07.09.2017, 11:26 Uhr

Andrea Steger ist ausgebildete Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleiterin

Im Empfangsraum der "Bestattung Kogler" in Mittersill: Andrea Steger sitzt hier als richtige Frau am richtigen Ort. (Foto: Christa Nothdurfter)
NEUKIRCHEN/MITTERSILL (cn). Der Tod fragt nicht, ob man sich mit ihm befassen möchte oder nicht - er kommt einfach und lässt uns oder unsere Liebsten sterben. Und allzuoft kommt er viel zu früh. So war das auch bei Andrea Steger aus Neukirchen: Ihre Mutter verstarb bereits mit 52 Jahren und ein Jahr später musste sich die Oberpinzgauerin von ihrem gerade erst geborenen Baby verabschieden.

"Die Leute mieden mich und konnten nicht mit mir reden"
Andrea Steger: "Als langjährige Pfarrgemeinderätin bzw. PGR-Obfrau war ich zu dieser Zeit schon sehr dem Glauben zugetan und hatte einen guten Draht zu unserem damaligen Pfarrer Magister Josef Zauner; er hat mich nach diesen Schicksalsschlägen auf dem Weg der Trauer gut begleitet. Nach dem Verlust unseres Kindes ist mir aber besonders aufgefallen, dass mich die Leute auf der Straße irgendwie gemieden haben und nicht mit mir reden konnten. Ich war es ja gewohnt, durch's Dorf zu gehen und mich zu unterhalten, wenn ich Bekannte traf. Die Menschen waren natürlich überfordert, aber ich hätte so dringend eine Ansprache gebraucht. Und da habe ich mir gedacht, dass ich im umgekehrten Fall schon in der Lage sein möchte, diese Ansprache zu bieten. Deshalb absolvierte ich den Kurs ,Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleitung'."

Berufung und Beruf
Im Jahr 2007 nahm Andrea Steger dann Kontakt mit dem Mobilen Palliativ- und Hospiz-Team Pinzgau rund um Edith Trentini auf. In diesem Rahmen machte die Oberpinzgauerin eine weitere Ausbildung. Zunächst eigentlich nur für sich selber, wie sie erzählt, doch schon bald fand sie in diesem Bereich nicht nur ihre Berufung, sondern auch ihren Beruf: Seit 2010 ist die 56-Jährige Einsatzleiterin vom Team Hospiz Initiative Oberpinzgau (Tel. 0676-848210-565) und koordiniert als solche die kostenlosen Einsätze der ehrenamtlichen Mitarbeiter bzw. ist sie auch selber in der Trauerbegleitung aktiv - eine nicht einfache, aber wichtige und auch schöne Aufgabe.

"Ist das nicht schön?"
Andrea Steger: "Und schließlich durfte ich als ,50plus-Frau' noch eine besondere Freude erleben. Belinda Kogler vom alteingesessenen Bestattungsunternehmen Kogler in Mittersill mit einem zweiten Standort in Zell am See hat mich gefragt, ob ich halbtags im fünfköpfigen Team - mit dabei sind auch noch Belindas Eltern Maria und Ferdinand Kogler - mitarbeiten möchte. Wegen meiner zunächst noch mangelnden Computer- und Grafikkenntnissen hatte ich Bedenken, aber unsere Chefin meinte, dass sie mich nicht als perfekte Sekretärin, sondern als Mensch brauchen würde. Ist das nicht schön?"

"Andrea passt perfekt zu uns."
Auch Belinda Kogler freut sich: "Als zertifizierte Bestatterin ist mir wichtig, dass unser Team auf die Wünsche und Anforderungen der Angehörigen gefühlvoll eingeht; Andrea passt daher perfekt zu uns."


ZUR SACHE
Hier noch der Kontakt zum Mobilen Palliativ- und Hospiz-Team Pinzgau:
Telefon 0676 / 84 82 10 - 410
Rufbereitschaft 8 bis 20 Uhr

Genauere Kontaktdaten zur Hospiz-Initiative Oberpinzgau:
Telefon 0676 / 84 82 10 - 565
Bürozeiten - Mittersill, Landstraße 14a (Caritas-Gebäude): Dienstag 14 bis 16 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung.
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Helga Amh aus Bruck an der Leitha | 07.09.2017 | 13:28   Melden
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Christa Nothdurfter aus Pinzgau | 07.09.2017 | 16:36   Melden
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