06.10.2017, 18:02 Uhr

Bürgerversammlung: Das waren die Fragen, Wünsche und Beschwerden der Zeller

Bürgermeister Peter Padourek (Bildmitte) mit seinen Stellvertretern Karl Weber (li.) und Andreas Wimmreuter (re.) bei der gestrigen Bürgerversammlung. (Foto: Christa Nothdurfter)
ZELL AM SEE (cn). Gestern Abend  (5. Oktober) stand im Ferry Porsche Congress Center die heurige Bürgerversammlung auf dem Programm. Bürgermeister Peter Padourek und seine beiden Stellvertreter Andreas Wimmreuter und Karl Weber bilanzierten über das vergangene Jahr und informierten über aktuelle und anstehende Projekte. An ihrer Seite auf dem Podium: Die Stadträte Johannes Thurnhofer, Christof Mayr, Christoph Berner, Gerald Rieder, Petra Trauner und Anneliese Reitsamer. Sie alle standen im Anschluss an die Info-Veranstaltung auch für Fragen aus dem Publikum - etwa 100 Bürger waren anwesend - zur Verfügung. 

Publikumsfragen,  -anregungen und -beschwerden:

Anna Rieger-Mösslacher: "Im Sommer ist der Spielplatz beim Elisabethpark wegen der Seefest-Bühne  immer einen Monat lang gesperrt. Ich verstehe das, aber meine beiden Kinder nicht."
Dazu StR. Petra Trauner, welche zum Seefeste-Organisationsteam gehört: "Wir werden hier bestimmt eine Lösung finden, sodass der Spielplatz ab nächstem Jahr nicht mehr so lange gesperrt werden muss."


Gerhard Cordt: "Ich möchte mich ausdrücklich bedanken für das gute Miteinander, das im Rathaus gepflegt wird. Ein großes Dankeschön geht auch an den Wirtschaftshof - wir haben eine saubere Stadt, keine Hundstrümmerl und auch die Schneeräumung funktioniert bestens."


Edi Guggenbichler aus Thumersbach bedankt sich für die bereits erfolgten Maßnahmen in Sachen Verkehrsberuhigung (Insel) in diesem Ortsteil und fragt, wie es mit der Verkehrsberuhigung dort weitergeht. 
Dazu Bgm. Peter Padourek: "Das Land wird ja die Thumersbacher Landesstraße sanieren und dort verbreitern, wo es möglich ist. Am 7. November gibt es diesbezüglich ein Treffen des Regionalverbandes. Auch beim Thumersbacher Dorfplatz wird einiges passieren. Am kommenden Montag steht eine Zusammenkunft mit Landesrat Hans Mayr und mit Mitgliedern der Bürgerinitiative Thumersbach auf dem Programm. Wir sind jedenfalls dran an diesem Thema."


Wiederum Gerhard Cordt: "Es wäre schön, wenn es am Friedhof eine neue Lautsprecheranlage mit fixen Boxen geben würde. So, wie es jetzt ist, kann man das Geschehen nicht wirklich mitverfolgen. Das wäre ein schöner Service am Bürger."


Eine Dame aus der Seegasse: "Ich finde, das Ortsbild hat sich nicht verbessert, das Bild der Stadt zeigt sich alles andere als harmonisch - Beispiele dafür ist der Wildwuchs an A-Ständern im Ortszentrum oder der Anblick, der sich Besuchern bietet, die mit dem Zug in Zell am See ankommen."
Dazu StR. Gerald Rieder: "Bei den A-Ständern haben wir leider das Problem der verschiedenen Zuständigkeiten - Stadtgemeinde und Gewerbebehörde. Es ist sehr schwierig, in dieser Sache etwas zu unternehmen." 
Vize-Bgm. Karl Weber: "Wir versuchen schon länger, die Stadt in eine Form zu bringen, die ein schönes Ortsbild ergibt. Gewisse Dinge arten einfach aus, das ist einer Innenstadt in der Tat nicht würdig."


Gerhard Cordt: "Bei den vorangegangenen Tunnelreinigungs-Aktivitäten gab es eine erfrischend kurze Wartezeit - wahrscheinlich, weil die Ampeln auf Blinken geschaltet waren. Das wäre vielleicht auch für andere Ampeln eine Anregung."
Dazu StR. Christof Mayr: "Bei der Kreuzung im Zentrum der Stadt, wo es in die Schmittenstraße hinaufgeht, haben wir das einmal ausprobiert, aber der Verkehr hat sich nicht von selber geregelt - das war eine mittlere Katastrophe, es herrschte Chaos."


Bernhard Gliber:
"Es ist eine Sache, wenn es zwei Zuständigkeiten gibt, aber es ist eine andere Sache, jeweils den anderen vorzuschieben. Geht man zur BH, heißt es, die Gemeinde sei zuständig und umgekehrt ist es dasselbe. Was ich auch noch sagen möchte: Es gibt Lokalbetreiber, die gestalten alles so liebevoll und bei anderen wiederum - so zum Beispiel bei einem Würstlstand mitten im Zentrum - ist alles so schlecht gemacht."
Vize-Bgm. Karl Weber: "Was den Wüstlstand betrifft, konnten wir das gewerberechtlich leider nicht verhindern - er steht auf Privatgrund. Aber es gibt Gespräche und die Situation soll sich verbessern - Garantie dafür gibt es aber leider keine."


Toni Fersterer
, ein Zentrumsbewohner, spricht von drei Punkten, die ihn stören: Dass trotz einer 2,5 Tonnen-Beschränkung bis zu 7,5 Tonnen schwere Lieferanten-Fahrzeuge in die Fußgängerzone fahren, dass er durch die Kombination von einem bestimmten Geschäft mit Touristen aus dem arabischen Raum unter Lärmbelästigung leidet und dass es derzeit durch den Abriss eines Gebäudes (dort war  das Geschäft Trendmaker beheimatet) in der Fußgängerzone zu diversen Unannehmlichkeiten kommt.
Dazu Bürgermeister Peter Padourek sinngemäß: "In Sachen Lieferanten-Fahrzeugen war auch eine Lösung mit Pollern angedacht, aber die hat sich nicht durchgesetzt. Hier muss sicherlich mehr kontrolliert werden. Gefordert sind auch die Unternehmer; sie sollen ihren Lieferanten sagen, dass sie mit kleineren Fahrzeugen kommen müssen. Woanders klappt das.  Und  was die Lärmbelästigungen betrifft, setzen wir auch diesbezüglich auf unsere Stadtpolizei, die ab Anfang 2019 mit fünf Personen im Einsatz sein wird. Zur Bausstelle: Es gibt nun mal das Recht auf Bauen, aber natürlich ist in diesem Fall für die Anrainer unbefriedigend. Aber ich denke, dass es - wenn die ärgsten Arbeiten vorbei sind - bald besser wird."
Der Stadtchef bedankt sich auch noch bei Herrn Fersterer für sein Entgegenkommen in Sachen Baustellenzufahrt.


Peter Schandlbauer
 wiederum bedankt sich für die gute Arbeit des Wirtschaftshofes, vor allem am See sei es so sauber und schön. Kritik fand er allerdings für die ÖBB, weil sich das erste Geleise in einem bestimmten Bereich "wie ein Müllhaufen" präsentiere. 
Dazu Vize-Bgm. Andreas Wimmreuter: "Unpraktisch ist, dass es keinen Bahnhofsvorstand so wie früher gibt, der sich um solche Dinge kümmert. Zuständig ist das in Salzburg und Wien stationierte ÖBB-Immobilienmanagement. Wir werden diesbezüglich Kontakt aufnehmen. Das haben wir auch wegen des stillgelegten Liftes, der vom Bahnhof zum See führt, getan." 


Fritz Unterganschnigg fragt, wie der Stand bei der Umfahrung Schüttdorf Richtung Oberpinzgau sei und ob es stimmt, dass beim Hallenbad eine Tiefgarage errichtet werden soll.
StR. Christof Mayr: "In Sachen Umfahrung warten wir derzeit noch auf den Beschluss des Landes. Und was die Tiefgarage betrifft, sind wir derzeit am Schauen, was hier städtebaulich möglich ist."
StR. Johannes Thurnhofer ergänzend dazu: "Das mit der Tiefgarage ist etwas kompliziert, weil wegen der Konkurrenzsituation mit der Rathaus-Tiefgarage das Kurzzeitparken nicht möglich sein würde." 


Peter Schandlbauer meldet sich nochmals zu Wort und gratuliert den Lokalpolitikern am Podium zum zuvor präsentierten Projekt am See/an der Esplanade (ansprechende Terrassengestaltung, Kiosk-Erweiterung, Sitzgelegenheiten, Sonnenschirme, Adaptierung des Pavillons).
Und er fragt nach, ob es stimmt, dass im Bereich der Hallenbad-Parkplätze ein MPREIS-Geschäft hinkommen wird. Außerdem spricht er die Parkraum-Not im Zentrum an.
Bgm. Peter Padourek sinngemäß: "Es wird eine Machbarkeitsstudie erstellt. Grundsätzlich ist die Nahversorgung ein wichtiges Anliegen und da sind wir in der Innenstadt nicht gut aufgestellt. Es werden diesbezüglich mehrere Areale sondiert. Geschäfte, die zu Fuß erreichbar sind, verringern ja auch das Verkehrsaufkommen. Das ist Lebensqualität für Einheimische."



Eine Dame wies darauf hin, dass Urlauber, die sich in Ferienwohnungen aufhalten, auf dem Weg Richtung Enzianhütte die öffentlichen Mistkübel für den privaten Müll nützen würden. 
Dazu Vize-Bgm. Karl Weber: "Dieses Problem haben wir leider auch in anderen Bereichen, so zum Beispiel in Schüttdorf. Die Vermieter von Appartements behandeln diese Thematik oft stiefmütterlich. Die Mitarbeiter unserer Wirtschaftshofes dokumentieren diese Vorkommnisse und der Müll wird dann auch den Appartements zugeordnet und verrechnet. Mir tut es persönlich im Herzen weh, wie nachlässig viele Menschen mit dem Thema Müll umgehen, hier fehlt oft einfach die Eigenverantwortung. Einen Zigarettenstummel wegzuwerfen ist für viele einfach eine Selbstverständlichkeit."

Rückblick auf das aktuelle Jahr:

Beim Rückblick auf das vergangene Jahr wurde folgendes angesprochen:
>der sehr erfolgreiche österreichische Städtetag
>10 Jahre Ferry Porsche Congress Center (FPCC)
>geplante Übergabe vom Tauernklinikum an die SALK - die Gespräche laufen
>Hochwasserschutz Zeller Becken - Grünes Licht erfolgte am 27. April
>Atelier "ZellArt" im FPCC - auch in Zukunft zweimal jährlich
>Kinderfestspiele, Kinderkulturfest
>Sommerferienbetreuungs-Angebot für Schulkinder, wobei es noch einer Optimierung bedarf
>ÖFB-Jahreshauptversammlung im FPCC im Juni
>25 Jahre Klimabündnispartnerschaft
>Erstellung eines Katastrophenschutzplanes

Aktuelle bzw. anstehende Projekte, die präsentiert wurden:

>Umsetzung des Esplanaden-Projekts am Zeller See
>Gemeinde-App
>Digitale Stadtführung
>Wohnbauprojekt Limberg 
>Rodelbahn Thumersbach
>Beschneiung der Skiroute in Thumersbach
>Hochwasserschutz Porscheallee
>Sanierung Volksschule und Sanierung Musikmittelschule
>Erweiterungsmaßnahmen Seniorenwohnanlage


Die Textversion über die Bürgerversammlung sowie ein Kommentar finden sich in unserer kommenden Printausgabe (Erscheinung 11./12 Oktober 2017)

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