26.07.2017, 09:08 Uhr

EuRegio Dialog bei Senoplast

40 Silos für die Aufnahme der Rohstoffe stehen am Beginn des Produktionsprozesses bei Senoplast (Foto: EuRegio)
PIESENDORF. Die dritte Veranstaltung des EuRegio Dialogs mit seinen grenzüberschreitenden Betriebsbesuchen führte kürzlich zur Senoplast Klepsch & Co. GmbH in Piesendorf, dem größten Unternehmen der international agierenden Klepsch Gruppe. Neben der Besichtigung der Produktionsanlagen für hochwertige Kunststoffplatten und –folien standen insbesondere die Aktivitäten von Senoplast für eine umweltfreundliche Produktion und eine naturnahe Gestaltung des Betriebsstandortes im Mittelpunkt.

Piesendorf im Oberpinzgau war dieses Mal Begegnungsstätte für den grenzüberschreitenden Austausch zwischen Unternehmen im gemeinsamen Grenzraum der EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land - Traunstein. Piesendorfs Vizebürgermeister Stefan Foidl freute sich über den zahlreichen Besuch aus dem gesamten EuRegio-Raum und betonte besonders die große Bedeutung der gastgebenden Firma Senoplast als größten Arbeitgeber in der Region und vorausschauend aktives Unternehmen.
Geschäftsführer Günter Klepsch stellte die von seinem Vater Wilhelm im Jahre 1956 gegründete Firma als Technologieführer im hochkomplexen Produktionsverfahren der Coextrusion (Herstellung von Kunststoffplatten und Folien in Mehrschichttechnik) vor. Innovationen seien dabei eine wichtige Basis, um in einem Hochlohnland wirtschaftlich erfolgreich sein zu können, so Klepsch. Für die ebenfalls notwendige internationale Ausrichtung wurde bereits im Jahr 2000 eine Produktionsstätte in Mexiko aufgebaut, eine weitere wird in China folgen. „All dies geht aber nicht zu Lasten des Standortes Piesendorf, sondern hilft, diesen abzusichern.“, betonte Klepsch.

Stetes Wachstum

Betriebsleiter Ernst Rattensperger ging auf die Firmenentwicklung ein und betonte die Kompetenz von Senoplast bei der Farbgebung und Oberflächengestaltung, immerhin sind von mehrschichtigen Kunststoffplatten und –folien über 5.000 verschiedene Farbtöne standardisiert. Weiterverarbeitet werden diese dann von Unternehmen aus den Branchen Sanitär, Reise und Freizeit, Automobile, Nutzfahrzeuge, Kühlgeräte, Caravan sowie Möbel. Bei einer Exportquote von über 90% und mit einer Belegschaft von über 500 Mitarbeiter/inne/n in Piesendorf (weltweit in der Gruppe über 800) konnte Senoplast über die letzten Jahre ein stetiges Wachstum verzeichnen, das inzwischen sogar deutlich über dem hohen Niveau von vor den Krisenjahren von 2008/2009 liegt.

Naturnaher Betriebsstandort

Was zeichnet Senoplast als Klimabündnisbetrieb aus, der sich aktiv um die Reduzierung seiner CO2-Emissionen bemüht? Darauf ging Siegfried Lackner, Leiter des Bereichs Umwelt und Betriebscontrolling, in seinem Vortrag „Schließung von Energie- und Materialkreisläufen in Verbindung mit einer naturnahen Gestaltung des Betriebsstandortes“ ein. Erfolgreiche Aktivitäten bei der Wärmerückgewinnung aus dem Produktionsprozess, bei der Wiederverwertung von Produktionsabfällen sowie Rücklieferungen von Kunden in Form von Regeneraten und bei der naturnahen Gestaltung des Betriebsstandortes sind die wesentlichen Erfolgsfaktoren dafür. „So lässt sich nicht nur ein wirtschaftlicher Nutzen erzielen, sondern wir tragen gleichzeitig zum Erhalt unserer schönen Natur bei.“, zeigte sich Lackner überzeugt. Johanna Schnellinger von der Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege in Laufen untermauerte diese Ansicht mit ihrem Impuls zum Thema „Naturnahe Betriebsstandorte – ein Mehrwert für Unternehmen und Natur“. Sie zeigte Beispiele auf für Fassaden- und Dachbegrünungen, für Verkehrsflächen- und Gewässergestaltungen oder auch für das Anlegen von Blühwiesen.


Beim Betriebsrundgang erhielten die Gäste dann nicht nur einen Einblick in den Produktionsprozess von Senoplast, der rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche auf 12 Linien parallel läuft. Sie konnten sich auch ein Bild von den naturnahen Gestaltungsmöglichkeiten machen. Diese umfassen bei Senoplast etwa die Beschattung der Parkflächen, Dachbegrünungen, einen naturnahen Löschteich als Biotop mit einem Leitsystem für Amphibien sowie die Renaturierung eines Bachlaufes hin zu einer parkähnlichen Anlage.

Die vierte Veranstaltung des EuRegio Dialogs 2017 findet am 07. September bei der Kliniken Südostbayern AG in Bad Reichenhall statt.

Text und Fotos: EuRegio
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