31.01.2012, 21:20 Uhr

Saalfelden: Ernteausfall wegen eines Bibers!

Charakteristisch für Biber sind die kräftigen Zähne zum Bäume-Nagen. (Foto: Fotolia) (Foto: Fotolia)

Ein fleißiger Biber in Saalfelden, Boltenbauer Johann Handl und eine noch zu bezahlende Entschädigung.

SAALFELDEN (cn). Der Verdacht, dass in Saalfelden ein Biber seine Heimat gefunden hat, ist schon einige Jahre alt. Im Februar 2011 hat sich diese Vermutung durch die Nachtaufnahme eines rund 20 Kilogramm schweren Prachtexemplars bestätigt. Dieser Biber wird seinem Ruf als hervorragender Baumeister gerecht und so ließ er an einem Bach im Ortsteil Uttenhofen einen prächtigen Staudamm entstehen.

Doch des Bibers Freud‘ ist eines Bauern Nachteil: Durch den Aufstau des Baches wurde im Vorjahr ein landwirtschaftliches Grundstück, das von Johann Handl bewirtschaftet wird, mehrere Male unter Wasser gesetzt, sodass der Altbauer vom „Boltenhof“ die Wiese nicht mähen konnte.

Zwischen der Gemeinde Saalfelden, der Naturschutzabteilung des Landes und Johann Handl wurde daraufhin vereinbart, dass heuer ein sogenanntes „Auffanggerinne“ gebaut wird, wodurch die Wiese nicht mehr überflutet wird. Für den Ernteausfall vom Vorjahr sollte Johann Handl eine Entschädigung seitens der Naturschutzabteilung des Landes erhalten.

So weit, so gut, doch der Boltenbauer im BB-Gespräch: „Zuerst ist nichts weitergegangen, und plötzlich hat es geheißen, ich kriege nur dann eine Entschädigung, wenn ich die Wiese als ,geschützten Landschaftsteil‘ deklarieren lasse. Das will ich aber nicht, weil ich in diesem Fall Nachteile für mich erwarte. Aber man kann einen Bauern, der durch einen Biber einen Schaden erleidet, doch nicht einfach in der Luft hängen lassen!“

Das Bezirksblatt hat im Büro des zuständigen Landesrates Sepp Eisl nachgefragt. Fazit: Die Entschädigung soll bezahlt werden, aber nicht von der Naturschutzabteilung, sondern nach dem Jagdgesetz, weil der Biber eine ganzjährig geschonte Art ist.

Pressesprecher Franz Wieser: „Wir werden veranlassen, dass Herr Handl so schnell wie möglich zu seiner Entschädigung kommt, ohne dass er sich selber weiter darum kümmern muss.“
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