10.04.2017, 13:53 Uhr

Erfolgreiche Ausstellung über eine starke Frau

Sabine Aschauer Smolik und Mario Steidl freuten sich über den großen Erfolg der Ausstellung (Foto: Radke)
SAALFELDEN. Im Kunsthaus Nexus in Saalfelden wurde die vom Bildungszentrum initiierte Ausstellung „Alice Behrmann-Cohn - Ein engagiertes Frauenleben in stürmischer Zeit“ gezeigt. Über 750 BesucherInnen nutzten die Gelegenheit, diese jüdische Frau, die sich auf außergewöhnliche Weise im holländischen Wiederstand engagierte, kennenzulernen.

Die Ausstellung war von Alice Bermann-Cohns Tochter Evelyne in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schaan in Lichtenstein konzipiert worden. Durch ein persönliches Kennenlernen von Sabine Aschauer Smolik (Bildungszentrum Saalfelden) kam die Ausstellung dann nach Saalfelden und wurde hier gemeinsam mit Mario Steidl (Kunsthaus Nexus) entsprechend umgesetzt und am Internationalen Frauentag eröffnet.

„Es freut uns, dass wir so viele Gäste begrüßen konnten, darunter auch mehrere Schulklassen aus Saalfelden und Umgebung“, betonten die beiden Organisatoren. Die Führungen durch Schautafeln, Fotos und zalhlreiche von Bermann-Cohns hergestellte Exponate wurden kostenlos angeboten und zeichneten ein beeindruckendes Bild eines ungewöhnlichen Lebensweges. „Uns war es sehr wichtig, diese Frau als Beispiel für Zivilcourage und Engagement während der Zeit des Nationalsozialismus zeigen. Zugleich ist Alice Behrmann-Cohn ein herausragendes Rollen-Modell für Emanzipation und Selbstbestimmung in einer Zeit, wo dies noch gar kein Thema war!“, betont Sabine Aschauer Smolik.

Alice Behrmann Cohn hatte einen untypischen Beruf (Setzerin, Grafikerin), den sie während des Krieges und nach der Verfolgung, Flucht und letztlich Ermordung ihrer Familie nutzte, um als erfolgreiche Fälscherin für den Widerstand zu arbeiten. Gleichzeitig war sie aktiv an der Rettung von jüdischen Kindern beteiligt, die bei holländischen Familien versteckt wurden. Nach dem Krieg heiratete sie nach Liechtenstein und arbeitete als Schreinerin, Spielzeug-Designerin, Familienfrau, Grafikerin und Werbeleiterin in Schaan und Hohenems. Pikantes Detail: Auch hier wurde die jüdische Familie erst 1973 von ihrer Gemeinde offiziell eingebürgert.
Generell war der Frauenschwerpunkt, den das Kunsthaus NEXUS im heurigen Frühjahr gesetzt hat, so erfolgreich, dass er auch im Zukunft weitergeführt werden soll!

Text: Susanne Radke

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