12.09.2016, 17:17 Uhr

Wieviel Auto verträgt die Stadt?

An der Kreuzung beim Stadttor kommt es zu Staus. Der rote Anbau (links) muss dem Kreisverkehr weichen.

Mit einem Kreisverkehr und einem Parkhaus will Saalfelden die Autolawinen im Ort regeln.

SAALFELDEN. Verkehr und Parkplätze sind zentrale Themen, die Saalfelden seit Jahren beschäftigen. Vor knapp einem Jahr wurde eine neue Durchfahrt vom Stadtplatz zum Großparkplatz geschaffen. Damit sollte der Verkehr durch den Ort entlastet werden. Allerdings kommt es an dieser Kreuzung in beiden Richtungen zu erheblichen Wartezeiten und unübersichtlichen Situationen.

Kreisverkehr geplant

Ein Kreisverkehr wurde bisher vom Land nicht genehmigt, weil derzeit an dieser Stelle der Radius dafür zu eng ist. Nun konnte eine Lösung gefunden werden, wie Bürgermeister Erich Rohrmoser (SPÖ) berichtet: "Der Anbau des ehemaligen Blumenhauses Dicker wird nach hinten verlegt, dadurch entsteht Platz für den Kreisverkehr". Für das Projekt gibt es zwar noch keine Zusage des Landes, aber der Bürgermeister geht davon aus, dass es in dieser geplanten Form genehmigt wird.

Parkhaus bauen

Weiters hat die Gemeindevertretung nun beschlossen, mit der Wohnbaugesellschaft Pinzgauer Haus ein Parkhaus am Großparkplatz zu errichten. Es dient zudem als Vereinshaus für die Bürgermusik, die Eisenbahnerkapelle und die Schützen, sowie als Wohnhaus. "Wir brauchen qualitative, gut erreichbare Parkplätze im Zentrum. Damit wir uns das leisten können, haben wir das Pinzgauer Haus als Partner gewonnen", so Rohrmoser. Das Parkhaus sei auch für das Congresszentrum ein wichtiges Angebot.

Grüne Kritik

Für Ferdinand Salzmann (Grüne), Obmann des Mobilitätsausschusses, ist der Gesellschaftsvertrag verfrüht. Aus seiner Sicht müsse erst geprüft werden, ob das Parkhaus für Saalfelden überhaupt notwendig ist. "Es erscheint nicht zielführend eine Einzelmaßnahme wie die Errichtung dieses Parkhauses ohne Gesamtkonzept zur Parkraumorganisation vorwegzunehmen. Denn vorerst bedarf es einer intelligenten Nutzung der 1000 vorhandenen öffentlichen Stellplatzflächen im engeren Stadtgebiet". Bei diesen Stellflächen handle es sich um 300 Kurzparkplätze und 700 Dauerparker, die im Zentrum arbeiten. "Man muss den Mut haben, diese Dauerparker auf weiter entfernte Parkplätze um zu leiten, z. B. bei den Lusgründen und beim Ritzensee". Außerdem kritisiert der Obmann der Grünen: "Ohne einen Cent in der Hosentasche und seriöser Kostenschätzung wird dieses Projekt vorangetrieben."

Parkgebühren kommen

"Die Grünen wollen keine Autos mehr, sondern nur noch mit dem Rad fahren, das ist Realitätsverweigerung", kontert der Bürgermeister. Er will den Ortskern beleben, und ist der Ansicht, man solle die Leute nicht hinaussperren. Rohrmoser verweist darauf, dass im Zentrum von Saalfelden eine Kurzparkzone gilt, die auch kontrolliert wird. Dauerparker seien deshalb kein Thema. Einig sind sich beide Politiker, dass Saalfelden eine Parkraumbewirtschaftung braucht.
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