Gericht bestätigt
Waldverwüstung durch zu hohe Wildstände

Nach dem Urteil des Landesverwaltungsgerichts wurde die Wildbestandsreduktion im Gasteiner Angertal bis 2021 in zwei Etappen festgelegt.

GASTEIN (aho). Der hohe Rotwildstand in einem ehemals verpachteten Jagdrevier der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) im Gasteiner Angertal hatte in den letzten Jahren zu massiven Waldschäden in den dortigen Schutzwäldern geführt. Gegen den ehemaligen Jagdpächter wurde auf Antrag der Bundesforste von der BH St. Johann ein Verfahren nach §16 (5) „Waldverwüstung“ laut Forstgesetz eingeleitet und die bescheidmäßige Reduktion des Rotwildstandes aufgetragen. Der ehemalige Jagdpächter hat dagegen Beschwerde erhoben und verlangt, den Maßnahmenbescheid ersatzlos aufzuheben und das Waldverwüstungsverfahren einzustellen.


Waldverwüstung bestätigt

Die Entscheidung des Landesverwaltungsgerichts (LVG) bestätigt im Wesentlichen die Feststellungen der Behörde aus 1. Instanz: Der Tatbestand der „Waldverwüstung“ (außerordentliche Waldschäden auf großer Fläche aufgrund deutlich überhöhter Wildstände) wurde erneut bekräftigt. Auf den verfahrensgegenständlichen Flächen sei es durch massive Wildschäden – verursacht vorrangig durch Rotwild – großflächig zum Ausfall und zum Absterben von Forstkulturen gekommen, heißt es im Erkenntnis des LVG. Wörtlich heißt es weiter: "Dies hat jetzt zur Folge, dass derzeit die verfahrensgegenständlichen Wälder nicht oder zu gering bestockt sind, um zukünftig die im Forstgesetz geforderten Schutzfunktionen der Wälder erfüllen zu können."

Wildreduktion für gesunde Schutzwälder

Wie die ÖBf infomieren, muss der weit überhöhte Rotwildfütterungsstand in zwei Etappen bis 2021 gesenkt werden. Sollten amtliche Wildzählungen diese Absenkung nicht bestätigen, ist die Rotwildfütterung aufzulösen. Durch Auflagen wird sichergestellt, dass die Reduktion in tierschutzgerechter Form erfolgen kann. Damit entgegnete das LVG auch dem dargestellten "Horrorszenario eines Auftrags der belangten Behörde zur Ausrottung des Rotwilds im Gasteinertal" – dieses angebliche Horrorszenario sei nicht stichhaltig und nachvollziehbar.

Öffentliches Interesse überwiegt

Wie die ÖBf hinweisen, seien intakte Schutzwälder in Zeiten des Klimawandels und zunehmender Naturgefahren wichtiger denn je, wie die außerordentlichen Schneemassen des heurigen Winters gezeigt haben. Das Erkenntnis des LVG bestätigt, "dass dem Interesse an der Erhaltung bzw. der Wiederherstellung der Funktion eines Schutzwaldes regelmäßig deutlich höheres Gewicht zukommt als dem Interesse eines Jagdinhabers an der Erhaltung eines bestimmten Wildstandes."

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen