josef Leitinger (ÖVP) erläuterte: "Es soll gebaut werden, wie es bei uns Brauch ist."

In besonderen Schutzzonen, darunter dem Ortskern und manchen einzigartigen Weilern wie Obsthurn, Kirchental und Strowolln, wird daher eine "ortsangepasste Bauweise" vorgeschrieben. Flach- und Pultdächer für Hauptgebäude sind hier nicht mehr erlaubt, grelle Farben sollen vermieden werden, Materialien sind dem Bestand anzupassen, heißt es seitens der Gemeinde. "Das ist ein heißes Thema, wir haben uns weit hinausgewagt, aber ich bin stolz darauf und habe schon viele Gratulationen erhalten", schilderte Leitinger.

Ortsüblicher Baustil

Die neuen Bestimmungen sind unter Beteiligung der Bürger ausgearbeitet worden und stoßen daher durchwegs auf Zustimmung. Zwei Bauwerber im Zentrum hätten ihre Pläne bereits den neuen Bestimmungen angepasst, so Leitinger. Architekt Richard Steger erklärte anhand von Beispielen, was mit dem ortsüblichen Baustil gemeint ist. Man müsse die eigene Identität wahren, sonst werde der Ort beliebig und auswechselbar, meinte Steger.

Schützenswerte Weiler

Ein gemäß der neuen Baukultur schützenswerter Bauernweiler liegt in der Ortschaft Strowolln. Vier Landwirtschaften mit Bauernhäusern und entsprechenden Nebengebäuden befinden sich hier in einer idyllischen Lage an einem beliebten Geh- und Radweg. Neben bereits bestehenden Bausünden soll nun direkt an der Einfahrt zum Weiler ein Carport errichtet werden. Der Bürgermeister will das verhindern und versucht mit dem Landwirt einen besser geeigneten Standort abzuklären. Dieser zeigt sich jedoch völlig uneinsichtig. Das Verständnis für die Schutzzonen scheint noch nicht überall durchgedrungen. 

Bürgermeister Josef Leitinger, der bei der Wahl im März 2019 nicht mehr antreten wird, nutzte diese Gelegenheit bereits für eine öffentliche Verabschiedung. Er bedankte sich bei der Bevölkerung für die schöne Zeit. "Ich hab' das gern gemacht - sonst ist man ja fehl am Platz", so Leitinger.

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