Die Bischofsmütze ist stabil – aber wie lange noch?

Gerald Valentin auf der Bischofsmütze.
  • Gerald Valentin auf der Bischofsmütze.
  • Foto: Land Salzburg/Wallinger
  • hochgeladen von Alexander Holzmann

FILZMOOS (red). 25 Jahre ist es her, dass 250.000 Tonnen Gestein bei zwei großen Felsstürzen von der Bischofsmütze ins Tal stürzten. Seither steht der markante Berg an der Grenze zwischen den Gemeinden Filzmoos und Annaberg-Lungötz unter strenger Beobachtung. Landesgeologe Gerald Valentin ist quasi der Wächter der Bischofsmütze und nimmt alle zwei Jahre Messungen vor, um neue Ereignisse so gut wie möglich voraussagen zu können.

Innerhalb der Toleranz

„Die Sicherheit steht ganz oben“, erklärt Valentin, der mithilfe von Messbolzen die größten Spalten in der steilen Felswand millimetergenau vermisst. Das Ergebnis der heurigen Untersuchung zeigt, dass die Hauptspalten unterhalb des höchsten Gipfels im Gosaukamm (2.458 Meter) zwar in Bewegung sind, aber noch nicht komplett zu zerbröckeln drohen. „Die Deformationen liegen innerhalb der Messtoleranz. Diese Klüfte sind maßgeblich für die Stabilität des ganzen Gipfelbereiches“, weiß Valentin.

Lose Schuppen an Ostseite

An der Ostseite gibt es laut Valentin allerdings extrem labile, lose Schuppen – eine davon hat zirka 10.000 Kubikmeter. „Wir nehmen an, dass die innerhalb der kommenden zehn Jahre herunterdonnern werden. Hier besteht aber keine konkrete Gefahr für Menschen, höchstens im Winter auf der Skiroute ins Stuhlloch“, sagt Valentin.
Seit 2001 gibt es die Messreihe, für die der Landesgeologe gemeinsam mit der Flugpolizei alle zwei Jahre die Spaltenbreite vor Ort kontrollieren muss. Aufgrund der exponierten Lage seien keine elektronischen Messungen möglich. "Man kann sich diesen Berg wirklich vorstellen wie einen Schweizer Käse. Innerhalb des massiven Kalkstockes gibt es große Hohlräume, das Fundament besteht aus labilem Dolomit. Dieses System ,hart auf weich‘ macht die Bischofsmütze zu einem Sorgenkind", erklärt Valentin. Im Falle einer schnelleren Veränderung würden zunächst die Messintervalle verkürzt. Sollte sich ein größerer Felssturz ankündigen, müsste der "Normalweg" auf die Bischofsmütze behördlich gesperrt werden.

Ingelsberg schickt ein SMS

Auch der Ingelsberg in Bad Hofgastein zähle zu den Sorgenkindern, weil dort lose Felsbrocken oberhalb der Ortschaft lauern. Der Berg wurde komplett mit elektronischen Sensoren ausgestattet, um die Daten live abrufen zu können. „Falls sich der Berg außerhalb der festgelegten Toleranz bewegt, bekommen wir ein SMS aufs Handy, um in einem Notfall die Menschen warnen und den Evakuierungsplan aktivieren zu können.“

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