Es zu Silvester "leise" krachen lassen

Florian Kral, HNO-Arzt: "Mit Knallkörpern sollte man nicht fahrlässig umgehen, sie schädigen Ihr und das Gehör anderer."
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  • Foto: Klinikum Schwarzach
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Silvester steht vor der Tür. Kaum einer, der es an diesem Abend nicht im wahrsten Sinne des Wortes "krachen lässt". Aber Achtung, seit 4. Jänner 2016 sind auch der Besitz und die Verwendung der sogenannten "Schweizer Kracher" strafbar. Bereits seit 2013 dürfen "Schweizer Kracher", die einen Blitzknallsatz enthalten, nicht mehr verkauft werden.

HNO-Abteilung freut sich

Dieser Gesetzesbeschluss freut vor allem die Hals-Nasen-Ohren-Abteilung im Kardinal Schwarzenberg Klinikum. Denn jährlich kommen nach Silvester besonders viele Patienten mit Knall- oder Explosionstraumata in der HNO-Abteilung an. "Schallwellen sind Energiewellen, die Gehörschäden auslösen können. Haarzellen im Innenohr können dabei zerstört werden, die als Verstärker oder Dämpfer beim Hören wirken. Menschen die mit diesem Schaden leben müssen, können z.B. Probleme beim Richtungshören entwickeln oder bei Nebengeräuschen keinem Gespräch mehr folgen", erklärt HNO-Primar Florian Kral, der unterschiedliche Hörschäden nach Silversterkrachern behandelt hat.

Ein Knall kann schädigen

"Besonders schwerwiegend sind Verletzungen der Gehörknöchelchen oder des Trommelfelles. Grund dafür können Traumata von Böllern sein. Zusätzlich zum Hörschaden kann es auch zu einer Schädigung des Gleichgewichtsorganes kommen. Die Patienten leiden an Schwindelbeschwerden und Gleichgewichtsstörungen", erklärt der Primar. Vieles davon könne man zwar therapieren oder operativ "reparieren", aber jedem, der trotz des Verbotes "Schweizer Kracher" schießt, müsse klar sein: "Anders als bei chronischer Lärmbelastung, bei der der Hörverlust schleichend eintritt, kann ein einziger Knall zu bleibenden Hörschäden führen und damit die Kommunikation ein Leben lang verändern", warnt der Facharzt.

Schäden – Arzt aufsuchen

Wer nach dem Verwenden eines Böllers anhaltend Ohrgeräusche wahrnimmt, sich das Gehör nicht erholt oder ein Pfeifen nicht verschwindet, sollte zeitnah einen HNO-Facharzt aufsuchen. Sofort einen Arzt aufsuchen sollte, wer nach dem Ereignis Schmerzen im Ohr verspürt, Gleichgewichtsstörungen oder Blutaustritt aus dem Gehörgang hat. Natürlich muss trotzdem nicht auf Feuerwerk verzichtet werden. Denn explodierenden Raketen in ausreichender Höhe erzeugen weniger Schalldruck am Ohr. Es sinkt mit steigendem Abstand die Wahrscheinlichkeit für Hörschäden.

Wer darf welche Raketen abschießen?

Die Bezirkshauptmannschaft St. Johann informiert, dass Feuerwerk der Kategorie F2 im Ortsgebiet grundsätzlich verboten seien. Zu Silvester würden manche Bürgermeister diese Verordnung aufheben. Das sei in der jeweiligen Gemeinde zu erfragen.
Kategorie F1 und S1: Feuerwerkscherzartikel und Feuerwerkspielwaren (z.B. Wunderkerzen, Partyknaller, Indoor-Tischfeuerwerk) F1 Artikel sind ab 12 Jahren – S1 Artikel, ab 16 Jahren frei erhältlich.
Kategorie F2: Kleinfeuerwerk (z.B. Blitzknaller, Babyraketen, Knallfrösche) dürfen ab 18 Jahren erworben und verwendet werden.
Kategorie F3 und F4: Mittel- und Großfeuerwerk dürfen nur von ausgebildeten Personen (ab 18 Jahre) erworben und nur mit Genehmigung der Behörde (Bezirkshauptmannschaft) verwendet werden.

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Florian Kral, HNO-Arzt: "Mit Knallkörpern sollte man nicht fahrlässig umgehen, sie schädigen Ihr und das Gehör anderer."
Sogenannte "Schweizer Kracher" dürfen seit Jahresbeginn 2016 weder besessen noch abgefeuert werden.

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