13.11.2017, 09:38 Uhr

Veranstaltungstipp: Buchpräsentation im Schloss Mittersill

Titelblatt: „Salzburger Emigranten“
MITTERSILL. Buchvorstellung: Donnerstag, 16. November 2017, um 19 Uhr, im Auditorium von Schloss Mittersill. "Anders glauben.Heimatvertrieben – Protestanten im Oberpinzgau damals und heute" von Hannes Wartbichler und Volker Heerdegen.

Gerade noch rechtzeitig und sozusagen zum Ende des „Lutherjahres 2017“ in Erinnerung an seinen Thesenanschlag 1517 ist das Buch „Anders glauben.Heimatvertrieben – Protestanten im Oberpinzgau damals und heute“ in der Reihe „Mittersiller Stadtgeschichte(n)“ erschienen. Der Mittersiller Stadtarchivar Hannes Wartbichler und der Ehrenkurater der evangelischen Pfarrgemeinde Zell am See Volker Heerdegen zeichnen dafür verantwortlich.

Einerseits wurde ein Abriss der historischen Geschehnisse am Beginn der Reformation – vor allem das Wirken von Martin Luther und seinem katholischen Gegenüber Erzabt Johann von Staupitz im damaligen Salzburg im Beitrag von Bischof Michael Bünker – andererseits die traurigen Ereignisse um die Emigranten speziell im Oberpinzgau dargestellt. Darüber gab es bisher kaum Literatur, obwohl in den Salzburger Archiven und im Münchener Staatsarchiv viele Akten aufliegen.

Nach umfangreichen Recherchen wurde in einzelnen Fallbeispielen über Oberpinzgauer Familien die Tragik der Vertreibung aus dem Land geschildert.
Schloss Mittersill als Sitz des damaligen Pflegers, der die Angelegenheiten des Landesherrn und Erzbischofs im Oberpinzgau zu vertreten hatte, war in all diese Ereignisse mehr als verstrickt. Gerade deshalb soll das Buch auch auf dem Schloss der heutigen Bevölkerung des Oberpinzgaus präsentiert werden.

Der zweite große Teil der Dokumentation fasst die Geschichte der Protestanten im Pinzgauer Raum, insbesondere für die evangelische Pfarrgemeinde Zell am See mit der Predigtstelle Mittersill seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts zusammen. Die Personen der ersten Stunden wie der rührige Kurator Arnold Gärtner und Pfarrer Günter Geißelbrecht stehen neben anderen im Mittelpunkt des Geschehens.

Keineswegs geht es in diesem Werk um das Aufzeigen von Unrecht oder die gegenseitige Schuldzuweisung der betroffenen Religionsgruppen, vielmehr sollte der Jahrhunderte lange Weg der früheren Irrungen bis hin zum heute ganz normalen Verständnis füreinander und das gute Verhältnis zueinander in einer gelebten Ökumene aufgezeigt werden. Der evangelische Bischof Dr. Michael Bünker liefert mit seinem Beitrag „Freiheit und Verantwortung“ den gelungenen Abschluss dieser Dokumentation.

Bild : „Titelblatt“ oder „Salzburger Emigranten“
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