Landwirtschaft, Natur und Marktwirtschaft
Das ist "freie Marktwirtschaft"!

Kein Heu mehr!
In den letzten Tagen erfuhr man, dass unsere Landwirte keine Heureserven mehr haben.
Schuld daran ist das zuerst zu trockene und nun das nasskalte Wetter! Eigene Fehler? Kann doch nicht sein! Die so hochgebildeten Agrarökonomen können sich doch nicht irren, oder? Oder schicken sie einfach die Landwirte in die Irre?
Seit Jahren steigen die Viehstückzahlen in den Ställen – ungeachtet der vorhandene Landressourcen, von welchen man das Futter für die Tiere erwirtschaftet. Immer intensiver muss das Land bearbeitet werden. Grenzhecken und -sträucher mussten weichen. Um die Zaunpfähle herum muss auch schon mit dem Trimmer gemäht werden, um ja kein Hälmchen zu verlieren. Ich vermute, dass auch das so oftmalige Mähen der Wiesen damit zusammenhängt (und nicht nur der Erhalt eiweißreicheren Futters alleine ausschlaggebend ist).

Nun haben wir ein Frühjahr, welches sich zum vorhergehenden Jahr massiv anders anfühlt.
Die Heureserven sind aufgebraucht und die Landwirte müssen Futter für ihr Vieh einkaufen. Die Keule der „Freien Marktwirtschaft“ schlägt erbarmungslos zu! Waren die knapp sind steigen zwangsläufig im Preis. Der Preis für einen Heuballen hat sich angeblich verdoppelt! Das sind unsere Landwirte nicht gewohnt. Sie sind auch nicht darauf trainiert, vorsorglich zu handeln, da ohnehin die Landwirtschaftskammern und das Ministerium wissen, was gut und richtig ist.

Kein marktwirtschaftliches Denken
Die Landwirtschaft ist schon seit Jahren aus den Rudern gelaufen.
Insbesondere bei den Vieh- und Milchbauern hat sich Resignation breit gemacht und das „strategische Denken“ haben Andere übernommen. Der Frust, für seine produzierten Produkte keinen richtigen Marktpreis zu bekommen, lässt viel in Lethargie versinken. Über Wasser hält man sich ohnehin nur mehr mit Förderungen.

Heute erleben die Viehbauern, was „Freie Marktwirtschaft“ bedeutet. Bei der Milchproduktion verließ man sich lieber wieder auf die „Agrarweisen“ welche die Landwirte dazu animierten, auf einen zu niedrigen Erzeugerpreis mit noch mehr Milch-Produktion zu reagieren.
Man hört Schlagwörter wie „Industrialisierung“ der Landwirtschaft, aber der Industrie würde es nicht im Schlaf einfallen, eine solche Überproduktion zu starten. Das kann nur dem Preis schaden.

Geringerer Preis bei Überproduktion
Durch die Aufstockung der Viehbestände erhöhte sich also auch die Milchproduktion. Die Molkereien werden regelrecht damit überschwemmt und haben daher auch keinen Grund, nur um 1 Cent mehr zu bezahlen.
Die Dummen sind die Bauern, den Rewag machen die Molkereien die sich auch noch rühmen, unsere heimische Milch nach China zu exportieren (wahrscheinlich wieder mit ordentlicher Exportförderung)!
Es ist einfach unglaublich!

Nachhaltigkeit schaut anders aus!
Diese verfehlte Landwirtschaft führt aber nun auch dazu, dass das gesamte Ökosystem zu kippen beginnt. Das „Bienen-Volksbegehren“ bei unseren Nachbarn in Bayern hat gezeigt, dass der Bevölkerung dieser Ökowahnsinn nicht egal ist. Leider sind die gesetzlichen Voraussetzungen zwischen Bayern und Österreich sehr unterschiedlich. Während in Bayern nach einem solchen Volksbegehren gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden müssen, können solche Ergebnisse bei uns einfach „schubladiert“ werden. Wie damit umgegangen wird haben die beiden letzten Volksbegehren ja gezeigt: „Raucherschutz-Volksbegehren und Frauen-Volksbegehren“!

Ein Appell an die Landwirte also: Lasst euch nicht von eurer Kammer und dem Ministerium so fehlleiten! Letztendlich werdet wieder IHR den Preis dafür bezahlen, dass andere das große Geld machen können. Ihr zerstört eure eigenen Lebensräume! Nachhaltigkeit schaut anders aus!

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