Uttendorf
ÖBB starten 2020 mit Bau eines neuen Wasserkraftwerks

Das neue Kraftwerk entsteht zwischen dem Weißsee und dem Tauernmoossee (Foto).
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  • Das neue Kraftwerk entsteht zwischen dem Weißsee und dem Tauernmoossee (Foto).
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Erste vorbereitende Arbeiten für das neue Wasserkraftwerk zwischen dem Weißsee und dem Tauernmoossee in Uttendorf starten im April. 2025 soll es in Betrieb gehen.

UTTENDORF. Bereits jetzt fährt jeder fünfte Zug in Österreich mit Wasserkraft aus dem Pinzgau. Diesen Anteil am Bahnstrom wollen die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) erhöhen, mit dem Bau ihres ersten Pumpspeicherkraftwerks. Dieses soll zwischen dem Weißsee und dem Tauernmoossee in Uttendorf entstehen. Die Investition beläuft sich auf rund 300 Millionen Euro. Bereits 2007 wurde mit der Planung des neuen Kraftwerks Tauernmoos begonnen, die ersten vorbereitenden Arbeiten beginnen im April – der offizielle Spatenstich für die Hauptarbeiten wird im Herbst erfolgen. 2025 soll das Kraftwerk in Betrieb gehen.

Mehr Strom in Eigenerzeugung

Derzeit werden etwa 33 Prozent des Jahresverbrauchs an Bahnstrom in den ÖBB eigenen Wasserkraftwerken erzeugt, weitere 25 Prozent in Partner-Wasserkraftwerken. Der Rest wird aus dem öffentlichen 50-Hertz-Stromnetz bezogen und in Bahnstrom mit der Frequenz 16,7 Hertz umgewandelt. Mit der Realisierung des Pumpspeicherkraftwerkes Tauernmoos erweitern die ÖBB die Kraftwerksgruppe im Stubachtal. Dort betreiben sie bereits vier Wasserkraftwerke: Uttendorf I und II, Schneiderau und Enzingerboden. "Bahnstrom direkt dort zu erzeugen, wo er verbraucht wird, entlastet das öffentliche Netz und erspart dem Schienenverkehr hohe Kosten", so ÖBB-Sprecher Robert Mosser.

"Unsichtbares" Erdkabel

Das Kraftwerk Tauernmoos soll cirka ein Viertel des jährlichen Bedarfs an Bahnstrom in Österreich decken. Das entspricht dem jährlichen Haushalts-Energiebedarf von etwa 270.000 Menschen. Die erzeugte Energie soll mittels erdverlegter Energieableitung an die vorhandenen Hochspannungsnetze übertragen werden. Das Kabel verläuft vom Kraftwerk durch den Erschließungstunnel, über die Schneiderau zur vorhandenen Schaltanlage im Kraftwerksgelände in Uttendorf.

Ein eigener Zufahrtstunnel

Derzeit sind Teile der bestehenden Kraftwerksanlage nur durch Seilbahnen oder Fußwege erschlossen. Der Zugang zu den Anlagen ist witterungsbedingt immer wieder behindert. Zukünftig soll ein Tunnel die bereits bestehenden Anlagen und das neue Kraftwerk mit dem öffentlichen Straßennetz am Enzingerboden verbinden. Im 8,2 Kilometer langen Tunnel können auch LKWs und Sondertransporte wetterunabhängig fahren.

Spitzen besser abdecken

Im Gegensatz zu herkömmlichen Speicherkraftwerken ermöglicht das neue Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos, Bahnstrom bedarfsgerecht zur Verfügung zu stellen. Große Mengen an Energie können kostengünstig gespeichert und Leistungsspitzen im Bahnstromnetz somit optimiert abgedeckt werden. "Der Bahnstrombedarf unterliegt starken tages- und wochenzeitlichen Schwankungen", weiß Robert Mosser.

Bei geringer Nachfrage wird mit dem überschüssigen Strom Wasser in das höher gelegene Speicherbecken gepumpt. Dort, im Weißsee, wird es gespeichert, um damit bei erhöhter Nachfrage – zu verkehrsstarken und damit energieintensiven Zeiten – wieder Bahnstrom erzeugen zu können. Für dieses Vorhaben wird der Höhenunterschied von etwa 220 Metern zwischen den beiden Stauseen Tauernmoossee und Weißsee optimal genutzt.

Höhe eines 12-stöckigen Hauses

Den Kern des Projektes stellt das im Felsmassiv des Schafbichls in einer Kaverne, also einem Hohlraum im Berg, gelegene Kraftwerk dar – mit seinen Ein- und Auslaufbauwerken an den beiden Seen und dem Kraftabstieg. Die Höhe der unterirdischen Kaverne entspricht der eines zwölfstöckigen Wohnhauses. Die verschiedenen Ebenen sind durch einen Lift und ein Stiegenhaus erschlossen. Ein Hallenkran ermöglicht das Umsetzen von schweren Teilen der Anlage während Bau und Betrieb. Auch ein Leitstand, Werkstätten und ein Aufenthaltsraum sind in der Kaverne untergebracht.

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Autor:

Johanna Grießer aus Pinzgau

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