21.10.2016, 11:57 Uhr

Fleißige Pinzgauer Firmenchefs

Dietmar Hufnagl von der Wirtschaftskammer ist seit 14 Jahren der Leiter der Bezirksstelle Pinzgau. (Foto: Christa Nothdurfter)

Viele Betriebe stehen oder fallen mit der Chefin oder dem Chef - da sollte es auch einen Plan B geben.

PINZGAU (cn). Die Wirtschaftskammer Pinzgau hat fast 6.000 aktive Mitglieder, insgesamt sind es sogar mehr als 7.000. Von diesen sind exakt 2.445 Ein-Personen-Unternehmen (EPU) und bei 6.588 Betrieben sind weniger als 20 Mitarbeiter beschäftigt. Da liegt es auf der Hand, dass die Chefs einen enorm großen persönlichen Einsatz zeigen müssen.

"Eine perfekte Symbiose

Dazu Bezirksstellenleiter Dietmar Hufnagl: "Diesen Firmen, die sich eigentlich durch alle Branchen ziehen, geht es gut. Natürlich müssen die Chefs nicht jeden Auftrag selber ausführen, aber die Kunden schätzen ihre Präsenz. Und auch für die Mitarbeiter ist es sehr motivierend, wenn sie sehen, wie aktiv die Unternehmer selber anpacken. Besonders erfolgreich sind die vielen Familienbetriebe, das ist eine ganz besondere Stärke unseres Bezirks. Dort bringen die einzelnen Familienmitglieder oft ihre verschiedenen Kompetenzen zum Einsatz. Einer ist beispielsweise der Handwerker, ein zweiter der betriebswirtschaftliche Experte und ein dritter kennt sich im Marketing aus - eine perfekte Symbiose."

Für den Fall der Fälle
Aber: Auch bei Familienbetrieben - und erst recht bei EPU's - kommt es laut BB-Gesprächspartner immer wieder einmal vor, dass alles mit einer Einzelperson steht oder fällt. Dietmar Hufnagl, der die Bezirksstelle seit 14 Jahren leitet, erzählt von einem konkreten Beispiel: "Ein erfolgreicher Unternehmer verunglückte und seine Familie konnte das Erbe nicht antreten, weil die Gattin und die erwachsenen Kinder kein bisschen Einblick in den Betrieb hatten und heillos überfordert gewesen wären."
Auch wenn es weniger dramatisch zugeht, sei es wichtig, Menschen des Vertrauens für den Fall der Fälle - eine vorübergehende Krankheit oder andere plötzlich eintretende Umstände - einen Einblick in das Unternehmen oder etwa auch einen Zugang zum Bankkonto zu gewähren.
Über die Notwendigkeit, einen "Plan B" zu haben, klärt die Wirtschaftskammer Pinzgau auch regelmäßig bei Informations-Veranstaltungen auf; auch Betriebsübergaben werden als Anlass genommen, diese Thematik auf den Tisch zu bringen.
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