21.06.2017, 14:16 Uhr

Es darf wieder ein bisschen mehr Fett sein

Die beiden Pinzgaumilch-Geschäftsführer Hans Steiner und Hannes Wilhelmstätter (Foto: Franz Neumayr/MMV)

Nach einem herausfordernden Jahr 2016 blickt die Pinzgaumilch optimistisch in die Zukunft

Das Vorjahr war für die Milchbranche kein leichtes: In den ersten Monaten gab es einen Milchüberfluss, der auf den Milchpreis drückte und auch die Preise im Handel sinken ließ. Die Pinzgaumilch mit ihrem 50-prozentigen Biomilch-Anteil kam dabei recht gut davon. Mit der Produktion von Käse – erst im Vorjahr war die Marke "Almsenner" eingeführt worden – konnte sie einiges davon auffangen und damit ihren Platz unter den Top Ten der heimischen Molkereien behaupten.

Während Bauern österreichweit einen durchschnittlichen Bruttomilchpreis von 35,41 Cent (quer über alle Milchsorten) erhielten, zahlte die Pinzgaumilch 41,9 Cent. Der Preis für konventionelle Milch fiel nicht unter 31 Cent. Dabei ist alleine die Milchabholung bei den Pinzgaumilch-Bauern aufgrund der Topografie im Pinzgau und dem angrenzenden Tirol schon aufwändiger als in anderen Regionen Östereichs.

Frühstücksdrink für Briten

Mit insgesamt 105 Millionen Kilogramm verarbeiteter Milch und 205 Mitarbeitern erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 102 Millionen Euro (plus 2,5 Prozent). Dazu beigetragen hat unter anderem auch der auf 41 Prozent angestiegene Exportanteil in 18 verschiedene Länder. Zu den großen Abnehmern gehört etwa Großbritannien, wo ein eigener Frühstücksdrink den als Frühstücksmuffeln bekannten Briten ein "breakfast on the go" ermöglicht. Mit weiteren Produktentwicklungen wie speziellen Drinks für Gewichtheber, Smoothies oder Proteindrinks will Geschäftsführer Hans Steiner Brexit-Auswirkungen abfedern, "die noch kommen werden".

Investitionen in Milch-Diversifikation

Weiter investieren werden er und sein Co-Geschäftsführer Hannes Wilhelmstätter in die Diversifikation der Milchsorten. Bis zu sechs verschiedene Milchsorten – von der konventionellen Milch und Heumilch über Bio-Milchsorten und Almmilch – werden bei Pinzgaumilch verarbeitet. Dafür wurde im Vorjahr einiges in die Milchsammelfahrzeuge und Milch-Lagertanks investiert, um eine sortenreine Trennung zu ermöglichen. Heuer folgt die Produktions- und Milchabfüllanlage selbst.

Fett ist wieder in

Der Palmöl-Effekt – viele Industrieproduzenten ersetzen es in ihren Produkten durch Butter – führt dazu, dass es international betrachtet einen Butter- bzw. Fettmangel gibt. Den spürt auch die Pinzgaumilch, die selbst auf einem leeren Butterlager sitzt. Dies auch deshalb, weil Kunden offenbar wieder verstärkt zu fettreichen Produkten greifen. "Light-Produkte mit ihren künstlichen Stabilisatoren gelten wieder als verpönt und Fett ist eben ein Geschmacksträger", betont Steiner.

Veganes aus der Molkerei

Apropos Trends: Die Pinzgaumilch stellt sogar vegane Produkte wie Sojadrinks und Jogurts auf Sojabasis her. Nicht im eigenen Namen, sondern für Handelsmarken. "Wir liefern das Know-how, wir führen den Produktionsprozess durch, dosieren Frucht dazu und füllen die Produkte ab", erklärt Steiner. Thema bei den Konsumenten sei außerdem der Zuckergehalt, den man in den vergangenen Jahren ohnehin stark reduziert habe.

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