07.11.2017, 14:14 Uhr

Felberturmmuseum in Mittersill: Neues Konzept, aber Auflösung des Museumsvereines

Bürgermeister Wolfgang Viertler und sein Vor-Vorgänger Walter Reifmüller im Mittersiller Rathaus. (Foto: Christa Nothdurfter)
MITTERSILL (cn). Im Felberturmmuseum in Mittersill soll mit einem neuen Konzept und mit Investitionen in die Ausstellungsflächen und in Multimedia-Produktionen eine neue Ära anbrechen. Mit dem inhaltlichen Schwerpunkt "Der Saumhandel über die Tauern" will man mit einem österreichweiten Alleinstellungsmerkmal punkten. Als weitere Hauptpunkte sollen sich die Ausstellungen mit den Themen "Verkehrsentwicklung in der Region", "Bergsteigen und Skifahren" sowie "Geschichte von Mittersill" befassen.

Aktuelle Studie

Diesen und noch anderen Anregungen liegt eine Ideenstudie von Erich Marx, dem früheren Leiter vom Salzburg Museum, zugrunde. Außerdem basiert das Ganze auch auf den bereits vorhandenen Ausstellungsstücken. In Auftrag gegeben wurde die Studie von der Stadtgemeinde Mittersill und vom zuständigen Landesrat Heinrich Schellhorn.

Eine Leitung für drei Orte

Zudem ist laut Bürgermeister Wolfgang Viertler angedacht, dass jemand hauptberuflich angestellt wird, der sich sowohl in Mittersill als auch in den Museen in Uttendorf (Keltendorf) und in Niedernsill (Noriker-Museum) um die vielseitigen Belange aller drei Kulturstätten kümmert. Viertler: "Eine Gemeinde allein kann das - einerseits angesichts der stetig steigenden Kosten für Kinderbetreuung und Pflege und andererseits wegen der sinkenden Einnahmen (Anm. d. Red.: Bundesertragsanteile) nicht stemmen."

Der Museumsverein steht vor der Auflösung

Bis dato hat sich Altbürgermeister Walter Reifmüller sowohl als Leiter als auch als Obmann des seit 1961 bestehenden Museumsvereines 20 Jahre lang um die Geschicke des Felberturmmuseums gekümmert. Dieser Verein steht nun - aller Wahrscheinlichkeit nach - vor der Auflösung.  Wie das?

Versammlung am 29. November im GH Heitzmann

Dazu Walter Reifmüller: "Ich bin 81 Jahre alt und wollte eigentlich schon vor einem Jahr aufhören. Aber es hat sich niemand gefunden, der beide Ämter ehrenamtlich übernehmen wollte. Die Obmannschaft alleine wäre nicht das Problem, aber die zusätzliche Belastung als ehrenamtlicher Museumsleiter wollte sich verständlicher Weise niemand mehr antun. Ich habe dem Bürgermeister schon vor zwei Jahren einen Vorschlag für eine geeignete Nachfolgerin als Halbtages-Museumsleiterin gemacht, aber er hat die Dame nie kontaktiert und nun stehen wir eben ohne Obmann da. Laut der Statuten des Vereins muss er in diesem Fall aufgelöst werden. Am 29. November um 19 Uhr findet im GH Heitzmann die Generalversammlung statt."

Walter Reifmüller: "...das war brüskierend"

Das von Erich Marx erstellte Gutachten hält Reifmüller, der auch Ehrenbürger von Mittersill ist, ebenfalls für zukunftsweisend, aber er kritisiert Wolfgang Viertler für die Vorgangsweise: "Es wäre schön gewesen, wenn man uns vom Museumsverein eingebunden hätte. Wir fühlen uns sehr brüskiert." Außerdem findet Walter Reifmüller, dass die Stadtgemeinde bzw. der Bürgermeister in der Vergangenheit zu wenig übrig gehabt habe für das Felberturmmuseum, sowohl - im Gegensatz zu anderen Pinzgauer Gemeinden - finanziell als auch hinsichtlich des persönlichen Interesses.

Wolfgang Viertler: "Es tut mit Leid..."

Dazu Wolfgang Viertler sinngemäß: "Es tut mir Leid, wenn die Vorgangsweise brüskierend wirkte, das war keine Absicht. Was die Unterstützung für das Museum betrifft, so muss ich sagen, dass ein Bürgermeister eben keine Interessen vertritt, sondern für einen Interessensausgleich sorgen muss."

Ein relativ versöhnliches Ende

Das Gespräch zwischen Wolfgang Viertler und Walter Reifmüller fand ein relativ versöhnliches Ende. Viertler lobte seinen Amtsvorvorgänger für dessen wertvolle Museumsarbeit und sagte auch, dass er sich darüber freuen würde, wenn Reifmüller seine Erfahrung in die anstehenden Veränderungen einbringen könnte. Die "Museum-Agenden" werden in nächster Zeit bei Amtsleiter Andreas Voithofer zusammenlaufen.
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