12.06.2018, 13:29 Uhr

"Der Fuß trägt mich ein Leben lang" – Gesundheitsschuhe im Berufsalltag

Filialleiterin und Sportartikelverkäuferin Anna Graber (li.) und Orthopädieschuhmacherin Carmen Vorreiter.

Man kauft sich zu enge Schuhe weil sie in der richtigen Größe nicht mehr zu bekommen sind und nimmt Schmerzen dafür gerne in Kauf. Vielen kommt diese Situation wahrscheinlich bekannt vor. Oft sind wir uns jedoch nicht bewusst, was wir unseren Füßen damit antun.

ZELL AM SEE (mst.) Häufig achtet man beim Schuhkauf nur auf die Optik und vergisst wie es den Füßen damit geht wenn man sie in zu enge, oder schlechtsitzende Schuhe zwängt. Auch, dass sich die Art der Herstellung negativ auf die eigene Gesundheit auswirken kann, wird oft nicht bedacht.

Je früher desto besser

Sich schon frühzeitig mit dem Thema Gesundheitsschuhe auseinanderzusetzen kann den Schuhträger vor Schmerzen bewahren. Jede Mutter sollte auf den richtigen Schuhkauf ihres Kleinkindes achten. "Kinderschuhe lassen dem Fuß mehr Freiheit", weiß Carmen Vorreiter – Orthopädieschuhmacherin bei Tappe. "Sie sind weicher und nehmen somit noch schneller eine andere Form an, also deformieren sich."

Schwermetalle belasten

Grundvoraussetzung für einen guten Schuh sei die Benutzung von naturgegerbtem Leder. Dieses wird im Gegensatz zu sehr günstigen Schuhen, ohne Schwermetalle – also Weichmacher – bearbeitet und belastet. Die schädlichen Stoffe können nämlich über die Schweißdrüsen der Füße in den gesamten Körper gelangen und diesen unter Umständen vergiften. Außerdem können diese Stoffe für viele Krankheiten verantwortlich sein. "Deshalb achten wir bei der Auswahl unserer Lieferanten darauf, dass die verwendeten Leder pflanzlich gegerbt sind. Somit sind sie schon aufgrund der verwendeten Materialien deutlich gesünder als normale Schuhe", weiß Anna Graber – Filialleiterin und Expertin in Sachen Gesundheitsschuhen und Fußgesundheit.

Langes Sitzen schadet mehr als Stehen

Es ist ein Mythos, dass Gesundheitsschuhe nur in Berufen, in denen viel gestanden oder gegangen werden muss, Vorteile bieten. Graber weiß: "Wenn man häufig zu enge, kleine oder auf andere Weise falsch sitzende Schuhe trägt defomieren, also verformen sich die Füße. Das passiert auch im Sitzen. Deshalb empfiehlt es sich unabhängig von der beruflichen Tätigkeit, auf passendes und gut sitzendes Schuhwerk zu achten. Egal in welchem Beruf, man braucht seine Füße bis zum Schluss. Gibt man nicht auf sie acht, rächt sich das gesundheitlich irgendwann."

Warnsignale der Füße

Spätestens bei Hühneraugen, Hornhaut und Verformung der Zehennägel sollte man keine Zeit mehr verlieren sich nach Gesundheitsschuhen umzusehen. Wenn Hornhaut entsteht, vereinbart man gerne schnellstmöglich einen Termin bei der Fußpflege. Das Bilden von Hornhaut ist jedoch eine Schutzreaktion des Körpers mit der er sich zum Beispiel vor Druckstellen schützen will. "Der größte Fehler ist es, seine Schuhe zu klein zu kaufen. Das passiert leider gar nicht so selten", spricht Graber aus Erfahrung.

Gesundheitsschuhe sind unmodisch?

Früher hat es wirklich nicht sehr viel Auswahl an Gesundheitsschuhen gegeben und sie waren auch sehr deutlich als solche erkennbar. Mittlerweile gibt es jedoch eine modische und große Vielfalt an Gesundheitsschuhen, die von sportlich bis festlich für jeden Anlass geeignet sind.

Entlastung im Arbeitsalltag

Bei langem Sitzen am Schreibtisch kann das Ausziehen der Schuhe, das Abrollen der Füße und das Spreizen der Zehen entspannend wirken. Das beste Training für die Fußmuskulatur ist es, beispielsweise im Sommer in der Mittagspause barfuß durch eine Wiese zu gehen. Dadurch werden die Füße auch noch stimuliert. Vermieden werden sollte das Gehen auf Asphalt. Dieser ist als Untergrund deutlich zu hart, weil er nicht nachgibt. Übungen findet man auch im Internet oder bei jedem Orthopäden. Beratungen zu individuell geeigneten Gesundheitsschuhen bietet der Fachhandel.
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