Kitzsteinhorn Kaprun
Endspurt für die "3K K-onnection" - Seilspleißen am Maiskogel

Seilspleißen am Maiskogel - eine heikle Aufgabe.
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Mit dem Seilspleißen ging das Großprojekt am Maiskogel in die finale Phase - die Bezirksblätter waren dabei.

KAPRUN. Insgesamt sechs Bahnen auf einer Länge von 12 Kilometern und über 2.261 Höhenmeter, ein Investitionsvolumen von 81,5 Millionen Euro, die größte Dreiseil-Umlaufbahn der Ostalpen - die "3K K-onnection" von Kaprun zum Kitzsteinhorn ist ein Projekt der Superlative. Schon allein der Transport der fünf Seile für die Anbindung der Maiskogel-Bergstation an den Langwiedboden, von denen jedes 110 Tonnen wiegt, war eine besondere logistische Herausforderung, wie der technische Leiter Günther Brennsteiner erzählt: "Dabei waren drei LKWs drei Stunden lang von der Talstation aus unterwegs."

Erste Dreiseil-Umlaufbahn im Bundesland

Für die Überwindung der 4.300 Meter langen Strecke wurde das System einer Dreiseil-Umlaufbahn - die übrigens die erste ihrer Art im Land Salzburg ist - gewählt: "Aufgrund des schwierigen Geländes kann man nur wenige Stützen errichten, daher kommt nur diese Konstruktionsform in Frage. Sie braucht zwar mehr Platz, ist aber das einzige System, bei dem so große Abstände zwischen den einzelnen Stützen möglich sind. Der größte Abstand beträgt bei uns fast 2,3 Kilometer." Zwischen zwei fix verspannten Tragseilen bewegt sich das Zugseil mit einer Gesamtlänge von 8,6 Kilometern - sozusagen ein Endlos-Seil. Vorher müssen aber die Enden des Seiles miteinander verbunden werden; das ist der Vorgang des sogenannten Seilspleißens.

Seilspleißen - eine heikle Kunst

Kaum jemand, der in die Gondel einer Seilbahn einsteigt, macht sich darüber Gedanken, welche technischen Höchstleistungen vollbracht werden müssen, bevor man scheinbar so mühelos schwebend auf den Berg transportiert werden kann. Beim Seilspleißen auf dem Maiskogel bekam man eine Ahnung davon, wie komplex die dazu notwendigen Abläufe sind. Das insgesamt 8,6 km lange 46 mm-Seil, das am Maiskogel verwendet wird, besteht aus sechs Strängen, sogenannten Litzen, die wiederum aus 216 Einzeldrähten zusammengesetzt sind. Diese Litzen werden an den Seilenden über eine Länge von 60 Metern entflochten und schließlich wieder miteinander verwoben, möglichst ohne eine Litze zu beschädigen - eine heikle Aufgabe, die große Genauigkeit und Können, aber auch Kraft erfordert. 15 Arbeiter waren in Kaprun mit dieser Aufgabe beschäftigt, die auf einer freischwebenden schrägen Rampe in luftiger Höhe ausgeführt wurde.

Die so hergestellte Verbindung ist äußerst tragfähig: Bei sachgemäßer Wartung beträgt die Lebensdauer eines Seiles ca. 40 Jahre. Dank dem Spleißen ist eine Verbindungsstelle der beiden Seile nicht mehr sichtbar - eine unabdingbare Voraussetzung dafür, dass das Seil über Rollen geführt werden kann, wie das bei der Seilbahn der Fall ist. Mit dem Abschluss der Spleißarbeiten ist nun sozusagen das "Herzstück" der Seilbahn fertig - eben das Seil.

Ein wichtiger Schritt in die Zukunft

Mit der Eröffnung der neuen MK Maiskogelbahn im Dezember 2018 war der erste Schritt zu einer umfassenderen Erschließung des Kitzsteinhorns schon getan – die Fortsetzung soll jetzt im November 2019 folgen: Die "3K K-onnection" vereint dann das beliebte Familienskigebiet Maiskogel mit dem Gletscherskigebiet Kitzsteinhorn. Die Bergstation der MK Maiskogelbahn auf 1570 Metern wird gleichzeitig zur Talstation der "3K K-onnection", die die Besucher in knapp 10 Minuten zur Bergstation Langwiedboden auf 1975 Metern bringt – und von dort weiter zum Kitzsteinhorn. Damit wird ein langgehegter Traum Wirklichkeit – nämlich der, vom Kapruner Ortszentrum aus direkt auf den Gletscher zu gelangen. Mit ihrem Projekt der längsten durchgehenden Seilbahn der Ostalpen setzen die Gletscherbahnen Kaprun ihre ruhmreiche Tradition der Superlative fort: So wurde 1968, nach der Inbetriebnahme der ersten Seilbahnen auf das Kitzsteinhorn im Jahre 1965, der weltweit erste Schlepplift auf einem fließenden Gletscher in Betrieb genommen, der Maurergletscherlift. Vorreiter in der Konzeption war auch hier die Vorarlberger Firma Doppelmayr, deren Tochterunternehmen, die Firma CWA, für die Lieferung und Montage der neuen Kabinen für die Dreiseil-Umlaufbahn verantwortlich ist. 1981 wurde schließlich mit 113,6 Metern die höchste Seilbahnstütze der Welt im Gebiet des Gletschers errichtet.

Fertigstellung im November

Der letzte Schritt zur Fertigstellung der 3 K K-onnection wird nach dem Seilzug die Installation der 32 Kabinen für je 32 Personen sein. Für die Gondeln steht in der 3K-Talstation ein Kabinenbahnhof auf zwei Geschoßen zur Verfügung, der gleichzeitig auch die Kabinen der MK Maiskogelbahn beherbergt.

Autor:

Eike Krenslehner aus Pinzgau

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