12.09.2016, 17:28 Uhr

"Unsere Tiere sind die Seele des Hofes"

Im Schlachtraum: Peter Schmuck, der gelernte Metzger, zieht einer Gams fachkundig die Decke (Haut) ab.
ST. MARTIN. "Bei mir werden die Tiere nicht geschlagen oder grob behandelt", versichert Peter Schmuck vom Paulingerbauer. Der gelernte Metzger führt seit Kurzem Schlachtungen auf seinem Hof durch. Bauern haben die Möglichkeit, ihre Tiere bei ihm schlachten zu lassen und ihnen dadurch lange Tiertransporte zu ersparen. "Ich biete hier direkt auf meinem Hof ruhige Einzelschlachtungen an, die für die Tiere keinen Stress bedeuten," erklärt Schmuck. "Wir sind der Meinung, dass man Tieren Respekt entgegenbringen muss. Die Wertschätzung von Lebewesen ist uns sehr wichtig", ergänzt seine Partnerin Jasmin Mey. Rund 80.000 Euro haben die Jungbauern in den modernen Schlacht- und Kühlraum am Hof investiert. Außerdem wurde ein Hofladen eingerichtet, wo nicht nur das Fleisch, sondern auch selbst erzeugte Produkte wie Aufstriche, eingelegtes Gemüse, Marmeladen etc. verkauft werden.

Hofschlachtungen werden kaum noch durchgeführt

120 zugelassene Schlachtstätten gibt es im Pinzgau. Nur in rund der Hälfte davon wird tatsächlich noch geschlachtet, schätzt Amtstierarzt Siegfried Fuchs. Die Auslastung sei sehr unterschiedlich, in einigen Betrieben werde nur noch für den Eigenverbrauch geschlachtet. "Die Arbeit dahinter wird oft unterschätzt, daher wird die Schlachtung meist bald wieder aufgegeben. Fleisch ordnungsgemäß zu zerlegen, will gelernt sein. Wer heute von einer Landwirtschaftsschule kommt, hat das vielleicht kurz im Unterricht durchgenommen. Das heißt nicht, dass er geeignet ist, selber zu schlachten und Wurst herzustellen", so Fuchs. Neben zahlreichen behördlichen Auflagen sei auch die Eigenkontrolle ein wichtiges Thema. Dazu gehört die Schädlingsbekämpfung und eine umfassende Dokumentation. Für Peter Schmuck sind diese Aspekte kein Problem, er weiß, worauf er sich einlässt. Er ist seit 1997 Metzger und arbeitet nach wie vor bei seinem ehemaligen Lehrbetrieb in Lofer. Der passionierte Jäger kann nun in seinem Schlachtraum nicht nur sein Vieh, sondern auch das Wild sofort verarbeiten, das er erlegt hat. Sie hätten sehr positive Rückmeldungen bekommen, berichten die Jungunternehmer. Die Kunden wissen es zu schätzen, wo ihr Fleisch herkommt und die Bauern sind froh, eine Alternative zu langen Lebendtransporten für ihr Vieh zu haben.
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