14.11.2016, 15:22 Uhr

Der aus den Ställen verdrängte Star

Johannes Hofer jun. und sen. auf ihrem Hubgut mit einem Pinzgauer Kalb im typischen satten Kastanienbraun. (Foto: Privat)

Marschtüchtig, widerstandsfähig, robust und schmackhaft: Ein Loblied auf das Pinzgauer Rind.

MAISHOFEN. Wenn Hannes Hofer von den Pinzgauern spricht, kommt er ins Schwärmen. "Die Rasse ist bodenständig und ideal für unser alpines Gebiet geeignet", erklärt der Züchter. Den Nutzen des Pinzgauer Rindes, das zu seiner Blütezeit im gesamten Gebiet der Monarchie die meist verbreitete Rasse war, wüssten viele Bauern nicht mehr zu schätzen. "Jetzt ist das höchste Ziel die Leistung, aber in unserer Gegend kann man mit intensiven Milchbetrieben nicht mithalten". Das Pinzgauer Rind ist eine Doppelnutzungsrasse, Milch und Fleisch kann genutzt werden. "Die hochgezüchteten Milchrassen sind für die Fleischproduktion ungeeignet. Aber gerade in unsicheren Zeiten wie jetzt, wenn der Milchpreis im Keller ist, ist es wichtig, ein zweites Standbein zu haben", so Hofer.

Pinzgauerin in Afrika
Er steige in seinem Betrieb mit den Pinzgauern sogar finanziell besser aus."Die Pinzgauerin holt das meiste aus dem Futterangebot hier heraus. Sie ist eine optimale Grundfutterverwerterin. Ich brauche kein zusätzliches teures Kraftfutter. Und die Milchleistung meiner Kühe ist sicher nicht schlechter." Die Züchtung des Pinzgauer Rindes sei allerdings aufgrund der sinkenden Population schwieriger und umständlicher geworden. Hannes Hofer ist beim Rinderzuchtverband Salzburg, der seinen Sitz in Maishofen hat, der Obmann des Fachausschusses Pinzgau. Diesen gibt es österreichweit nur im Pinzgau. Er widmet sich dem Erhalt und der weiteren Verbreitung des Pinzgaurindes. Während es in Österreich und speziell im Pinzgau weitgehend von anderen Rassen verdrängt wurde, gibt es weltweit Gebiete, wo das heimische Tier großes Ansehen hat. Bereits um 1900 wurde es nach Südafrika und später auch nach USA, Kanada und Australien exportiert, denn es bewährte sich auch unter extremsten Umweltverhältnissen. Hofer war im März zu Besuch in einem Betrieb in Südafrika, der über eine Herde mit mehr als 2000 Pinzgauer Rindern verfügt. Die Rasse hat sich dort sehr gut durchgesetzt, weil sie so widerstandsfähig ist und mit den kargen Bedingungen in Afrika gut zurecht kommt.

Weltkongress in Maishofen

"Jeder in Afrika und überall auf der Welt, der Pinzgauer hat, kennt Maishofen. Wir sind Ansprechpartner für alle Züchter", so Hofer. Im Jahr 2018 wird in Maishofen der Weltkongress der Pinzgauer Rasse veranstaltet, dazu werden Züchter aus der ganzen Welt erwartet. Hannes Hofer ist bereits mit den Vorbereitungen für dieses große Ereignis beschäftigt und vertieft auch seine Englischkenntnisse mit einem Kurs vom BFI.
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