24.10.2016, 10:43 Uhr

1. Dirndlsymposium Salzburgs bringt € 879,00 an Spendengelder

Dirndlsymposium, Schloss Ritzen Saalfelden Salzburg, 20161020 Foto: wildbild, Herbert Rohrer
Saalfelden am Steinernen Meer: Heimatmuseum Schloss Ritzen |

Am Donnerstag, den 20. Oktober 2016 fand eine weitere Premiere im Jahresprogramm der Landjugend Salzburg statt. Knapp 90 junge, kultur- & brauchtumsbegeisterte Mitglieder und Interessierte trafen sich im Schloss Ritzen in Saalfelden zum 1. Dirndlsymposium Salzburgs. Allerhand Wissenswertes über die Herstellung und Herkunft sowie die moderne Interpretation des Dirndls standen ebenso am Programm, wie die Auktion von Trachtenaccessoires, die € 879,00 an Spenden für den Landjugend-Solidaritätsfonds brachte.


Das Salzburger Dirndl spiegelt die Schönheit des Bundeslandes wie kein anderes Kleidungsstück wieder. Anlässlich der 200-jährigen Geschichte und des erfolgreichen 1. Lederhosensymposiums ist es an der Zeit, hinter die Kulissen des Dirndls zu blicken, traditionelle Trachten und moderne Interpretationen zu begutachten. „Die Tracht in Salzburg ist moderner denn je. In der Landjugend versuchen wir Brauchtum modern zu definieren und aktiv zu leben. Es lohnt sich, sich mit unserer Tracht, ihrem Ursprung und ihrer Entwicklung auseinanderzusetzen", so eröffnete ehem. Landesleiterin Elisabeth Huber den Abend.

Der Obmann des Salzburger Heimatwerkes Hans Köhl, stellte den Erfolgsmarsch der Tracht vor: „Anders als wir glauben ist die Tracht so wie wir sie heute kennen keineswegs sehr alt.“ Im 15. Jahrhundert kennzeichneten die Trachten die Bekleidung der verschiedenen Berufsstände. Beeinflusst von der französischen und spanischen Mode entwickelte sich die damalige Tracht weiter. Bald waren die Grundformen der Tracht erkennbar. Später begann die höfische Gesellschaft Gefallen an den Trachten, damals die Alltagskleidung der ländlichen Bevölkerung, zu finden. „Die städtische Bevölkerung versuchte durch ähnliche Kleidung, natürlich viel feiner und prunkvoller gearbeitet und die sogenannten Schäferspiele, die ländliche Bevölkerung zu imitieren, während diese mit der einfachen Kleidung versuchten, die städtische Mode nachzuahmen“, so Hans Köhl. Um die Zeit des Nationalsozialismus wurde versucht, die Tracht zu politisieren und zu einer Art Uniform des Deutschen Reiches zu machen. Das hat die Identifikation mit der Tracht völlig zerschlagen. Erst mit Aufkommen der Heimatfilme bekam die Tracht neuen Aufschwung und wird erstmals so dargestellt, wie die sie heute bekannt ist.

Im darauffolgenden Kamingespräch wurde darüber diskutiert wie weit Tracht gehen kann. Hans Köhl ist überzeugt: „Es gibt kein echt und kein unecht. Die traditionellen und regional unterschiedlichen Trachten sind wichtig gelebt zu werden. Im Gegensatz dazu ist es ebenso wichtig, sich weiterzuentwickeln und Raum für neues und kreatives zu lassen.“ „Tracht bedeutet für mich einerseits hochwertige regionale Qualität. Andererseits ist es mir wichtig, sich in der Tracht wohl zu fühlen, sich zu bekleiden und nicht zu verkleiden“, so Regina Wienerroither. Trachtenreferentin des Gauverbandes Pinzgau Barbara Wimmer sagt: „Tracht ist für mich Heimatverbundenheit und Tradition. Aber auch hier ist es wichtig der Individualität Spielraum zu lassen.“

Auktion zu Gunsten des Landjugend-Solidaritätsfonds
Ein großer Dank gilt den Unterstützern und regionalen (Jung)-Unternehmern „Trachten Wienerroither“ und „Tauernschmiede“, die tolle Trachtenaccessoires zur Versteigerung spendeten. Die BesucherInnen boten eifrig mit und so wechselten 5 Artikel den Besitzer. Stolze € 879,00 konnten damit für den Landjugend-Solidaritätsfonds gesammelt werden. Der Fonds unterstützt aktive Landjugendmitglieder und deren Familien im Falle eines Schicksalsschlages.


„Das 1. Dirndlsymposium war ein voller Erfolg! Sicher wird es dazu nächstes Jahr noch mehr geben“, so Landesleiterin Karin Asen.
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