Pass Thurn
Sind Luxus-Bettenburgen wichtiger als Naturdenkmal?

Das abgeholzte Grundstück  am Pass Thurn, wo das Resort entsteht. LAbg. Karin Dollinger, Gemeindevertreterin Gabi Ruetz und Gemeinderat Manfred Deutsch beim Lokalaugenschein.
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  • Das abgeholzte Grundstück am Pass Thurn, wo das Resort entsteht. LAbg. Karin Dollinger, Gemeindevertreterin Gabi Ruetz und Gemeinderat Manfred Deutsch beim Lokalaugenschein.
  • hochgeladen von Gudrun Dürnberger

Ein Hotel-Projekt am Pass Thurn direkt neben dem Naturschutzgebiet Wasenmoos wirft kritische Fragen auf.

MITTERSILL. "Kein Einheimischer profitiert von diesem Projekt", ärgert sich Gemeinderat Manfred Deutsch (SPÖ) beim Lokalaugenschein über das geplante Luxushotel mit Chalets und Appartements am Pass Thurn. Gemeinsam mit Gemeindevertreterin Gabi Ruetz und der Landtagsabgeordneten Karin Dollinger hat er das abgeholzte Grundstück neben dem Schutzgebiet Wasenmoos besichtigt. Dollinger, Naturschutzsprecherin der Salzburger SPÖ, hat diese Woche bei der Ausschußsitzung des Landes dieses Projekt heftig kritisiert.

Zweitwohnsitze in der Natur

"Das Wasenmoos in den Kitzbüheler Alpen ist eine unberührte Naturperle, gelegen auf einem Sonnenplateau inmitten von Wald und Wiese, nur wenige Autominuten von Jochberg entfernt", heißt es auf der Homepage des Resorts. Im Jänner wurde der Baubeginn für das Frühjahr 2019 angekündigt. Bis jetzt gibt es hier nur eine große Tafel auf dem abgeholzten Grund.

Das Wasenmoos ist seit 1978 ein Naturdenkmal - vor kurzem wurde das Schutzgebiet sogar von 190 auf 220 Hektar erweitert. Es grenzt direkt an das geplante Luxusresort und wird mit dieser besonderen Lage auch beworben. "Das Moor wird um 30 Hektar erweitert, gleichzeitig entstehen hier luxuriöse Bettenburgen - das passt überhaupt nicht zusammen", meint Dollinger, die auch 14 Jahre lang in der Raumordnung tätig war. Ihr ist nicht nur die Lage neben dem Naturdenkmal ein Dorn im Auge, sie sieht durch die Errichtung zusätzlicher Zweitwohnsitze massive Nachteile für Einheimische.

Werbung für Kitzbühel

„Das sind unnötige Preistreibereien, die das Bauland nur noch teurer machen und Landflucht bewirken. Zweitwohnsitze bringen für die heimische Wirtschaft keinen Vorteil. Der Standort direkt neben Naturdenkmalflächen ist sehr heikel. Hier wird unnötig abgeholzt, bebaut, Verkehr erzeugt und Masse angelockt, statt die geschützte Natur in Ruhe zu lassen. Warum gewährt man Investoren Millionengewinne, sodass sogar Porsches verschenkt werden, statt landespolitische Ziele zu verfolgen, wie Ortskernstärkung, Naturschutz, leistbares Wohnen etc.", ärgert sich Dollinger.

Sie weist auch darauf hin, dass nur mit dem Standort Kitzbühel geworben wird. Es sei für Interessenten gar nicht ersichtlich, dass "Six Senses Kitzbühel" im Pinzgau liegt.

Manfred Deutsch ortet hier einen Ausverkauf der Heimat. Die Fläche sei 2011 für die Bundesforste umgewidmet worden. "Das ist ein Staatsbetrieb, der den Grund dann verkauft hat. Jetzt werden hier Luxusdomizile geschaffen, während Einheimische wegziehen müssen, weil sie sich die Baulandpreise nicht mehr leisten können." Ihm sei es ein Anliegen, diese Altlasten aufzuzeigen.

Während der Besichtigung tauchte übrigens auch eine Dame aus Starnberg auf, die sich Sorgen darüber macht, ob das neue Resort eine Konkurrenz für ihren eigenen Zweitwohnsitz am Pass Thurn darstellt...

Details: 

Das Resort umfasst rund vier Hektar. Die Appartements sind auf der Homepage mit einem Kaufpreis ab 1.500.000 angeführt, die Chalets haben einen Kaufpreis ab 5.500.000 Euro.
"Bei jedem Chalet ist der neue vollelektrische Porsche Taycan inclusive", ist dem Angebot zu entnehmen. (Siehe Bildschirmabdruck)

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