Mit Sprache gegen Stigmatisierung

"Nachdem wir im Vorjahr den Regionalitätspreis der Bezirksblätter gewonnen hatten, hat sich bei uns vieles verändert. Der Zulauf nach dem medialen Interesse war enorm", sagt Maria Wieland, Gruppenleitung von AhA! Pongau. 2014 sicherten sich die "Psychiatrie-Trialoge Pongau" den Regionalitätspreis in der Kategorie "Gesundheit & Lebensqualität". Der Verein zur Förderung psychischer Gesundheit Innergebirg, die psychiatrische Abteilung des Krankenhauses Schwarzach sowie der Angehörigenverein AhA! und die Selbsthilfegruppe Burnout/Angst/Depression Gasteinertal holen psychisch Erkrankte, Angehörige und Professionisten an einen Tisch. Vier Mal jährlich wird zum Gesprächsabend in St. Johann eingeladen.

Teilnehmerzahl verdoppelt

"Seit der Preis übergeben wurde und wir in den Medien präsent waren, hat sich die Teilnehmerzahl von 20 bis 30 auf 50 bis 60 Menschen gesteigert", erzählt Wieland. Daher haben wir den Ablauf adaptiert." Zu Beginn werde nun in offener Runde zu einem bestimmten Thema gesprochen. Im Anschluss finden sich Kleingruppen aus den unterschiedlichen "Parteien" zusammen und arbeiten ihre Ansätze aus, die am Ende in der Gruppe vorgestellt werden.

Gegen die Stigmatisierung

Rund 19.000 Pongauer erkranken in ihrem Leben einmal psychisch. Mit ihnen leiden auch ihre Familien, Freunde und Angehörigen. Das ist die Basis auf der sich die Trialoge gegründet haben. "Im Pongau leiden die meisten Erkrankten an Angststörungen, Depression, Manie oder Schizophrenie. Eine ihrer größten Sorgen ist die Ausgrenzung aus der Gesellschaft. Psychisch Erkrankte fühlen sich an den Rand gedrängt und mit Vorurteilen konfrontiert", erklärt Maria Wieland. Das sei auch der Grund, weshalb mehr Professionisten und Angehörige als Erkrankte an den Trialogen teilnehmen würden.

Konstruktiv daran arbeiten

"Bei unseren Terminen lernen alle voneinander. Angehörige und Patienten lernen die Professionisten kennen, diese sehen die Auswirkungen der Krankheit auf menschlicher Ebene und die Betroffenen erfahren, wie sich die Situation für ihre Angehörigen darstellt. "Wir gehen aus jedem Termin gestärkt nach Hause. Es wird nicht geweint. Wir arbeiten konstruktiv an der Situation. Das befriedigt ungemein", sagt die AhA! Gruppenleiterin.

Körper, Geist und Seele

Der nächste Trialog findet am Dienstag, dem 24. November 2015, von 19 bis 21 Uhr im Pfarrsaal St. Johann statt. Das Thema: "Körperlich sind Sie völlig gesund!" – Von der langwierigen Suche nach Krankheitsursachen und den Zusammenhängen von Körper, Geist und Seele."

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Autor:

Julia Hettegger aus Salzburg

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