Das Rettungswesen in den letzten 15 Jahren
Rotkreuz-Präsident Werner Aufmesser im Gespräch
- Werner Aufmesser, Präsident des Roten Kreuzes Salzburg, gibt einen Überblick über die letzten 15 Jahre im Rettungsdienst.
- Foto: Rotes Kreuz Salzburg/M. Riebler
- hochgeladen von Nicole Hettegger
Werner Aufmesser ist Arzt für Allgemeinmedizin, betreibt eine Praxisgemeinschaft und ist Präsident des Roten Kreuzes Salzburg. Im Gespräch mit MeinBezirk gab er einen Überblick auf die vergangenen 15 Jahre im Rettungswesen.
SALZBURG. „Die Anforderungen an den Rettungsdienst steigen permanent“, erzählte Werner Aufmesser im Gespräch mit den RegionalMedien Salzburg. Er berichtet von höheren Anforderungen bei den Transportzahlen, der Ausbildung und technischen Ausstattung. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, wird die Qualität in vielerlei Hinsichten verbessert. Neu sind etwa im Bereich der Ausbildung Simulationstrainings, die seit 2023 gemeinsam mit dem Clinical Research Center Salzburg (CRCS) durchgeführt werden und ein realitätsnahes Üben ermöglichen.
Als einen besonderen Meilenstein, der in den letzten Jahren erreicht wurde, sieht Aufmesser die Einrichtung der Landesleitstelle. Hier unterstützt ein international anerkanntes selbstlernendes System die Leitstellenmitarbeiter, indem es etwa bei Notrufen Vorschläge gibt. Den Menschen ersetzen würde das System aber nicht, meint der Rotkreuz-Präsident, denn die Leitstellenmitarbeiter hätten immer die Möglichkeit, das System zu überholen, wenn der Einsatz andere Mittel erfordert.
Ein großes Team
Im Gespräch mit dem Präsidenten des Roten Kreuzes Salzburg wollten die RegionalMedien Salzburg auch in Erfahrung bringen, wer denn all die Mitarbeiter sind, die beim Roten Kreuz das ganze Jahr über ihren Einsatz leisten. „Der Zivildienst ist eine wichtige Quelle an Nachwuchs für das Rote Kreuz“, sagt Aufmesser. „Viele bemerken erst durch die Praxis, dass sie in diesem Bereich arbeiten wollen. Manche beginnen danach auch ein Medizinstudium.“
Aber auch die Ehrenamtlichen sind für das Rote Kreuz unverzichtbar. Nur mit ihnen können bei Katastrophen innerhalb kürzester Zeit unzählige gut qualifizierte Helfer im Einsatz sein. Während früher der Zulauf zum Ehrenamt noch größer war, muss man sich heute mehr um Nachwuchs bemühen. Die vielen Jugendgruppen des Roten Kreuzes Salzburg zeigen aber: Ein Mangel an Ehrenamtlichen ist noch lange nicht zu sehen.
Medien und Möglichkeiten
Neben den Sanitätern des Roten Kreuzes sind bei Notfällen auch die Ersthelfer als wichtige Glieder der Rettungskette von Bedeutung. Hier merkt Werner Aufmesser die vielen Informationsmöglichkeiten an, die sich Laien heute bieten. Smartphone, Laptop und andere mobile Endgeräte ermöglichen einen Zugang zu zahlreichen Informationen rund um Erste Hilfe. Sie würden aber laut Aufmesser nicht den klassischen Erste-Hilfe-Kurs ersetzen, da praktisches Üben nicht fehlen darf.
Aufmesser hebt hier auch die Bedeutung von lokaler Berichterstattung wie bei den RegionalMedien Salzburg hervor. Berichte über das Rote Kreuz und dessen Tätigkeiten würden nicht nur einen Einblick in die Strukturen geben, sondern auch über die Relevanz von Erster Hilfe und über Schulungsmöglichkeiten aufklären.
Einen bitteren Nachgeschmack haben Handys, wenn sie direkt beim Unfallort zu Störfaktoren werden. „Die Zahl der Schaulustigen ist gestiegen“, merkt Aufmessen an und erklärt, dass Schaulustige oft die Privatsphäre der Patienten verletzen, die handelnden Helfer unter Druck setzen und auch häufig im Weg stehen.
Zukunftsziele
„Für uns als Rotes Kreuz ist es natürlich weiterhin wichtig, für die Salzburger Bevölkerung ein verlässlicher, qualitativ hochstehender Partner zu sein und dafür wollen wir den Rettungsdienst immer weiter verbessern“, so Aufmesser. Technik und Digitalisierung sinnvoll zu nutzen, zählt zu den zukünftigen Hauptaufgaben.
Eines der anstehenden Projekte sei die Weiterentwicklung der telefonischen Gesundheitsberatung „1450“. Im letzten Jahr wurden 25.388 Anrufe an die Gesundheitsberatung getätigt und in Zukunft wird es dort Neuerungen geben.
Was sich in den letzten 15 Jahren für das Rote Kreuz nicht verändert hat und hoffentlich auch weiterhin bleibt, ist die Qualität der Zusammenarbeit mit anderen Einsatzorganisationen. Diese sei ausgezeichnet und man arbeite in vielen Aspekten wie bei der Ausbildung zusammen.
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