Fokus Frau
Von Wagrain bis nach London und doch nie richtig fort

Kathrin Steinbacher lebt mit ihrem Mann in London, hält aber ihre starke Verbindung zum Pongau aufrecht.
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  • Kathrin Steinbacher lebt mit ihrem Mann in London, hält aber ihre starke Verbindung zum Pongau aufrecht.
  • Foto: Steinbacher
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Kathrin Steinbacher ist Illustratorin und Filmregisseurin, die 31-jährige Wagrainerin lebt und arbeitet derzeit in London, trotzdem ist sie noch immer stark mit dem Pongau verbunden

LONDON, WAGRAIN. Mittlerweile ist Kathrin Steinbacher für ihre Arbeiten mehrfach ausgezeichnet worden und war dieses Jahr eine BAFTA-Nominee im Bereich bester Animationsfilm. Damit ist Kathrin eindeutig eine "Mutmacherin". Die gebürtige Wagrainerin hat uns ein Interview über ihren Werdegang, ihren Berufe und ihre Ziele gegeben.

BEZIRKSBLÄTTER: Wie kommt es, dass Sie nach London gegangen sind?
KATHRIN STEINBACHER: "Ich habe mich damals aus Jux an der Uni in London beworben. Als sie mich dann zum Aufnahmegespräch eingeladen haben war ich im wahrsten Sinne des Wortes 'ganz aus dem Häusel'. Und als dann die Zusage kam, konnte ich einfach nicht mehr absagen."

Wo gab es Stolpersteine auf Ihrem Weg?
"Das Studium war extrem intensiv und ich musste all meine Energie in meine Arbeit stecken, da braucht es ein verständnisvolles Umfeld und viel Unterstützung. Auch ist ein Studium und Leben in London natürlich eine große finanzielle Belastung. Und dann muss man natürlich auch lernen mit Absagen umzugehen und gleichzeitig darf man den Glauben an sich selbst nicht verlieren. Ich wurde zum Beispiel beim ersten Anlauf für ein Studium in Salzburg (Multimedia Art) abgelehnt. Rückblickend war das natürlich das Beste was mir passieren hätte können,  sonst würde mein Leben heute ganz anders aussehen. Wichtig ist einfach, dass man immer weitermacht und niemals eine gewisse Leichtigkeit/Freude verliert."

Was hat besonders viel Mut erfordert?
"Zum Ersten würde sagen meine Heimat zu verlassen und der damit verbundene Aufbruch ins Ungewisse. Das war natürlich aufregend aber auch angsteinflössend zugleich. Zuhause hatte ich ein bequemes Leben. Einen großen Freundeskreis und Familie. Das alles musste ich mir in London natürlich aufbauen. Das war sicher nicht immer einfach vor allem auch weil London eine Stadt ist in der viele nur vorübergehend für ein paar Jahre/Monate leben. Tiefe und enge Freundschaften aufzubauen war nicht immer einfach.
Zweitens, Freiberuflich zu arbeiten. Ich muss dazusagen, dass ich mich mit Ungewissheit schon schwer tue. Und freiberuflich zu arbeiten bringt große Ungewissheit bzw. Unsicherheit mit sich. Auf der anderen Seite ist man natürlich extrem flexibel."

Wo bzw. wie holen Sie sich Kraft oder Ausgleich?
"Vor allem in den Pongauer Bergen. Beim Sport, wie Yoga zum Beispiel. Beim Reisen. Bei meinen Liebsten, meiner Familie und Freunden. Ganz viele Menschen und Orte auch im Pongau haben einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen, und das gibt mir besonders viel Kraft."

Was macht Ihren Beruf für Sie besonders?
"Ich kann all meine Ideen frei umsetzen. Ich kann Themen die mir am Herzen liegen, mich beschäftigen mit meiner Arbeit ausdrücken und verarbeiten. Ich scherze manchmal damit, wenn ich sage ich spare mir damit den Psychotherapeuten. Des weiteren lerne ich ständig ganz viele interessante und inspirierende Menschen kennen und darf durch meinen Job viele tolle Orte bereisen. Ich fühle mich schon sehr privilegiert."

Welche Ziele haben sie für die Zukunft?
"Mein großes Ziel wäre einmal einen Spielfilm zu machen in dem ich Animation und Film mische." 

Stipendium des Landes Salzburg

Das Jahresstipendium für Film 2020 wurde dieses Jahr an Steinbacher vergeben. „Das Stipendium in der Höhe von 10.000 Euro soll den Kunstschaffenden Freiraum zur künstlerischen Weiterentwicklung geben“, sagt Landeshauptmann-Stellvertreter Heinrich Schellhorn. Persönlich kann er der Gewinnerin erst im Dezember 2020 bei der offiziellen Verleihung des Stipendiums gratulieren.

„Das Jahresstipendium ist eine unglaublich schöne Wertschätzung für meine Arbeit und ich freue mich riesig darüber und bin sehr dankbar. Die Zuerkennung des Stipendiums räumt mir die benötigte Zeit ein, die ich für die Entwicklung und Umsetzung meiner Projekte benötige“ – Kathrin Steinbacher

Das Urteil

Die Jury begründet die Entscheidung für  Steinbacher folgender Maßen: „Ihre Skizzen zu den geplanten Projekten ‚In Her Boots‘ and ‚Female directors‘ sind melancholisch, schön, klug und voller visueller Ereignisse. Die Handschrift der Filmemacherin ist unverkennbar – sinnlich, körperlich, sensibel und vor allem einprägsam. Stilsicher hantelt sich die Künstlerin von großen feministischen Fragestellungen innerhalb der Filmbranche bis hin zu tief persönlichen Beobachtungen der eigenen Großmutter. ‚In Her Boots‘ and ‚Female Directors‘ lassen uns neugierig zurück. Wir freuen uns zudem, dass wir durch die diesjährige Vergabe des Jahresstipendiums das sonst unterrepräsentierte Genre des Animationsfilms ins Scheinwerferlicht stellen können.“

Mehr Mutige Frauen stellen wir auf meinbezirk.at/fokusfrau vor.
Mehr über Kathrin Steinbacher und ihre Arbeiten finden sie >>hier<<

Kathrin Steinbacher lebt mit ihrem Mann in London, hält aber ihre starke Verbindung zum Pongau aufrecht.
Mit "The Magic Pen" fing alles an.

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