12.09.2016, 16:03 Uhr

Offener Brief zum Thema Wolf

Aufnahme aus dem Tierpark Ernstbrunn (Foto: Heinrich Keller)

Von Bürgermeister Michael Obermoser

WALD. Zum Thema Wolf wurde von unterschiedlichster Seite schon berichtet. Dieser Brief soll dazu beitragen, einige weitere wichtige durchaus kritische Aspekte zu durchleuchten!

Vermessenheit, Egoismus, Unverschämtheit und Betroffenheit!

Die Diskussion wird Großteils von einem Personenkreis geführt, der passierte
Wolfrisse aus großer Entfernung beurteilt. Eine eventuell geplante Ansiedlung
von Wölfen, argumentieren und dokumentieren Personen die aus urbanen-
städtischen Bereichen kommen. Diese Personenkreise haben, so glaube ich,
ein verklärtes Bild über den Wolf. Dieses edle Raubtier kennt man aus dem Zoo
und als Plüschtier!! Und nun wollen städtische Denker der am Land lebenden Bevölkerung Ihren Willen aufzwingen und behaupten, das der Wolf am Land in Zukunft eine Daseinsberechtigung haben soll. Diese Einstellung ist vermessen, egoistisch und unverschämt. Kein Mensch spricht darüber den Wolf in Städten auswildern zu wollen!

Welches Tier verdient mehr Wertschätzung und Respekt?

Ein Schaf, welches über Jahrtausende uns Menschen mit Milch, Wolle und Fleisch
unterstützt hat, oder ein Wolf, der die Menschheit seit Jahrtausenden immer wieder in Angst und Schrecken versetzt hat. Ich möchte kein aufwiegen zwischen dem Nutztier und Wildtier. Dennoch, welche Spezies ist für uns Menschen wertvoller?
Sind durch Wölfe gerissene Schafe, Lämmer, Kitze und Rehe für unser Empfinden weniger wert, wie ein Wolf? Für mich nicht!

Und noch ein Aspekt zum Nachdenken!

Gefährlicher Hund versus Wolf! Vielerorts veranlassen Gemeinden Hunde-Leinenpflicht. Oder, es gibt seit Jahrzehnten genaue Vorschriften wie Tiere der unterschiedlichsten Arten, zu halten sind, damit diese
der Menschheit dienlich sind. Zahme friedliche Hunde an die Leine, unberechenbare wilde Wölfe frei laufend???? Ich weiß dass diese These für Biologen provokant ist. Ich bitte dennoch den Vergleich zuzulassen und darüber nachzudenken.

Ich habe mich mit Auswilderungs-Programmen von Wölfen und den dazugehörigen Herdenschutzinitiativen beschäftigt und komme zum Schluss. Eine Auswilderung von Wölfen aktiv zu betreiben ist wider der Vernunft. Kein normal denkender Mensch schafft sich Unbehagen durch Wildriss-Kommissionen die Entschädigungszahlungen zu beraten haben. Wanderwölfe können wir nicht kontrollieren, die kommen und gehen. Aber….

Ich bin gegen eine von Menschenhand betriebene Auswilderung von Wölfen!

Mir tut bei dieser Diskussion am meisten der Wolf leid. Dieses edle Tier hat in unserem dicht besiedelten Lebens- und Kulturraum viel zu wenig Platz. Setzen wir den Wolf keiner weiteren Diskussion unnötig länger aus und lassen wir die Vernunft sprechen.


Michael Obermoser
Bürgermeister Wald im Pinzgau
0
Weitere Beiträge zu den Themen
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.