11.03.2018, 17:43 Uhr

Raurisertal: Einstige Unglücke und Katastrophen

Muren in Wörth (Foto: Archiv/Rauris)

Auszüge aus dem Dorfbuch von Sigmund Narholz

• 1918 brannte das Reichensperggut des Johann Gerstgraser ab.

• Bald darauf flammte es beim Untersteger am Wörtherberg des Josef Rieß auf. Ein fünfjähriger Bub hatte  in der Machkammer mit Zündhölzern gespielt. 

•1920 brach beim Halswirt Johann Langreiter in Arling Feuer aus. Alle Gebäude und vier Ziegen verbrannten.

• 1923 entstand beim Bauerngut Untertaxach in der Tenne Feuer. Gebäude mit Einrichtung, Geld und Lebensmittel wurden vernichtet.
 
• 1926 brannte das Brandstattgut des Franz Egger nieder. Die dort wohnenden Eheleute Obersamer mussten durch das Feuer fliehen. Der Mann lief als lebende Fackel zum Palfenbauern, während die Frau mit verkohlten Fingern und schwersten Brandwunden in das nebenanliegende Badl floh. Sie erlagen in den folgenden Tagen ihren Verletzungen.

Tote Schiläufer

Im März 1928 wurden auf der Abfahrt vom Sonnblick dreizehn Wiener Schiläufer von einer Lawine verschüttet. Eine Gesellschaft von siebzehn Schifahrern aus Wien bestieg mit den Bretteln den Sonnblick. Allen Warnungen des Wetterwartes zum Trotz  fuhren sie bei föhnigem Wetter ab. Sie traten im Maschingraben in einer Höhe von 2.500 Meter eine Lawine los. Alle wurden in die Tiefe gerissen. Vier von ihnen gelang es, sich zu retten; sie alarmierten sämtliche alpinen Rettungsabteilungen. 13 konnten nur mehr tot geborgen werden. 


Wasserkatastrophe in Wörth

In der Nach auf den 30. August 1932 ging über der Türchlwand ein arger Wolkenbruch nieder. Der Forsterbach aus dem Talholzgraben richtete Verwüstungen an, wie sie früher nie gesehen wurden. Schon in seinem Oberlauf vermurte er den Talboden, riss dann in seinem weiteren Lauf den Weg stellenweise fort und zerbrach die erst im Vorjahr erbaute Sperre. Der wilde Bach überschwemmte Felder, Auen und Gärten bis zu seiner Mündung in die Ache, deren Flussbett er vollständig aufsandete und das Wasser bis nahe an Wörth zurückstaute, sodass auch die Ache über die Ufer trat.
Der Stall des Amoserleandlgutes verschwand spurlos, das Wohnhaus wurde in der Mitte abgerissen und gestürzt. Die Lebensgefährtin des dort wohnenden Schlossers Hulka wurde, ein kleines Kind auf dem Arm, von den Fluten fortgerissen. Sie selbst konnte von zwei beherzten Burschen unter Lebensgefahr gerettet werden, währen ihr das Kind vom Wasser entrissen wurde und weder gerettet noch tot aufgefunden werden konnte.

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