Interview
Experten-Tipps für den perfekten Laufschuh

Laufschuh-Experte Mario Nindl aus Niedernsill gibt Tipps, was man beim Kauf von Laufschuhen beachten soll.
2Bilder
  • Laufschuh-Experte Mario Nindl aus Niedernsill gibt Tipps, was man beim Kauf von Laufschuhen beachten soll.
  • hochgeladen von Johanna Grießer

Wärmere Temperaturen locken Sportler ins Freie, im Frühjahr boomt das Laufschuh-Geschäft. Die Bezirksblätter informierten sich beim Laufschuh-Experten Mario Nindl, Sportartikelverkäufer und selbst passionierter Läufer, worauf man beim Kauf von Laufschuhen achten soll. 

KAPRUN. „Es ist besonders wichtig, dass man den passenden Schuh für den jeweiligen Untergrund trägt“, betont Mario Nindl. Hierbei werde vor allem zwischen Schuhen für die Straße und fürs Gelände unterschieden. „Straßenlaufschuhe haben meist eine besser gedämpfte Mittelsohle sowie ein glattes Profil für den Asphalt. Trailrunning-Schuhe hingegen haben mehr Profil und eine stabilere Sohle, abgestimmt auf den weicheren Untergrund.“

Wichtig: Laufanalyse

Der zweite wichtige Punkt beim Kauf von Laufschuhen ist, dass man Schuhe kauft, die auf den jeweiligen Laufstil abgestimmt sind und etwaige Fußfehlstellungen beim Laufen korrigieren. Er rät, Laufstil und Fehlstellungen mithilfe einer Laufschuhanalyse im Fachgeschäft zu ermitteln. "Am Video können wir genau erkennen, wo der Fuß Unterstützung benötigt und darauf eingehen."

Damit der Schuh noch besser passt, empfiehlt Mario Nindl, in Einlagen zu investieren, die das Fußgewölbe beim Laufen unterstützen. Zudem sollten zwischen Zehen und Schuh im Schnitt etwa fünf Millimeter „Luft“ bleiben, bei Trailrunning-Schuhen kann dieser Abstand etwas größer sein.

Schnürung gibt Halt

Wurde der perfekte Schuh gefunden, helfen gute Laufsocken zudem, Schuhblasen vorzubeugen. Richtige Schnürung verbessert den Halt, denn: „Es gibt unzählige verschiedene Schnürungen. Wir empfehlen die Marathon-Schnürung, die wir unseren Kunden gerne zeigen“, so Mario Nindl. (Eine Erklärung der Marathon-Schnürung findet sich weiter unten im Artikel.)

Ab in die Waschmaschine?

Damit man lange Freude an den Schuhen hat, sollte man den Schuh gut pflegen. Vom berühmt-berüchtigten Waschen in der Waschmaschine rät der Profi jedoch ab: „Am besten reinigt man seine Schuhe mit kaltem Wasser und einer Bürste. In der Waschmaschine werden bestimmte Materialien, wie etwa Gore-Tex, kaputt.“

Richtig laufen will gelernt sein

Um Verletzungen vorzubeugen, weist er auf das „Lauf-ABC“ hin: „Das sind spezielle Übungen, die helfen, die Lauftechnik zu verbessern.“ (Genauere Erklärung am Ende des Beitrags.) Außerdem sollte man spätestens alle 50 Minuten etwas trinken. Im Ausdauerbereich laufen zudem viele mit zu hohem Puls. „Hier kann eine sportmedizinische Untersuchung helfen, seinen ‚richtigen‘ Trainingspuls zu finden.“

Mit alten Schuhen ins Geschäft

Nach etwa 500 Kilometern ist für Laufschuhe meist Schluss. „Ausgelatschte Schuhe bieten weniger Halt und die Dämpfung geht mit der Zeit verloren. Das belastet die Gelenke und kann das Verletzungsrisiko steigern.“ Die Schuhe können jedoch trotzdem noch hilfreich sein: „Wenn man sich neue Schuhe kauft, nimmt man seine alten am besten mit. Die Verkäufer können dann sehr gut sehen, wo die Abnützung am stärksten ist und daraus hilfreiche Schlüsse ziehen.“

Unser Experte


Mario Nindl ist seit zehn Jahren
im Sporthandel bei Intersport Bründl in Kaprun tätig, seit drei Jahren ist er Abteilungsleiter. Privat läuft der 42-jährige Niedernsiller viel und regelmäßig. Er nahm unter anderem auch schon bei einem Halbmarathon und beim „Weißsee Gletscherwelt Trail“ teil.

Nähere Erklärungen

Das Lauf-ABC, auch Laufschule genannt, beinhaltet einfache Übungen, die dabei helfen, die Lauftechnik zu verbessern, muskuläre Defizite auszugleichen und das Tempo zu steigern. Werden sie regelmäßig praktiziert, verbessern die Übungen die Koordination, schützen vor Überlastungen sowie Verletzungen und bringen mehr Abwechslung ins Training. An die ersten Lauf-ABCs sollte man vorsichtig herangehen, um den Körper langsam an die neuen Techniken zu gewöhnen.

Symbolfoto: Bruno Nascimento/Unsplash

Die bei Läufern beliebte Marathon-Schnürung wird auch als Fersenhalt-Schnürung bezeichnet. Sie verbessert den Halt im Schuh deutlich, ohne dass die Schnürung auf den Fußrücken drückt. Sie funktioniert wie folgt: Zuerst zieht man die beiden Schuhbänder je von außen durch das oberste Loch und lässt eine kleine Schlaufe stehen. Durch diese zieht man nun das jeweils gegenüberliegende Schuhband-Ende. Danach an den Enden ziehen um die Schlaufe zu verkleinern und Schuhe wie gewohnt binden.

Diese Geschichte hat Ihnen gefallen? Lesen Sie ähnliche Beiträge auf unserer Themenseite "Wir bewegen Salzburg"

Laufschuh-Experte Mario Nindl aus Niedernsill gibt Tipps, was man beim Kauf von Laufschuhen beachten soll.
Der begeisterte Läufer ist seit zehn Jahren bei Intersport Bründl tätig und weiß genau, worauf es beim richtigen Laufschuh ankommt.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen