Der Wasserspaß birgt viele Gefahren

Markus (li.) und Herbert Gewolf sind beide seit dem Kindesalter für die Wasserrettung Bischofshofen aktiv.
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BISCHOFSHOFEN, PONGAU (aho). 2017 führten die Mitglieder der Wasserrettung in den Strandbädern auf Salzburgs Seen 490 Erste Hilfeleistungen durch – 150 mehr als im Jahr davor. Die Einsätze reichten von der Versorgung eines Wespenstiches bis hin zu lebensrettenden Sofortmaßnahmen.

Auch heuer muss sich die Wasserrettung wieder auf Einsätze bei Badeunfällen gefasst machen. "Gerade in den Bachbereichen mit Sandbänken finden oft direkt am Gewässer Grillereien statt", weiß Herbert Gewolf, Landesreferent Fließ- und Wildwasser, um die Gefahren. "Die Wassertemperatur der Bäche liegt bei rund fünf bis sechs Grad Celsius. Wenn der Körper von der Sonne aufgehitzt ist und dann im kalten Nass abgekühlt wird, kann das dem Kreislauf schwer zusetzen. Wenn sich die Gefäße durch den Kälteschock zu stark zusammenziehen, kann dass zum kompletten Kreislaufversagen führen."

Kinder besonders gefährdet

Jede der fünf Pongauer Wasserrettungsortsstellen in Altenmarkt, Bischofshofen, Gastein, Schwarzach und St. Johann verzeichnet jährlich rund 25 Alarmeinsätze. Um Badeunfälle zu vermeiden, sind in erster Linie die Baderegeln einzuhalten. Zudem gilt besondere Vorsicht bei privaten Schwimmbädern: "Die kleinen Pools oder Naturteiche im Garten sind oft nicht eingezäunt und für Kleinkinder daher besonders gefährlich", sagt Herbert Gewolf. "Wasser zieht die Kinder generell an. Bei Kleinkindern besteht die Gefahr des lautlosen Ertrinkens, denn Babys haben noch kein ausgeprägtes Gefahrenbewusstsein und fangen deshalb nicht an zu schreien", ergänzt Markus Gewolf, Ortsstellenleiter der WR Bischofshofen.

Schwimmkurse nutzen

Schwimmen lerne man am besten im Alter von vier bis fünf Jahren. Der Landesverband der Wasserrettung bietet in den Ortsstellen eigene Schwimmkurse an. Von der Wassergewöhnung über das Lernen von Arm- und Beintempo bis zum selbständigen Schwimmen mit Schwimmgurt werden die Schwimmdistanzen langsam gesteigert. "Unsere Kurse werden sehr gut angenommen. Interessenten können sich bei den jeweiligen Ortsstellen melden", sagt Gewolf. Im vergangenen Jahr wurden 560 Schwimm- und Rettungsschwimmausbildungen durchgeführt. Schwimmprüfungen für Kinder werden am 21. Juli in den Freibädern in Bischofshofen (9-12 Uhr) und in Pfarrwerfen (13-16 Uhr) abgehalten.
Die Zahl der Nichtschwimmer steige laut Statistik übrigens wieder an. "Das hängt auch mit den Zuwanderern zusammen, von denen viele gar nicht schwimmen können", bedauert Gewolf.

Im Ernstfall helfen – so geht's:

Wie ist aber Hilfe zu leisten, wenn der Ernstfall eintritt? "Zuerst gilt es, die Rettungskette in Gang zu setzen und den Notruf 144 zu wählen. Mit einem Handyanruf sind automatisch auch die GPS-Koordinaten verfügbar", sagt Gewolf. Nach der Alarmierung kann man versuchen, dem Verunglückten ein Hilfsmittel (z.B. Rettungsring, Wurfsack) zukommen zu lassen. Selbst ins Wasser zu gehen, um zu helfen, sei ohne Rettungsausbildung zu gefährlich. Vor allem in Fließgewässer sollte man keinesfalls springen. Wenn die Person abtreibt, sollte man zu Fuß folgen: "Auch wenn die Flüsse ruhig aussehen, ist die Strömung oft zu stark. Zudem kann es nicht sichtbare, unterirdische Strömungen geben. Mit nasser Kleidung darf man das nicht unterschätzen."

Autor:

Alexander Holzmann aus Pongau

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