30.09.2017, 16:40 Uhr

Walter Müller – 50 Jahre schreiben im Kaffeehaus

V.l.: Christian Vötter, Walter Müller, Gertrud Pracher, Gabi Baumann, Thomas Schistl, Susanna Vötter-Dankl.

Walter Müller begeht heuer ein ganz besonderes Jubiläum – 50 Jahre Schreiben im Kaffeehaus. Das muss gefeiert werden. Natürlich mit einer Lesung. Und am besten in einem seiner Stammcafés. Darüber waren sich Susanna Vötter-Dankl, Christian Vötter und Prof. Alfred Winter, die eine langjährige freundschaftliche Zusammenarbeit verbindet, einig. Sie holten Claudia Karner, die Veranstalterin von Literatur im Café Mozart, mit ins Boot.

Am 27. September war es dann soweit. Im Café Mozart in der Getreidegasse in Salzburg servierte Walter Müller quasi auf dem Silbertablett Texte und Gedichte, die irgendwann, irgendwo auf einem Kaffeehaustischchen entstanden sind. Und weil sich ein Jubilar etwas wünschen darf, wünschte sich Müller das Pongauer Trio Pfeifndurla als musikalische Begleiter. Was sich als sehr gute Entscheidung herausstellte.

Schon während der Mittelschulzeit hatte Walter Müller begonnen, seine Gedanken im Café aufzuschreiben. Diesem flexiblen Arbeitsplatz („Nicht daheim und doch nicht an der frischen Luft!“) ist der Salzburger Schriftsteller bis heute treu geblieben. Je größer der Trubel um ihn herum, desto besser könne er sich auf das jeweilige Thema konzentrieren, behauptet er. „Die wichtigen Dinge muss der Mensch mit der Hand schreiben. Zuerst mit der Hand und später dann, daheim, mit dem Laptop oder auf der Computertastatur meinetwegen“, ist er überzeugt. Und wenn ihn jemand verständnislos fragt, was man denn in einem Café mache, weiß er nur eine Antwort: „Leben!“

Walter Müller hat auch ein großes schwärmerisches Herz für alle Kellnerinnen dieser Welt. Manche verewigt er auch in einer Geschichte, wie zum Beispiel Christine aus dem Café Mozart, die ihn - völlig unbeabsichtigt – mit der Wortkreation „Storchenhilfe“ beglückte. Auch diese Geschichte gab er im „Mozart“ zum Besten.

Walter Müller hat das Gespür für die kleinen, fast unscheinbaren Alltagsbegegnungen, die er zu herzerwärmenden literarischen Miniaturen kondensiert und mit wohldosiertem Humor zu Lobliedern auf alle Brigitten, Mariannen und Imolas, die ihm je einen Kaffee serviert haben, macht. Und auf den Herrn Hans vom Café Bazar natürlich auch. „Einen Espresso und ein paar gute Einfälle, bitte!“ , so der Titel des Programms, war ein höchst vergnüglicher Abend, zu dem auch die Pfeifndurla (Thomas Schistl-Bass, Gabi Baumann-Gitarre, Gertrud Pracher-Geige)beitrugen. Text: Claudia Karner & tauriska
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