02.12.2017, 07:30 Uhr

Das war die Jubiläums-Bildungswoche in Bramberg

Bgm. Sonja Ottenbacher, Georg Kirchner, LR Martina Berthold, Bgm. Hannes Enzinger (v.l.n.r.) (Foto: Salzburger Bildungswerk Bramberg)
Bramberg am Wildkogel: Tourismusschule Bramberg | Das sechzigjährige Bestandsjubiläum des Salzburger Bildungswerks Bramberg war der Anlass, eine Bildungswoche durchzuführen.
Die Vorbereitungen nahmen beinahe ein Jahr in Anspruch und starteten im Jänner mit dem Forum der Ideen. Bildungswerkleiter Georg Kirchner trommelte eine große Zahl an interessierten Brambergerinnen und Brambergern zusammen, um in einer „Bildungswerkstatt“ Themen für die Bildungswoche zu sammeln.


Mehrere Arbeitsgruppen bemühten sich intensiv um die Ausarbeitung der Themen. Anfang Oktober konnten wir in der Detailabsprache schließlich das Programm der Bildungswoche mit dem Titel „Z´såmmkemma ba ins“ fixieren.


Bei der Eröffnungsfeier am 19. November 2017 in der Aula der Tourismusschule Bramberg begrüßte Bürgermeister Hannes Enzinger die zahlreich erschienenen Gäste.
Landesrätin Mag. Martina Berthold, die Präsidentin des Salzburger Bildungswerks, erwies sich in ihrer Eröffnungsrede als profunde Kennerin von Bramberg.
Zum 60-jährigen Bestandsjubiläum zeichnete Bildungswerkleiter Georg Kirchner den Weg des Bil-dungswerks von der Gründung im Jahr 1957 bis heute nach. Er verwies dabei auf die Leistungen von Prof. Hans Hönigschmid, dem damaligen Volksschuldirektor, der das Bildungswerk von Beginn an 24 Jahre lang leitete.
Dr. Anton Seifriedsberger übernahm von 1981 bis 1994 die Leitung des Salzburger Bildungswerks. Er war Initiator von vier Bildungswochen.
2009 übernahm Georg Kirchner die Bildungswerkleitung; dazwischen gab es keine Leitung vor Ort.

In seinem Rückblick würdigte Kirchner das Wirken zweier vor einem Jahr verstorbenen Persönlichkeiten: Es sind dies Lisl Innerhofer (Brösei Lisl), die landesweit bekannte Mundartdichterin und Manfred Brandstätter, ein langjähriger Chorleiter und Chorsänger. Beide wirkten bei der letzten Bildungswoche vor fünf Jahren noch aktiv mit und waren auf einem kurzen Videoclip nochmals zu erleben. Feierlich umrahmt wurde die Veranstaltung von einem Bläserquartett der Trachtenmusikkapelle. Für das Buffet sorgten die Bäuerinnen, das Service übernahmen Schüler der Tourismusschule Bramberg.

Im Anschluss an die Eröffnungsfeier gab es im Samplhaus noch die Kunstwerke von neun Bramberger Krippenbauern zu bewundern. „Krippen – Glaubenszeichen in unseren Häusern“ war der Titel der Ausstellung. Dabei sollte bewusst an die biblische Erzählung von der Geburt Christi verwiesen werden. Es ist die Rede von vollen Herbergen, Armut, Kindesmord und Flucht. Plakat und aktuelle Zeitungsausschnitte zum Thema „Flucht und Asyl“ sollen die Betrachter zum Nachdenken anregen.

Zum Thema „Ehrenamt-was bringt´s“ sprach am Montag, dem 20. November 2017, DGKP Albert Gruber. Christl Proßegger begrüßte den Referenten, den sie seit ihrer Ausbildung zur Altenpflegerin kennt.
Viele Menschen üben eine ehrenamtliche Tätigkeit aus. Der Nutzen für die Gesellschaft liegt auf der Hand. Aber was ist der Nutzen für die Person, die ehrenamtlich tätig ist? Herr Gruber fand eine ganze Reihe davon und untermauerte diese durch wissenschaftliche Untersuchungen: Ehrenamt bringt Zufriedenheit, stiftet Sinn, stärkt Selbstwert und Immunsystem, fördert gesundes Altwerden und vieles mehr.
Goethe drückte das so aus: „Willst du glücklich sein im Leben, trage bei zu and´rer Glück.“

Am Dienstag, dem 21. November 2017, trug Erwin Burgsteiner in der Aula der Tourismusschule seine „Bramberger Dorfgeschichten“ als Lesung an etwa 150 Interessierte heran. Es waren durchwegs heitere Geschichten, die sich einmal im Bramberger Dorfleben ereignet hatten, in einer Zeit, die weniger hektisch, weniger mit Leistungsdruck behaftet und in der sich noch Originale herausbilden durften. Begleitet wurde Erwin Burgsteiner von den beiden Musikern Bernie Wöhrer und Jörg Hanusch, die lustige und auch kritische Lieder gekonnt vortrugen.
Sollte jemand interessante - heitere oder für das Dorf bedeutsame - Dorfgeschichten in Erinnerung haben, so würde sich Erwin Burgsteiner freuen, wenn man sie ihm erzählt. Auch an alten Fotos ist er interessiert.

Am Mittwoch, dem 22. November 2017, öffnete das Repair-Cafè in der Neuen Mittelschule. Unter dem Motto „Zum Wegwerfen zu schade“ traf sich ein Team, um defekten Dingen, wenn möglich, wieder neues Leben einzuhauchen bzw. Änderungen oder Reparaturen an Textilien vorzunehmen. Sehr gut angenommen wurde die Möglichkeit, stumpfen Küchenmessern eine verfrühte „Bachö-schneid“ zu verpassen.
Wir freuen uns, diese gemeinnützige Einrichtung erstmals im Oberpinzgau ins Leben gerufen zu haben. Vielleicht lässt sich durch Mundpropaganda das Interesse der Bevölkerung noch steigern, sodass die Kapazität des Reparaturteams voll ausgeschöpft wird.Das Reparaturteam und die Betreuerinnen des Cafès freuten sich über jede Besucherin, jeden Besucher. Bei der „Schlussbesprechung“ im Cafè haben alle Beteiligten einstimmig beschlossen, im Frühjahr 2018 wieder ein Reparatur-Cafè veranstalten zu wollen.

Am Donnerstag, dem 23. November 2017, präsentierten die Kinder der 1b-Klasse der NMS das Pro-jekt „Gesundheit aus der Natur“. Dafür hatten sie sich in den letzten Monaten mit dem Reichtum der Natur vertraut gemacht und viel über Bienen und ihre Bedeutung für Mensch und Natur gelernt. Im Wennser Wald hatten sie den Rohstoff für die Pechsalbe gesammelt, die sie unter Anleitung von Anneliese Grübl herstellen wollten. In der „Hexenküche“ der Schule bereiteten sie neben der Salbe auch Hustenzucker und Kräutersalz.

Im Anschluss daran entführte Hannes Kirchner im voll besetzten Saal des Seminarzentrums Lebens-raum in Mühlbach die Besucher in eine ganz andere Welt. Er zeigte Bilder von seiner Reise nach Madagaskar, dem langjährigen Wirkungsort seiner Tante. Der Erlös aus freiwilligen Spenden kommt der madagassischen Hilfsorganisation Vozama zugute.
Das Museum Bramberg lud am Freitagvormittag die Gastgeber ins Museum, damit sie ihre Gäste zum Besuch des Museums animieren können. Es begann mit heiteren Geschichten, die sich im Museum zugetragen haben, dann führte Erwin Burgsteiner die Gäste durch die „Nationalparkausstellung Smaragde und Kristalle“, Waltraud Moser-Schmidl (die zukünftige Museumsleiterin) brachte den Gästen den volkskulturellen Teil des Museums näher.

Unter dem Titel „Fliegende Worte“ präsentierten am frühen Abend Schülerinnen und Schüler der Neuen Mittelschule ihre Texte, die sie unter Anleitung von Anna Nindl in einer Textwerkstatt erarbeitet hatten. Die Zuhörer waren überrascht von den witzigen, aber auch tiefgründigen Gedanken der Jugendlichen und staunten über die selbstbewusste Art, wie sie diese darboten. Musikalisch begleitet wurden sie dabei von vier Saxophonistinnen der Trachtenmusikkapelle.

Das Cäciliakonzert der Trachtenmusikkapelle stand am 25. November 2017 auf dem Programm. Es bildet traditionsgemäß den Abschluss der Bildungswoche. Obmann Albert Fritz begrüßte als Ehren-gast LR Hans Mayr. Im voll besetzten Senningersaal boten die 45 Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Kapellmeister Jochen Freiberger nach mehrwöchiger intensiver Probenarbeit den begeisterten Zuhörern ein Konzert von hoher Qualität.
Bürgermeister Hannes Enzinger und Bildungswerkleiter Georg Kirchner erhielten Gelegenheit, allen, die zum Erfolg der Bildungswoche beigetragen hatten, zu danken und der Trachtenmusikkapelle zum gelungenen Konzert zu gratulieren.

Die insgesamt 11 Veranstaltungen der Bildungswoche 2017 an 5 Veranstaltungsorten wurden von mehr als 800 Menschen besucht. Diese erfreuliche Bilanz rechtfertigt den großen organisatorischen und zeitlichen Aufwand für Planung und Durchführung. Letztlich kann ein solches Vorhaben nur gelingen, wenn viele zusammenhelfen und ihre unterschiedlichen Talente einbringen. Dafür gebührt allen ein großes Danke!
Bericht von Georg Kirchner (Leiter Salzburger Bildungswerk Bramberg)
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