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Mehr Entlastungsangebote für pflegende Angehörige schaffen

Pflegende Angehörige werden stunden- oder tageweise von Mitarbeitern des Hilfswerks entlastet.
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Die Pflege von Angehörigen in den eigenen vier Wänden stellt stets eine Herausforderung dar, doch im vergangenen Jahr war die Mehrfachbelastung durch die Coronakrise besonders stark. Bei einem Rückblick auf das vergangene Jahr mit Herbert Schaffrath, Regionalleiter des Hilfswerk Pongau, wurde deutlich, dass die Entlastung pflegender Angehöriger mehr in den Fokus rücken muss.

PONGAU. Seit einigen Jahren bietet das Hilfswerk Pongau bereits Tageszentren in seinen Häusern in Werfen und St. Veit an. Dort können Menschen mit Pflegebedarf einzelne Tage verbringen und so ihren Angehörigen eine Auszeit verschaffen. Der Bedarf für Einrichtungen wie diese ist allerdings im gesamten Pongau gegeben. Als zusätzliches Angebot zur Entlastung pflegender Angehöriger schuf das Hilfswerk einen mobilen Dienst.

Einen Tag frei haben

Im Pongau betreut das Hilfswerk mittlerweile vier Seniorenwohnhäuser in den Gemeinden Werfen, St. Veit, Bad Gastein und – neu seit 2021 – Goldegg. In Werfen und St. Veit gibt es bereits das Konzept eines Senioren-Tageszentrums. Dort können Senioren, die sonst zu Hause betreut werden, gewisse Tage in der Woche verbringen. Dabei würde nicht nur für Verpflegung und Beschäftigung gesorgt, sondern auch Pflegedienstleistungen geboten. "Wenn die Anfrage kommt, dass der Opa auch mal ein Vollbad braucht, dann kümmern wir uns darum genauso", gibt Schaffrath als Beispiel an.

Mehr Bedarf ist gegeben

Das Konzept funktioniere in den beiden Wohnhäusern bereits sehr gut, allerdings sei auch an anderen Standorten der Bedarf für solche Tageszentren durchaus gegeben, erklärt Schaffrath. "Leider haben wir in Bad Gastein bisher nicht die passenden Räumlichkeiten gefunden", sagt Schaffrath und fährt fort, "Auch im Ennspongau sehen wir einen Bedarf an Möglichkeiten zur Tagesbetreuung." In beiden Gebieten sollen die Bemühungen zu solchen Zentren im Jahr 2021 noch intensiviert werden.

Zu Hause entlasten

Die Pflege in den eigenen vier Wänden sei sinnvoll und ein wichtiger Faktor für das seelische Wohlbefinden, dennoch sollen Angehörige dadurch nicht völlig verausgabt werden. "Es ist eine wichtige Entlastung für die Angehörigen, weil man einfach einmal einen Tag für Erledigungen hat, wo man ausspannen und wieder Kraft tanken kann", betont Schaffrath.

Lösung lässt sich finden

Ein weiteres Angebot, das in diesem Zusammenhang geschaffen wurde, ist der Entlastungsdienst des Hilfswerks. Hierfür sind mobile Pflegekräfte im gesamten Pongau unterwegs, um die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger für einige Stunden zu übernehmen. "Diese Leistung kann jeder in Anspruch nehmen. Nach einer Terminvereinbarung kommen unsere Mitarbeiter – auch für mehrere Stunden – ins Haus und sind für die Menschen da", erklärt Schaffrath das System. Dabei ginge es nicht immer um Heimhilfe oder Hauskrankenpflege, sondern vor allem darum, den Angehörigen ein Zeitfenster zu verschaffen, in denen sie wichtige Termine erledigen können, ohne sich Sorgen um ihre Familienmitglieder machen zu müssen. Der Dienst ist unabhängig vom Standort der Seniorenwohnhäuser des Hilfswerks und wird ebenso wie die Tageszentren vom Land gefördert.

Pflegekräfte sind mobil

Etwa 350 Mitarbeiter beschäftigt das Hilfswerk derzeit im Pongau. "Das ist gar nicht so klein, aber das sieht nur so aus, weil die Leute bei uns viel unterwegs sind. Bei uns sitzen im Büro ein Lehrling, zwei administrative Mitarbeiterinnen, die Bereichsleiter und ich und das war´s. Für die Menge, die wir haben, ist es eine schlanke Verwaltung, aber es funktioniert gut", führt Schaffrath weiter aus. Dennoch sei das Unternehmen ständig auf der Suche nach neuen Mitarbeitern: "Aber nicht weil wir als Grundvoraussetzungen einen Dauermangel haben, sondern weil wir einfach darauf achten wollen, dass unsere Mitarbeiter, die Stunden machen, die vereinbart sind, keine Mehrbelastung bekommen", setzt Schaffrath nach.

Männer gefragt

Bisher ist der Frauenanteil auch beim Hilfswerk sehr hoch, denn die flexiblen Arbeitszeiten sind besonders für Wiedereinsteiger und Mütter attraktiv. "Wir haben aber auch immer genug Arbeit, um eine Vollanstellung von 38,5 Stunden zu bieten", betont der Regionalleiter. Oft seien es gerade männliche Pflegekräfte, die die Befürchtung äußern, keine Vollanstellung zu bekommen. Schaffrath, der selbst aus der Pflege kommt, kennt diese Ängste und möchte auch Männer motivieren, sich zu bewerben.

Herbert Schaffrath über Pflege, Telefone und den Pongau

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Herbert Schaffrath möchte auch Männer zur mobilen Pflege ermutigen.

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